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Wie lebt man als Yogi, Buddhist oder positiver Mensch

Ein Buddhist strebt danach ein Buddha zu werden. Die Kernaussage des Buddhismus lautet: "Das Leben im Daseinskreislauf ist letztlich leidvoll. Ursachen des Leidens sind Gier, Hass und Verblendung. Erlöschen die Ursachen, erlischt das Leiden. Zum Erlöschen des Leidens führt der Edle Achtfache Pfad, der da besteht in rechtem Erkennen, rechtem Entschließen, rechter Rede, rechtem Tun, rechtem Leben, rechtem Streben, rechtem Gedenken (Achtsamkeit), rechtem Sichversenken (Samadhi)."

Desweiteren gibt es das Metta-Sutra: „Wie eine Mutter ihren einzigen Sohn beschützt, so möge man gegen alle Wesen ein unbegrenztes liebevolles Gemüt erwecken.“

Übersetzung von mir: Leben ist Leiden. Es gibt einen Weg zur Überwindung des Leidens. Das ist der achtfache Pfad aus Weisheit (Erleuchtung als tieferen Lebenssinn erkennen), einem klaren Entschluss den spirituellen Weg zu gehen, Achtsamkeit beim Reden und Handeln, einer zum spirituellen Weg passenden Lebensweise, positivem Denken und täglicher Meditation.

Wir müssen leben wie ein Buddha, denken wie ein Buddha und handeln wie ein Buddha, dann werden wir ein Buddha. Der Bodhisattva-Weg besteht darin sich als Mutter aller Wesen zu sehen, in der umfassenden Liebe zu leben und alle Wesen ins Licht zu bringen. Wir nehmen unsere Mitwesen wichtiger als uns selbst und überwinden so unser Ego. Wir achten aber auch gut auf uns selbst und unseren Weg der Erleuchtung. Wir gehen den Doppelweg aus umfassender Liebe und Meditation.

Weltliches Leben ist im Schwerpunkt leiden. Es gibt einen Weg zur Überwindung des Leidens. Der Weg der Überwindung des Leidens ist die Erleuchtung. Etwas Freude am äußeren Leben kann hilfreich sein. Aber im Schwerpunkt sollte man spirituell leben. Man sollte in der Einheit, der Meditation und der umfassenden Liebe leben. Man sollte sein inneres Glück pflegen und positiv zu allen Menschen sein.

Anhaftung an äußere Genüsse führt zu leiden. Ablehnung von unangenehmen Situationen führt zu leiden. Der Weise ist aus sich selbst heraus glücklich. Er lebt abgeschieden von der Welt und bewahrt so seine spirituelle Energie und sein inneres Glück.

Weltliches Leben ist natürlich nicht nur leiden. Es besteht normalerweise aus Freude und Leid im ständigen Wechsel. Laut aktueller Glücksforschung bezeichnen sich etwa zwei Drittel aller Menschen als glücklich. Zehn Prozent empfinden das Leben als Leiden. 30 % sind sogar sehr glücklich. Allerdings wachsen die Ängste, Aggressionen, Depressionen, Süchte und psychosomatischen Krankheiten in der heutigen kapitalistischen Konsumgesellschaft stark an. Wir leben in einer extremen Leistungs- und Suchtgesellschaft, in der nur wenige Menschen tief in ihrer Seele wirklich glücklich und zufrieden sind. Und genau hier hilft der Übungsweg des Buddhismus. Man kann den Buddhismus als ein mentales Training ansehen, um inneren Frieden, Kraft und Glück zu erlangen.

Die beiden zentralen Techniken sind die Gedankenarbeit und die Meditation. Negative Gedanken führen zu negativen Gefühlen. Ein Mensch kann sich durch seine Gedanken sehr unglücklich machen. Ein positiv denkender Mensch ist glücklicher und erfolgreicher. Er hat bessere Beziehungen und ein besseres Leben. Wer sich im richtigen Denken schult, hat einen großen Gewinn davon.

Nur wenige Menschen können aber durch positives Denken alleine dauerhaft ihr inneres Glück bewahren. Das positive Denken muss durch den Weg der Meditation ergänzt werden. Meditation besteht nach Buddha grundsätzlich aus Sitzen und Gehen (Körperübungen). Dadurch bleibt der Geist ruhig und der Körper gesund. Wenn wir beständig und effektiv positives Denken und Meditation praktizieren, können wir zur Erleuchtung gelangen. Dann erheben wir uns in eine höhere Bewusstseinsebene.

