Yoga-Geschichten vom Meister

 

1. Meditation

Ein Freund fragte mich: „Nils, wie lange sollte man jeden Tag meditieren?“ Ich sagte: „Fünf Minuten.“ „Nur fünf Minuten?“ „Ja.“ „Und das soll etwas bringen?“ „Natürlich. Fünf Minuten Meditation sind besser als fünf Minuten Sorgen.“

2. Der ungeduldige Yogi

Ein Schüler sagte: „Nils, ich möchte sofort erleuchtet werden.“ Ich fragte: „Wie lange meditierst du schon?“ „Drei Tage.“ Ich sagte: „Dann bist du schon sehr weit.“ Er strahlte. „Wirklich?“ „Ja. Normalerweise geben die Menschen nach zwei Tagen auf.“

3. Der Ärger

Jemand sagte zu mir: „Dieser Mensch macht mich wahnsinnig!“ Ich sagte: „Dann gib ihm nicht auch noch die Macht über deinen inneren Frieden.“ Er fragte: „Wie soll ich das machen?“ „Atmen. Loslassen. Weitergehen.“ Er sagte: „Aber ich habe recht!“ Ich antwortete: „Das kann sein. Aber möchtest du lieber recht haben oder glücklich sein?“

4. Der Guru im Stau

Ich stand im Stau und wurde immer ärgerlicher. Dann kam mir ein Gedanke: „Vielleicht ist der Stau heute mein Guru.“ Also atmete ich tief durch. Ich betrachtete die Bäume neben der Straße. Ich hörte Musik. Und plötzlich war ich entspannt. Da löste sich der Stau auf.

5, Der Buddha und die Sorgen

Ein Schüler sagte zu Buddha: „Ich habe so viele Sorgen.“ Buddha fragte: „Kannst du etwas daran ändern?“ „Ja.“ „Dann tue es.“ „Und wenn ich nichts ändern kann?“ „Dann übe das Loslassen.“ Der Schüler fragte: „Und wie soll ich das machen?“ Buddha sagte: „Atmen.“

6, Der kleine Guru

Manchmal werde ich gefragt: „Nils, bist du ein Guru?“ Ich sage: „Nein.“ „Warum nicht?“ „Weil ein echter Guru wahrscheinlich nicht so viele Fehler hat wie ich.“

7. Der Wunsch nach Erleuchtung

Ein Mensch sagte: „Ich möchte die Erleuchtung.“ Ich fragte: „Warum?“ „Damit ich glücklich bin.“ „Und warum bist du nicht jetzt glücklich?“ „Weil ich noch nicht erleuchtet bin.“ Ich sagte: „Dann lass einfach den Wunsch nach Erleuchtung los.“ Das war seine erste Erleuchtung.

8. Alles wird gut

Ein Mensch fragte mich: „Nils, kannst du mir garantieren, dass alles gut wird?“ Ich sagte: „Nein.“ Er war enttäuscht. Dann sagte ich: „Aber wenn du fest daran glaubst, hast du eine große Chance, dass tatsächlich alles gut wird.“

9. Das Ego

Ich dachte, ich hätte mein Ego überwunden. Dann kam mein Ego und sagte: „Das hast du gut gemacht!“

10. Das Gebet

Ich fragte Gott: „Warum gibst du mir immer solche schwierigen Aufgaben?“ Gott antwortete: „Weil du immer um Kraft bittest.“

11. Der Wunschzettel

Ich sagte zum Universum: „Ich möchte Glück, Liebe, Gesundheit, Erfolg und Erleuchtung.“ Das Universum fragte: „Was möchtest du zuerst?“ Ich sagte: „Am liebsten alles.“ Das Universum: „Typisch Mensch.“

12. Der wichtigste Guru

Ich fragte mich: „Wer ist mein wichtigster Guru? Buddha? Jesus? Shiva? Sokrates?“ Dann fiel mir etwas auf: Das Leben selbst ist mein Guru. Es gibt mir jeden Tag eine neue Lektion.

