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Wie lebt man glücklich als Weltretter (Karma-Yogi, Bodhisattva)?

Es gibt viele Katastrophen auf der Welt. Die Klimaerwärmung droht mit Klimakatastrophen. Wir werden bald immer mehr Wüsten, Stürme, Überschwemmungen und unter dem Meeresspiel verschwindende Länder erleben. Noch grausamer sind der Hunger und die Armut auf der Welt. Ein Drittel der Weltbevölkerung leidet an unzureichender Ernährung. Die vielen Kriege auf der Welt bringen unermessliches Leid. Ebenso die ausufernden Krankheiten. In Indien breitet sich gerade Aids stark aus. Es fehlt an dem Willen den Armen bei der Bekämpfung der Krankheit zu helfen. Und ebenso ist es mit den Krebserkrankungen, die durch die Umweltverschmutzung weltweit stark zunehmen, auch in Deutschland.

Was gibt es noch an Elend? Im Westen hungern zwar nur wenige Menschen, dafür nehmen die psychischen Erkrankungen stark zu. Bereits ein Drittel der Bevölkerung leidet an Ängsten, Süchten, Aggressionen, Depressionen und Burnout. Merkt denn das keiner? Wacht denn keiner auf? Es ist Zeit zur Umkehr. Es ist Zeit eine Welt der Liebe, des Friedens und des Glücks aufzubauen. Reichtum und Wissen dafür sind ausreichend da, allein es fehlt der Wille. Und zwar bei der Mehrheit der Menschen. Sonst könnten wir einfach eine andere Regierung wählen. Wir könnten an den Schulen das Fach Glück einführen, die Reichen stärker besteuern, die Lebensbedingungen der Armen verbessern, die Gewaltverherrlichung im Fernsehen verbieten, den Konsumwahn überwinden und die Menschen innerlich glücklicher machen.

Ich betrachtete heute das viele Leid auf der Welt und es betrübte mich. Ich versuchte positiv zu denken. Wenn es viel Leid gibt, werden viele Weltretter gebraucht. Und die Welt zu retten macht glücklich. Es gibt einem eine sinnvolle Aufgabe im Leben. Man bekommt Liebe und Dankbarkeit von den Menschen. Man entwickelt sich zur Erleuchtung, wenn man als Bodhisattva oder als Karma-Yogi lebt. Man muss aber gut für sich selbst sorgen. Sonst verbraucht man seine Energie beim Weltretten. Man sollte für genug Ruhe und Erholungszeiten sorgen, sich mit seinen spirituellen Übungen immer wieder aufbauen und auch das Leben genießen.

Das tat ich heute bei meinem Besuch im Altersheim. Ich aß Kuchen bis ich (fast) platzte. Ich machte mit meiner Mutter einen schönen Spaziergang durch den Park bei herrlichem Sommerwetter. Und ich sang wieder mit meinen alten Freundinnen. Sie waren alle da und nach kurzer Zeit hatten alle gute Laune. Ich vergaß das Leid auf der Welt und tankte neue Kraft auf. Denn die Welt muss weiter gerettet werden. Wir haben nur diese eine. Und diese Welt ist sehr schön.

Christiane: "Es ist Zeit eine Welt der Liebe, des Friedens und des Glücks aufzubauen. Reichtum und Wissen dafür sind ausreichend da, allein es fehlt der Wille. Und zwar bei der Mehrheit der Menschen. Sonst könnten wir einfach eine andere Regierung wählen. Wir könnten an den Schulen das Fach Glück einführen, die Reichen stärker besteuern, die Lebensbedingungen der Armen verbessern, die Gewaltverherrlichung im Fernsehen verbieten, den Konsumwahn überwinden und die Menschen innerlich glücklicher machen." Super gesagt.

Birgit: Ich selbst kann die Welt nicht retten. Ich möchte Vorbild sein mit meinem Leben, selbst die Gier ablegen, Liebe leben, Mitgefühl, Mutter Erde schonen mit meiner Lebensweise.

Nils: Ich kann die Welt auch nicht retten. Nur wir zusammen können es tun. Jeder an seinem Ort und mit seinen Möglichkeiten. Jeder kann wählen, den Hilfsorganisationen spenden und seine Stimme gegen den Krieg und für die Liebe auf der Welt erheben.

Diana: Die meisten wollen lieber " gute Buddhisten " sein. Lass uns erstmal den " Pfad des Sehens " erreicht haben. Was aus all den Anderen wird ? Keine Ahnung. Sag ich dir wenn ich "erleuchtet" bin .

Nils: Der Weg des Bodhisattvas ist es im Gleichgewicht von Meditation und Welt retten zu leben. Mein Vorbild ist insofern der Dalai Lama. Der Weg der Liebe ist der Weg zur Erleuchtung. Er bringt uns zur Erleuchtung. Wir müssen nicht erleuchtet sein. Im Mahayana-Buddhismus (Zen, tibetischer Buddhismus, Amitabha-Buddhismus) leben wir im Schwerpunkt für das Glück (die Erleuchtung) aller Wesen.