Das erleuchtete Sein

Unser Zielzustand ist ein Zustand der weitgehenden Freiheit von Verspannungen. Dann entstehen Gesundheit und inneres Glück. Dann geschieht innere Heilung. Dann fühlen wir uns aus uns selbst heraus wohl. Dann leben wir im Licht (im Nirwana, im Glück).

Dieses Freisein von inneren Verspannungen kann man auch als "Leere" bezeichnen. Wir sind ein leeres Gefäß geworden. Im Christentum heißt es, dass der Heilige Geist Gottes in den Menschen hinein fließen kann, wenn der Mensch innerlich leer geworden ist. Wir gelangen in ein Einheitsbewusstsein. Wir erfahren Frieden, Liebe und Glück in uns. Wir sehen das Licht Gottes in der Welt. Wir werden mit Licht gefüllt und so selbst zum Licht Gottes.

Im Buddhismus spricht man vom Nirwana. Nirwana bedeutet inneres Glück. Erst spüren wir durch den Weg der vollständigen inneren Entspannung die Leerheit allen Seins. Alle Phänomene der Welt sind letztlich leer. Sie sind emotional bedeutungslos. Wir können sie in uns auflösen, wenn wir die Anhaftung und Ablehnung auflösen. Und dann entfaltet sich das Glück in uns. Dann werden wir zu einem Buddha. Dann sind wir aus uns selbst heraus glücklich, unabhängig von unserer äußeren Situation.

Das ist schwer zu begreifen. Das kann man nur erfahren. Wir machen unsere spirituellen Übungen, gelangen ins Sein und sind plötzlich glücklich. Das ist mir heute morgen wieder passiert. Ich ging spazieren, machte meine Yogaübungen im Gehen, löste so meine Energieblockaden auf und war im Licht. Die Energie floß plötzlich wieder. Ich war in mir glücklich. Ich konnte die Schönheit der Welt erkennen. Ich erkannte, dass es genügt im erleuchteten Sein zu leben. Das ist der tiefere Sinn des Lebens.

Das Zentrum des Lebens ist nicht die äußere, sondern die innere Veränderung. Trotzdem sollten wir auch äußerlich für eine glückliche Welt sorgen. Wir sollten uns auch äußerlich eine glückliche Welt schaffen. Wir sollten so leben, dass wir uns auch äußerlich wohl fühlen. Und vor allem sollten wir unseren Mitmenschen auf dem Weg des Glücks helfen. Wir sollten in der umfassenden Liebe leben. Wir sollten das Licht in die Welt bringen.

Das geschieht am besten, indem wir zuerst durch unsere spirituellen Übungen in uns das Glück erwecken. Sind wir im Licht, dann geben wir das Licht an unsere Mitwesen weiter. Dadurch stabilisiert sich unser Glück und wir öffnen unser Herz. Wir leben in den Energien des Friedens, des Glücks und der Liebe. In den Yogaschriften heißt es, dass ein erleuchteter Yogi 100 mal glücklicher ist als ein Mensch ohne inneres Glück. Ein erleuchteter Yogi der Liebe (Karma-Yogi, Bodhisattva) ist aber noch 100 mal glücklicher als ein erleuchteter Yogi, weil die Liebe das Leben unendlich glücklich macht.

Wir verbinden deshalb am besten den Weg des eigenen inneren Glücks mit dem Weg der umfassenden Liebe. Wir finden unsere Aufgabe in der Welt, unseren Weg der Liebe. Wir tun jeden Tag eine gute Tat. Wir senden jeden Tag allen Wesen Licht. Wir leben aus dem erleuchteten Sein und der umfassende Liebe heraus.

Wichtig ist es, dass wir uns nicht auf unserem spirituellen Weg stressen. Stress zerstört das innere Glück. Stress verbraucht unsere Glücksenergie. Durch zu viel Stress wachsen wir in die Depression und nicht in die Erleuchtung. Wir müssen aus der inneren Entspannung, der inneren Ruhe heraus handeln. Es fühlt sich an wie Nichtstun. Wir sind einfach nur da. Wir tun nichts und alles geschieht von alleine. Wir machen einfach ganz entspannt nur das was gerade richtig ist und wohin unsere Liebe uns führt.