13, Die gute Tat

Ich fragte einen Freund: „Hast du heute schon eine gute Tat getan?“ Er sagte: „Ja.“ „Welche?“ „Ich habe dir zugehört.“ Ich sagte: „Das ist wirklich eine gute Tat. Du bist spirituell schon sehr weit.“

14. Alles wird gut

Ein Freund fragte: „Nils, warum sagst du immer: Alles wird gut?“ Ich sagte: „Weil ich optimistisch bin.“ „Und wenn wirklich etwas schiefgeht?“ „Dann sage ich: Alles wird wieder gut.“ „Und wenn es ganz schlimm wird?“ Dann sage ich: „Vorwärts. Gelingen.“

15. Der glückliche Mensch

Ein Mensch fragte: „Nils, wann ist ein Mensch wirklich glücklich?“ Ich sagte: „Wenn er nichts mehr braucht.“ „Und wann braucht er nichts mehr?“ „Wenn er alles hat.“ „Und wann hat er alles?“ “ Wenn er erleuchtet ist.“ „Und wann ist er erleuchtet?“ „Wenn er alles losgelassen hat und in seinem inneren Glück ruht. Wenn er nichts mehr für sich wünscht, sondern nur noch möchte, dass alle anderen Wesen auch glücklich sind.“

16. Die Erleuchtung

„Nils, bist du erleuchtet?“ „Manchmal.“ „Wie kann man manchmal erleuchtet sein?“ „Wenn ich gut drauf bin.“

17. Mein Ego

Mein Ego sagt: „Ich bin etwas Besonderes.“ Meine spirituelle Erkenntnis sagt: „Du bist nur ein Teil des Ganzen.“ Mein Ego sagt: „Aber ein ziemlich wichtiger Teil.“

18. Dankbarkeit

Heute bin ich dankbar. Für das Leben. Für die Sonne. Für meine Freunde. Für meinen Körper. Und für meinen Tee. Auch kleine Dinge zählen. Sie machen den Unterschied.

19. Der Meister und der Schüler

Schüler: „Meister, was ist die wichtigste spirituelle Übung?“ Meister: „Das Leben anzunehmen.“ Schüler: „Und wenn ich es nicht annehmen kann?“ Meister: „Dann übe das Üben.“

20. Ein guter Tag

Ein guter Tag muss nicht perfekt sein. Es genügt: Ein guter Gedanke. Eine gute Tat. Etwas Bewegung. Fünf Minuten Meditation. Und ein bisschen Freude. Das kann schon reichen.

21. Yogi Nils und das positive Denken

Heute Morgen hatte ich den Gedanken: Ich bin müde und kraftlos. Dann erinnerte ich mich an mein positives Denken. Ich sagte zu mir: Mit Kraft voran! Ich machte etwas Yoga und ging spazieren. Danach war ich tatsächlich noch etwas müde. Aber jetzt war ich ein müder Mensch mit einer positiven Einstellung.

22. Yogi Nils und die Sorgen

Einmal hatte ich sehr viele Sorgen. Ich dachte darüber nach, was morgen passieren könnte, was nächste Woche passieren könnte und was irgendwann in der Zukunft passieren könnte. Dann sagte ich zu mir: Lebe im Hier und Jetzt. Also kümmerte ich mich um diesen Tag. Ich machte Yoga, ging spazieren und meditierte. Am Abend stellte ich fest, dass die meisten meiner Sorgen überhaupt nicht eingetreten waren.

23. Der Schlamm und der Lotos

Ein Suchender fragte: „Warum muss die Welt so voller Konflikte, Leiden und Ärger sein? Warum macht Gott es uns so schwer?“ Der Meister deutete auf eine wunderschöne Lotosblüte im Teich: „Siehst du den Schlamm am Grund?“ „Ja“, sagte der Schüler. „Ohne diesen Schlamm“, erklärte der Meister, „gäbe es diese makellose Blüte nicht. Vermeide den Schlamm des Lebens nicht – verwandle ihn in Kraft. Hindernisse und schwere Zeiten sind der Nährboden für spirituelles Wachstum.“

24. Die zwei Wölfe

Ein Junge fragte seinen Meister: „In mir kämpfen oft zwei Gefühle. Ein dunkles Gefühl voller Wut und Angst und ein helles Gefühl voller Mut und Kraft. Wer wird gewinnen?“ Der Meister blickte ihm in die Augen und sagte einfach: „Derjenige, den du fütterst. Wo du deine Aufmerksamkeit hinlenkst, dahin fließt deine Lebensenergie. Du stärkst das Gute, indem du dich auf das Gute konzentrierst.“