Diana: Muss ich da etwa meinen Hintern aus dem Sessel bewegen ? Was ist mit all den intellektuellen Weisheiten aus klugen Büchern ?

Nils: Es ist hilfreich aktiv zu werden. Der Dalai Lama sagt, dass hilfreiches Tun besser als Beten ist. Wenn die Bücher wirklich klug sind, dann lehren sie den Weg der Verbindung von Meditation und Liebe. So steht es in der christlichen Bergpredigt, in der indischen Bhagavadgita und in den Reden Buddhas.

Diana: Wie " sehe" ich was hilfreich ist ?

Nils: Du siehst es mit deinem Herzen. Du spürst, was anderen Menschen und Wesen gut tut. Und etwas Verstand und Weisheit beim Helfen ist auch gut. Letztlich ist es ganz einfach. Du tust das, was sich in deinem Leben als Möglichkeit ergibt. Und du wünscht immer allen Wesen Glück und sendest jeden Tag allen Wesen und der ganzen Welt Licht. So kommst du in die Einheit, ins Licht und in die Erleuchtung.

Ich praktiziere das tägliche Lichtsenden. Im Buddhismus wird normalerweise jeden Tag das Bodhisattva-Gelöbnis gesprochen und Bodhichitta (Mitgefühl mit allen Wesen entwickelt.) Im Christentum gibt es den zentralen Grundsatz der Liebe zu Gott und zu allen Menschen (dem Nächsten). Im Yoga gibt es das Mantra Lokah Samastah Sukhino Bhavantu (Mögen alle Wesen an allen Orten glücklich sein). Wir singen es so lange, bis wir in der umfassende Liebe sind.

Diana: Wie kann der im Berufsleben stehende Mensch , der mit den alltäglichen Problemen von Familie , Arbeit, Freunden, Verkehrschaos, Weiterbildung, Schule, Krankheiten, Einkaufen , Kochen beschäftigt ist, hilfreich sein, wenn er eigentlich überbelastet ist. Wird dann die gesamte Praxis nicht zur Phrase?

Nils: Überlastung ist nicht gut. Dann kommt man in den Burnout. Ein Weltretter muss auch gut für sich sorgen. Ansonsten bietet gerade das Berufs- und Familienleben vielfältige Möglichkeiten anderen Menschen Gutes zu tun. Letztlich sollte das gesamte Leben zur spirituellen Praxis werden. Das hast du gut erkannt. Es gibt keine Trennung von Erleuchtung und Leben. Das konkrete Leben ist für jeden Menschen der Erleuchtungsweg. Wir sollten versuchen erleuchtet zu leben. Das ist der Weg eines glücklichen und erfüllten Lebens.

Diana: Burnout ist ein großes Problem geworden . Wie könnte es da noch Weltretter geben? Somit wird das Yogakissen zum Relaxekissen. Quasi geht die Welt unter ... aber ich mach mir nichts mehr draus.

Nils: Wir müssen es lernen mit Weisheit und Verstand zu leben. Wir haben immer die Wahl zwischen Licht und Dunkelheit. Manchmal erfordert es etwas Mut und Willenskraft mit falschen Gewohnheiten zu brechen. Aber es lohnt sich immer.

https://sites.google.com/site/nilshorn2/weltretter-grundwissen

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Kommentar von jailakshmi am 27. Juli 2017 um 12:23pm

schön, nils, gleich wieder ausgedruckt zum vorlesen... es bestätigt alles, was wir eh schon tun - jedenfalls einige von uns tun. die erinnerung daran mit solchen/deinen texten tut gut u baut innerlich weiter ... gracias ! aloha jailakshmi

Kommentar von Thom am 4. August 2017 um 12:12am

Ich bin der Meinung - und damit stehe ich im Gegensatz zu allen Politikern - , dass die Welt nicht durch Verordnungen von oben, von Berlin und schon gar nicht von Brüssel aus gerettet werden kann; sondern von unten, von den immer mehr werdenden Menschen, die zur Weltenrettung bereit sind. Insofern sind wir Weltenretter tatsächlich in großer Zahl notwendig. Als Vorbild und zur Verbreitung einer neuen (alten) Weltsicht, fernab des Raubtier-Kapitalismus.

Hans Peter Dürr (1929-2014, dt. Physiker) drückt das sehr schön aus:

"Ich glaube überhaupt nicht daran, daß man die globalen Probleme auch global lösen kann. Auch die Natur löst globale Probleme, indem sie lokal etwas verändert, auf eine solche Art und Weise, die allmählich in größere Dinemsionen hereinwächst."

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