Und wir genießen auch ausreichend das Leben. Wir geben uns das, was wir für ein glückliches Leben brauchen. Wir bringen so viel Freude in unser Leben, dass wir unseren Weg positiv gehen können. Buddha nannte das den mittleren Weg. Wer zu viel spirituell übt und zu wenig das Leben genießt, verspannt sich innerlich. Wer zu wenig spirituell übt, wächst nicht auf dem Weg des inneren Glücks. Der mittlere Weg ist der Weg zwischen diesen beiden Extremen.

Wichtig ist es auch, dass wir uns genau selbst leben. Erleuchtung bedeutet Selbstverwirklichung. Wir verwirklichen unser höheres Selbst, Gott, das Licht, das Glück in uns. Das geschieht nur, wenn wir ein gutes Gespür für uns selbst entwickeln. Wir müssen unseren spirituellen Weg mit Weisheit und Gespür selbst ertasten. Es nützt nichts, wenn wir einen fremden Weg gehen, wenn wir nach einem fremden spirituellen System leben. Am Anfang kann es hilfreich sein, fremde spirituelle Systeme kennenzulernen. Aber irgendwann müssen wir uns darüber erheben und genau unseren persönlichen Weg finden und gehen.

Dann geschieht eine tiefe innere Entspannung. Wir fühlen, dass wir auf dem für uns richtigen Weg sind. Wir spüren Frieden und Harmonie. Wir sind zufrieden mit uns und unserem Leben. Dieser Weg ist aber keine Egoverwirklichung. Die Egoverwirklichung bewirkt nur kurzfristiges und oberflächliches Glück. Erleuchtung bedeutet das Ego zu überwinden. Das geschieht durch den Weg der Ruhe (des Seins), des spirituellen Übens und der umfassenden Liebe. Wir leben im Schwerpunkt für das Glück unserer Mitmenschen. Und geben uns gleichzeitig auch das, was wir brauchen und womit wir uns wohl fühlen. Das ist das Geheimnis des glücklichen Lebens. Das ist höchste Lebensphilosophie. Das ist der größte Schatz, den ein Mensch besitzen kann.

Das geistige Zentrum

Der wichtigste Punkt im Leben ist das geistige Zentrum. Das geistige Zentrum besteht aus der persönlichen Lebensphilosophie. Ein geistiges Zentrum sollte die fünf Grundsätze Liebe, Frieden, Wahrheit, Kraft und Freude enthalten. Wenn wir mit Weisheit nach diesen fünf Grundsätzen leben, wachsen wir ins Glück, in die Erleuchtung, in ein Leben im Licht. 

Grundsätzlich besteht der Weg des inneren Glücks aus Gesundheitsübungen und aus Gedankenarbeit.  Gesundheitsübungen sind Sport (Gehen, Joggen, Radfahren – notfalls auf dem Heimtrainer), Yoga und Meditation. Dazu kommen noch eine gesunde Ernährung und die Vermeidung von Schadstoffen. 

Gedankenarbeit bedeutet negative Gedanken zu vermeiden und positive Gedanken zu fördern. Negative Gedanken führen zu inneren Verspannungen, zur Zerstörung der Gesundheit und zu schlechten sozialen Beziehungen. Sie sind meistens mit Gefühlen wie Angst, Wut und Sucht verbunden. Positive Gedanken bewirken positive Gefühle und ein konstruktives äußeres Verhalten. Positive Gedanken erhalten wir durch Nachdenken, Selbstbesinnung, positive Vorsätze und das Lesen in positiven Büchern.

Wichtig ist die beständige innere Achtsamkeit auf die Gedanken, die Gefühle und die positiven Lebensgrundsätze (Liebe, Frieden, Wahrheit, Kraft, Glück).   Wichtig ist es bei jeder geistigen Lehre, dass wir immer gut in Kontakt mit uns selbst, unserer inneren Wahrheit und unserer Liebe sind. Eine geistige Lehre gibt uns eine Orientierung. Für die richtige Anwendung in unserer konkreten Situation sind wir selbst zuständig. Was tut uns gut? Was bringt uns auf dem Weg des Glücks voran? Was dient dem Aufbau einer glücklichen Welt?