25. Die schwere Last

Ein alter und ein junger Mönch kamen an einen Fluss. Dort stand eine schöne junge Frau in einem teuren Seidenkleid, die sich nicht traute, durch das tiefe Wasser zu gehen. Ohne zu zögern hob der alte Mönch die Frau auf seine Schultern, trug sie ans andere Ufer und setzte sie sanft ab. Sie gingen weiter. Nach drei Stunden konnte der junge Mönch an nichts anderes mehr denken und platzte heraus: „Meister! Wir Mönche dürfen doch keine Frauen berühren! Wie konntest du sie tragen?“ Der alte Mönch lächelte: „Ich habe sie vor drei Stunden am Ufer abgesetzt. Warum trägst du sie immer noch mit dir herum? Lass alte Geschichten und gedanklichen Ballast hinter dir. So findest du inneren Frieden.“

26. Wo wohnt Gott?

Ein kleiner Junge fragte den Meister: „Meister, wo wohnt Gott eigentlich?“ Der Meister beugte sich zu ihm herunter, tippte dem Jungen sanft auf die Brust und flüsterte: „Er hat viele Paläste im Universum, aber sein Lieblingswohnsitz ist in deinem Herzen. Das Göttliche offenbart sich in einem offenen, liebevollen Herzen.“

27. Der Fluss des Lebens

Ein Schüler beschwerte sich bei seinem Meister über die Ungerechtigkeiten des Lebens und die Unsicherheit der Zukunft. Der Meister nahm ihn mit an einen reißenden Fluss und warf ein Holzstück hinein. Das Holzstück trieb mühelos mit der Strömung mit und wich allen Felsen aus. „Schau dir das Holz an“, sagte der Meister. „Es kämpft nicht gegen das Wasser. Es fließt einfach. Weisheit bedeutet, klug mit dem Leben zu fließen.“

28. Die Würze des Lebens

Der Meister kochte für seine Schüler eine große Gemüsesuppe. Ein Schüler probierte einen Löffel und verzog das Gesicht: „Meister, die Suppe schmeckt nach gar nichts, da fehlt Salz!“ Der Meister reichte ihm das Salz. Der Schüler schüttete vorsichtig etwas hinein, probierte erneut und lächelte: „Jetzt ist sie perfekt!“ Der Meister sagte: „Genauso ist es mit dem Leben. Das Leben liefert das Gemüse, aber die Liebe ist das Salz. Ohne sie bleibt alles geschmacklos.“ Die Liebe ist die Würze des Lebens. Aber man muss klug damit umgehen. Man darf nicht zu sehr anhaften, sonst muss man auch sehr leiden.

29. Die unsichtbare Kraft

Ein Schüler fragte den Meister skeptisch: „Du sprichst immer von einer unsichtbaren Kraft, von Prana und göttlicher Energie. Aber ich kann sie nicht sehen. Wie kann ich an etwas glauben, das ungreifbar ist?“ Der Meister ging zum Fenster, öffnete es und ließ einen frischen Windzug hereinwehen. „Siehst du den Wind?“, fragte er. „Nein“, antwortete der Schüler. „Aber du spürst seine Frische und siehst, wie sich die Blätter bewegen. Suche nicht nach dem Unsichtbaren mit den Augen, sondern spüre seine Wirkung im Herzen.“ Das Wesentliche im Leben ist unsichtbar, aber spürbar.

30. Das Licht in der Dunkelheit

In einer tiefen Nacht saß der Meister mit seinen Schülern am Lagerfeuer. Ein Schüler fragte besorgt: „Meister, die Welt da draußen wirkt manchmal so dunkel, kalt und voller Leid. Was können wir kleine Menschen schon dagegen tun?“ Der Meister nahm ein kleines Stöckchen aus dem Feuer, dessen Spitze hell brannte. Er hielt es in die Dunkelheit der Nacht. „Schau hin“, sagte er leise. „Egal wie riesig und schwarz die Nacht auch ist – sie kann das Licht dieser einen kleinen Flamme nicht auslöschen. Aber die kleine Flamme verändert die ganze Dunkelheit um sich herum. Unterschätze niemals die Kraft deines eigenen inneren Lichts.“

1. Das spirituelle Ego

Yogi Nils saß im Meditationssitz und dachte voller Stolz: „Ich bin heute weitaus demütiger als alle anderen im Raum zusammen!“

2. Die Anhaftung an Klicks

Nils lud ein tiefgründiges Video über die Freiheit von allen Anhaftungen hoch. Alle fünf Sekunden aktualisierte er nervös seine Social-Media-App, um die Aufrufzahlen zu prüfen. Als nach einer Stunde erst dreißig Klicks da waren, seufzte er, blickte zum Himmel und dachte: „Gott sei Dank bin ich völlig frei von jeder Anerkennung!“ Aber dann merkte er, dass er doch gerne einige Klicks mehr haben würde.