Der einfachste Weg einer geistigen Glückspraxis ist es sich jeden Tag mit seinem spirituellen Vorbild zu verbinden. Bitte Amitabha um Führung und Hilfe auf deinem Weg. Visualisiere dich als Buddha der Liebe und sende allen Wesen Licht. Dann spüre jeden Tag in dich hinein und finde heraus, was du brauchst. Lebe in Kontakt mit deiner inneren Weisheit. Gestalte kreativ deinen spirituellen Weg. Verliere nie dein spirituelles Ziel aus den Augen.

Sehr hilfreich ist das tägliche Lesen in einem spirituellen Buch. Wir brauchen nicht viel zu lesen. Eine Seite, ein kleiner Text, eine Meditation am Tag reicht aus, um uns dauerhaft auf dem Weg des Glücks zu halten. Überlege dir deine tägliche Glückspraxis. Was ist dein spiritueller Weg? Welches Vorbild inspiriert dich und gibt dir Kraft für ein positives Leben? Welche Übungen und Meditationen willst du regelmäßig praktizieren?

Richtiges Denken und Handeln

Es gibt in der Psychologie zwei Richtungen. Die eine Richtung betont das rationale (vernunftgemäße) Denken und die andere Richtung das positive Denken. Ich habe eine Ausbildung in rational-emotiver Therapie (kognitiver Verhaltenstherapie) gemacht. Dort wurde das rationale Denken betont und das positive Denken als unwissenschaftlich abgelehnt.

Ich habe aber festgestellt, dass diese Position falsch ist. Das rationale Denken und das positive Denken haben ihre Stärken und Schwächen. Wir brauchen beides. So können wir die Schwächen überwinden und die Stärken kombinieren.

Ich möchte dazu ein Beispiel geben. Es gibt das Leid im Leben. Die Position des rationalen Denkens wäre es, dass Leid einfach anzunehmen. Wir können es vermeiden, soweit es geht. Und ansonsten akzeptieren wir die Dinge so wie sie sind. Das hilft vielen Menschen. Aber für viele Menschen genügt es nicht. Sie können mit dieser Position nicht ins innere Gleichgewicht kommen. Sie können nicht zum Glück und zur Harmonie finden. Dazu brauchen sie zusätzlich das positive Denken. Sie müssen sich auf das Positive im Leben konzentrieren. Sie müssen bewußt das Positive sehen und leben. Sie müssen auch das Positive im Leben spüren.

Die Gefahr beim positiven Denken ist, dass wir ein falsches Bild von der Realität bekommen, weil wir negative Dinge zu stark ausblenden. Wir sehen beim Leid nicht ausreichend hin und sind dadurch in unserer Handlungsfähigkeit beeinträchtigt. Wir verdrängen Probleme und können sie deshalb nicht lösen. Wir verdrängen negative Gefühle und können sie deshalb nicht auflösen.

Buddha spricht vom richtigen Denken. Was ist richtiges Denken? Zunächst scheint es in die Richtung von rationalem Denken zu gehen. Richtiges Denken ist vernünftiges Denken. Andererseits gibt es im Buddhismus ein großes Wertesystem. Es gibt das Ziel der Erleuchtung. Es gibt die Ziele von innerem Frieden, umfassender Liebe und allgemeinem Glück. Es gibt positive spirituelle Vorbilder (Gottheiten-Yoga). Buddha selbst kann man als positives Vorbild ansehen. Wenn wir genau hinsehen ist der Buddhismus eine Mischung aus rationalem und positivem Denken.

Der Schwerpunkt ist individuell und auch von Meister zu Meister und von buddhistischer Richtung zu Richtung verschieden. Im Theravada betont man den inneren Frieden. Im Mahayana richtet man das Hauptaugenmerk auf die Liebe und damit auf das Positive. So kommt man schnell zum positiven Denken. Der tibetische Meister Tsongkhapa spricht deshalb auch davon, dass Meditation und positives Denken zusammen der Hauptweg zur Erleuchtung sind. Wenn wir Thich Nath Hanh und den Dalai Lama betrachten, finden wir hier viele Elemente des positiven Denkens. Buddha dagegen betont eher die Ruhe und die Vernunft.

Wir müssen unseren persönlichen Weg finden. Wichtig ist erst mal, dass im Buddhismus ein Zusammenhang zwischen Gedanken, Gefühlen und der Erleuchtung gesehen wird. Der Buddhismus ist ein Weg des Mentaltrainings. Genauso wie es der Yoga nach Patanjali ist. Ob wir es jetzt rationales Denken, richtiges Denken oder positives Denken nennen, ist zunächst egal. Entscheidend ist, wie wir es inhaltlich füllen. Für mich ist die Ausrichtung auf das Positive wichtig und ich verwende deshalb gerne den Begriff positives Denken. Andererseits bin ich auch ein Anhänger des klaren Verstandes und des Auslebens von Gefühlen.

Durch die Gedankenarbeit zum inneren Glück und zur Erleuchtung

Die psychologische Lerntheorie geht davon aus, dass Gedanken gelernt werden können. Ein Sportler trainiert einige Wochen oder Monate ein äußeres Verhalten. Er übt bestimmte Verhaltensweisen ein und nach einiger Zeit beherrscht er sie.

Gedanken können wir als das innere Verhalten eines Menschen verstehen. Wenn wir bewusst längere Zeit ein positives geistiges Verhalten gezielt einüben, dann gewöhnt sich unser Geist an das positive Denken. Er reagiert auf bestimmte äußere Situationen automatisch mit positiven Gedanken.

Wie lernt man positive Gedanken? Der Lernweg besteht aus vier Schritten. Als erstes brauchen wir ein positives Gedankensystem, das zu uns passt. So eine positive Lebenslehre ist der Buddhismus. Er lehrt, das innere Glück (die Erleuchtung, das Nirwana, die umfassende Liebe) zum Zentrum des Lebens zu machen. Die Essenz sind die fünf Eigenschaften Weisheit, Frieden, Liebe, Selbstdisziplin und Glück. Diese fünf Eigenschaften üben wir jeden Tag.

Der zweite Schritt ist es, positive Gedanken systematisch einzuüben. Am besten besinnen wir uns jeden Morgen auf unser spirituelles Ziel und unseren spirituellen Weg. Wir stellen uns auf jeden Tag positiv ein. Wir stehen mit einem positiven Gedanken auf. Wir bewahren den Gedanken tagsüber. Und abends denken wir noch einmal über den Tag nach und überlegen, was wir am nächsten Tag besser machen können.

Wir spüren in unsere negativen Gefühle (Angst, Wut, Trauer, Sucht) hinein. Welcher negative Gedanke ist damit verbunden? Mit welchem positiven Gedanken können wir ihn überwinden? Hilfreiche positive Gedanken sind: „Ich lebe als Sieger. Ich erreiche meine Ziele. Ich gehe mit Ausdauer meinen Weg. Ich lebe in der Wahrheit, Richtigkeit und Weisheit. Weisheit ist es, positiv zu denken und innerlich glücklich zu sein. Weisheit ist es, als spiritueller Mensch (Glücksphilosoph, Glücksmensch, Buddha, Yogi) zu leben. Weisheit ist es sein Leben so zu organisieren, dass man seine Gesundheit bewahrt und in seinem inneren Glück wächst.“

Wir üben die fünf Eigenschaften Frieden, Liebe, Weisheit, innere Kraft und inneres Glück so, dass sie uns gut tun. Wir sehen uns jeden Tag genau an und überlegen uns, welche positive Strategie für diesen konkreten Tag am besten geeignet ist. Wir legen unsere Ziele fest und machen einen positiven Tagesplan. So wachsen wir jeden Tag ein kleines Stück weiter ins Licht.

Der dritte Schritt besteht darin, den ganzen Tag über konsequent die Gedanken zu beobachten und alle negativen Gedanken sofort zu stoppen. Wenn wir einen negativen Gedanken erkennen, schieben wir ihn sofort weg. Wir überlegen, welcher Gedanke jetzt richtig ist. Wir entwickeln einen positiven (richtigen) Gedanken und setzen ihn an die Stelle des negativen Gedankens. Wenn wir das langfristig machen, werden unsere negativen Gedanken immer weniger und unsere positiven Gedanken immer mehr.

Die ständige Gedankenbeobachtung ist die Essenz des positiven Denkens. Oft reicht schon die ständige Beobachtung aus, um unsere negativen Gedanken im Laufe der Zeit immer mehr zu überwinden. Wir sind uns unserer negativen Gedanken bewusst und haben sie dadurch schon wesentlich ihrer Macht beraubt.