3. Die Gier nach Geld

Ein Schüler bot Nils tausend Euro für eine „exklusive Erleuchtungs-Sitzung“ an. Nils’ Augen leuchteten auf und sein Verstand kaufte sich dafür bereits Aktien. Dann hielt er inne und sagte: „Die heutige Erleuchtung ist kostenlos: Wer glaubt, man könne Erleuchtung kaufen, ist auf dem falschen Weg. Erleuchtung ohne innere Arbeit ist ein Irrtum. Ein Meister kann dir Energie übertragen und deine Chakren öffnen. Aber die Arbeit der inneren Reinigung musst du selbst machen. Das kann einige Monate bis viele Leben dauern. Je nachdem wieviel Arbeit du investierst.“

4. Die Lust auf Macht

Nils träumte davon, ein großer Guru zu sein, den alle bewunderten. Als sich aber niemand zu seinem Retreat anmeldete, erkannte er, dass er doch nur ein kleiner unbedeutender Yogi war.

5. Die Verlockung des Sex

Eine hübsche Besucherin lächelte Nils intensiv an, und in seinem Kopf entstanden sofort wilde Phantasien. Er spürte, wie die Kundalini-Energie eher nach unten als nach oben schoss. Nils atmete tief durch und sagte zu sich selbst: „So wirklich erleuchtet bin ich immer noch nicht.“

6. Die Ablehnung von Leid

Als Nils starke Zahnschmerzen bekam, jammerte er lautstark: „Warum ich? Ich meditiere doch täglich! Das Universum sollte mir Schmerzen ersparen!“ Nach einigen Minuten Gejammer hielt er inne, rief den Arzt an und sagte zu sich: „Sogar Yogis müssen manchmal zum Zahnarzt. Schmerzen sind ein guter Weg Gleichmut zu üben.“ Aber seine Freundin fand, dass es mit seinem Gleichmut noch nicht weit her war. Sie freute sich, als der Zahnarzt endlich das Problem löste und das Gejammer aufhörte.

7. Die Angst vor dem Tod

Bei einem turbulenten Flug bekam Nils panische Angst vor dem Absturz. Er umklammerte die Armlehnen und betete alle Mantras durcheinander. Als das Flugzeug sicher landete, atmete er tief durch, klopfte auf seinen Bauch und sagte grinsend: „Liebes Universum, ich bin zwar bereit für die Unendlichkeit, aber bitte noch nicht heute!“

8. Die Sucht nach Liebe

Nils erwischte sich dabei, wie er allen Menschen nach dem Mund redete, nur damit sie ihn mochten. Da wurde ihm bewusst wie sehr er sich verbog. Er beschloss lieber auf Anerkennung zu verzichten und seinen eigenen Weg zu gehen. Er sprach die Wahrheit, auch wenn das vielen Menschen nicht gefiel. Aus der Sicht der Erleuchtung fühlte sich das viel besser an.

9 Die reine Faulheit

Ein Schüler fragte Nils nach einer besonders effektiven Methode zur Reinigung der Chakren. Nils, der gerade faul in der Hängematte lag und keine Lust hatte, aufzustehen, sagte mit tiefer Stimme: „Die höchste Form der Praxis ist das ‚Nichts-Tun‘. Ich praktiziere es gerade intensiv.“

10. Das Anhaften am Meister-Status

Ein kleiner Junge fragte Nils: „Bist du ein echter Meister?“ Nils schaute auf seine zerlumpte Jogging-Hose, dachte an seinen müden spirituellen Weg, seine Naschsucht und seine Anhaftung an seine Frau. Da kam er zu dem Ergebnis: „Ich bin nur ein ganz normaler Mensch, der gerne über sich selbst lacht!“

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