Manchmal müssen wir aber auch kraftvoll intervenieren. Und gerade am Anfang unseres Weges sollten wir längere Zeit relativ streng mit unseren Gedanken sein. Wenn unsere inneren Kinder erst einmal gut erzogen sind, können wir ihnen später etwas mehr Freiheit geben.

Der vierte Schritt besteht in der Stabilisierung des richtigen Denkens. Es ist nicht einfach den ganzen Tag seine negativen Gedanken zu kontrollieren. Wir brauchen starke Helfer, damit wir langfristig auf unserem Weg des inneren Glücks bleiben.

Solche Helfer sind das tägliche Gebet zu einem erleuchteten Meister, das tägliche Lesen in einem spirituellen Buch, die tägliche Meditation, die Yoga-Übungen (Kundalini-Yoga, Gottheiten-Yoga) und das Spazierengehen. Wir können einmal in der Woche zu einer spirituellen Gruppe gehen. Und einmal im Jahr sollten wir ein spirituelles Retreat besuchen.

Sehr gut ist es, mehrere Helfer über den ganzen Tag zu verteilen. Wir können zum Beispiel morgens vor dem Aufstehen einen positiven Tagesvorsatz fassen. Dann machen wir einige Yoga-Übungen. Wir lesen einige Seiten in einem positiven Buch. Wir ziehen eine Orakelkarte. Tagsüber gehen wir etwas und abends machen eine längere Meditation. Gut ist es auch mindestens einmal am Tag mit einem positiven Menschen zu reden und einen positiven Freundeskreis zu haben.

Wir schaffen uns kreativ unser System der täglichen Glücks-Übungen. Wir bauen so viele Übungen in für uns richtigen Abständen in den Tag, dass wir uns beständig auf dem Weg des inneren Friedens halten. Wir bleiben mit Ausdauer auf unserem Weg der Weisheit und des Glücks. Wenn wir einmal vom Weg abfallen, stehen wir am nächsten Tag sofort wieder auf.

In besonders schwierigen Situationen hilft der ständige Wechsel von liegen (Meditation, Musik hören), lesen (Gebet, Mantra, Singen), gehen (Yoga, Sport) und Gutes tun (anderen Menschen etwas Gutes tun, Briefe schreiben, kreativer Karma-Yoga). Wann brauche ich welche Tätigkeit auf welche Art wie lange? Wir praktizieren so lange liegen, lesen, gehen und Gutes tun ohne Pause nacheinander im Wechsel, bis sich unsere negativen Emotionen (Angst, Wut, Trauer, Sucht) beruhigt haben.

Techniken der Gedankenarbeit

Die Grundtechnik der Gedankenarbeit ist das Nachdenken. Denke über dich, das Leben oder deine Situation nach. Löse dein Problem und du kommst in dir zur Ruhe. Wenn es keine Lösung gibt, dann nimm die Dinge einfach so an wie sie sind. Das Leben muss nicht perfekt sein. Ein Erleuchteter ist glücklich in einer unperfekten Welt. Das Annehmen der unperfekten Welt kann ein Weg der Erleuchtung sein.

Finde deinen Weg der Weisheit. "Mein Weg der Weisheit ist ..." Überlege einfach nur, was im konkreten Moment richtig ist. Ist es richtig zu handeln oder nicht zu handeln? Was muss getan werden? Tue es. Und denke nicht zu viel nach. Lebe vorwiegend im Sein und in der Gedankenruhe.

Wenn du ein Problem im Moment nicht lösen kannst, dann lasse es los. Nimm dir jeden Tag eine bestimmte Zeit um darüber nachzudenken. Im Laufe der Zeit wirst du eine Lösung finden.

Meistens finden wir durch das gründliche Nachdenken einen Gedanken, der uns innerlich zur Ruhe kommen lässt. Wenn uns kein solcher Gedanke einfällt, müssen wir gründlich unser Inneres erforschen. Welche Gefühle gibt in dir? Wut, Trauer, Angst, Sucht/Sehnsucht? Was ist dein vorwiegendes Gefühl? Welches Problem ist damit verbunden? Welcher  Gedanke zeigt sich, wenn du in dein Gefühl spürst? 

Gefühle von Angst, Wut, Trauer und Sucht kann man auflösen, wenn man den negativen Gedanken findet, der das Gefühl auslöst. Welcher positive Gedanke hilft uns diesen negativen Gedanken aufzulösen? Hier müssen wir manchmal sehr kreativ sein. Welcher Gedanke ist stark genug, den negativen Gedanken zu besiegen?

Wenn diese Techniken nicht helfen, dann übe dich in der Gedankenbeherrschung. Stoppe deine negativen Gedanken. Meditiere, denke ein Mantra, lenke dich durch Lesen oder Videos ab. Oft ist es auch gut mit anderen Menschen zu reden. Die Hälfte aller Probleme verschwindet, wenn wir uns mit einem guten Freund darüber austauschen können. Hast du keinen guten Freund, verbinde dich geistig mit deinem spirituellen Meister. Erzähle ihm deine Probleme. Ziehe eine Orakelkarte (Buddha Orakel) und du wirst eine Antwort bekommen, die dir weiterhilft.

Negative Gedanken kannst du mit einem Mantra stoppen. Finde dein persönliches Mantra. Denke so lange "Stopp" oder ein anderes Mantra (z.B. einen Satz der Weisheit), bis der negative Gedanke verschwindet. Wiederhole das in Krisenzeiten immer wieder. Irgendwann wirst du dein negativen Denken besiegt haben. In dir werden Gefühle wie Glück, Liebe und Frieden entstehen.

Eine große Hilfe sind Vorstellungsübungen. Mache eine Phantasiereise. Stelle dir vor, wie eine Lösung deines Problems aussehen könnte. Visualisiere dich in einem glücklichen Leben. Spiele belastende Situationen gedanklich durch. Lebe alle Gefühle aus und komme dadurch in dir zur Ruhe. Finde einen Gedanken, der dir hilft.

Orientiere dich durch positive Vorsätze auf eine positive Zukunft. Gehe mit einem positiven Vorsatz durch den Tag. Was gibt dir heute Kraft deinen Tag positiv zu bewältigen? Was gibt dir Hoffnung und Zuversicht in deinem Leben? Beginne jeden Tag mit einem positiven Vorsatz. Überlege am Abend, ob du deinen Vorsatz gut umgesetzt hast. Was kannst du am nächsten Tag besser machen? Entwickel deinen Plan eines positiven Lebens. Setze ihn konsequent um. So leben Sieger.

Belohne dich, wenn du deine guten Vorsätze umgesetzt hast. Dein inneres Kind liebt Belohnungen. So motivierst du dich auf deinem spirituellen Weg zu bleiben. Es müssen keine große Belohnungen sein. Manchmal genügt ein Keks oder eine schöne Blume. Manchmal braucht man aber auch positive Visionen, um die Kraft für ein positives Leben zu haben. So eine positive Vision ist die Erleuchtung, das dauerhafte Leben im inneren Frieden und Glück. Ein solche Vision kann auch das Ziel einer glücklichen Welt sein. Finde deinen Weg das Glück und die Liebe in der Welt zu verbreiten. Das wird dich glücklich machen und deine negativen Gedanken besiegen.

Die tägliche Selbsterforschung

Nils: "Heute wachte ich auf und dachte: "Irgendetwas stimmt nicht." Es gibt einige Katastrophen in meinem Leben und ich brauche mein inneres Glück, um sie gut zu überstehen. Doch wo war mein inneres Glück? Ich wusste, dass ich im Moment eine relativ starke Energie habe. Ich müsste also aus mir selbst heraus glücklich sein. Ich müsste in einer Wolke aus Glück leben. Doch wo war die Wolke? "

Swami Sivananda lehrt als wichtigste Technik auf dem spirituellen Weg die tägliche Selbsterforschung. Man muss sich genau beobachten, damit man nicht auf Abwege gerät. Das Ego drängt gerne in falsche Richtungen wie Sucht, Wut oder Angst. Damit Gesundheit, innerer Frieden und Glück in einem Menschen wachsen, muss man in einer materialistisch orientierten Welt sehr klug leben. Man darf seine Energie nicht in äußeren Dingen verbrauchen. Man darf sich nicht in der Sucht nach äußerem Glück, anderen Menschen und schönen Dingen verlieren. Man muss gut auf sich achten. Man muss erkennen, wenn etwas falsch läuft.

Zum Glück kann ich Energien spüren. Ich spürte deshalb genau hin und erforschte, wo meine Energie abgeblieben war. Gestern hatte ich einen spannenden Film gesehen und einige andere schöne Dinge getan. Dort hing ein Teil meiner Energie noch fest. Ich hatte mich mit leidvollen Dingen beschäftigt. Auch dort hing meine Energie, in Ängsten und falschen Wünschen.

Also holte ich meine Energien zurück. Ich ließ diese Dinge los. Ich löste meine Ängste und Süchte auf. Ich konzentrierte mich auf das spirituelle Ziel, auf mein spirituelles Vorbild und auf meinen spirituellen Weg. Ich kam in mir zur Ruhe und alle Anhaftungen lösten sich von alleine auf. Plötzlich war ich wieder im Frieden, in der Ruhe, in meiner Energie und im Glück. Meine Glückswolke war wieder da.

Wenn man als spiritueller Helfer (Bodhisattva) nicht in sich selbst ruht und aus sich selbst heraus glücklich ist, dann wird der Weg des Helfens schnell ein Suchtweg. Man will von seinen Mitmenschen Anerkennung, Liebe und Energie haben. Dann stärkt man auf diesem Weg sein Ego und verliert sein spirituelles Ziel. Davor schützt einen nur die tägliche ehrliche Selbsterforschung. Dann kann man die Maßnahmen ergreifen, die einen wieder zum inneren Frieden und Glück führen. Man kann die jeweils richtigen spirituellen Übungen erkennen. Und man weiß wie viel Ruhe und Abgeschiedenheit von weltlichen Energien man braucht.

Besinne dich jeden Tag auf deinen spirituellen Weg

Kyobutsu-bo sagte: "Mag meine tägliche Existenz armselig sei, mein Herz ist erhoben." (Buddhismus krass, Seite 154)

Kommentar = Unser spirituelles Ziel erhebt uns über unseren Alltag. Wenn wir nach Erleuchtung streben, dann gibt das unserem Leben einen tieferen Sinn. Wenn wir das Paradies vor Augen haben und jeden Tag unsere spirituellen Übungen machen, dann verwandelt sich unsere Welt immer mehr in ein Paradies. Wir entfalten unser inneres Glück. Unsere inneres Glück bewirkt eine grundlegend positive Psyche. Wir können das Positive in unserer Welt sehen. Unser Geist konzentriert sich automatisch auf das Gute und Schöne. Und wir brauchen nicht mehr viel äußeres Glück, weil wir innerlich bereits glücklich sind. Bereits kleine Dinge genügen, um uns zu erfreuen. 

Wir gehen bei Regen und bei Sonnenschein positiv gestimmt durch unser Leben. Wir leben im Wesentlichen. Das Wesentliche ist unser spirituelles Ziel, unsere tägliche spirituelle Übung und die Liebe zu unseren Mitwesen. Wir brauchen nur ein kleines Mantra, um uns jeden Tag immer wieder auf das Wesentliche zu besinnen und den großen Gewinn eines spirituellen Lebens zu erhalten. "Ich bin ein Buddha des Lichts. Ich lebe im Licht. Ich gehe den Weg des Lichts. Ich sende alle Wesen Licht. Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben. Om alle erleuchteten Meister. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg."

Finde dein Ritual, dass dich jeden Tag ins Licht bringt. Denke morgens, mittags und abends ein Mantra. Visualisiere dein spirituelles Vorbild. Richte dir einen kleinen Altar ein. Stelle eine Statue auf. Hänge ein Bild an die Wand. Platziere ein Bild von Buddha in deinem Computer. Mache so viele spirituelle Übungen am Tag, dass du beständig im Wesentlichen lebst und im Licht bleibst. Lebe mit einem erhobenen Herzen.

Kreative Meditation

Wie baut man seine Energie wieder auf? Zuerst braucht man ausreichend Ruhe. Wenn man genügend in der Ruhe lebt, wendet sich die Energie nach innen und heilt den Körper und den Geist. Es entsteht innerer Frieden und Glück. Es ist also gut sich regelmäßig ausreichende Zeiten der Entspannung und Erholung zu geben. Es ist gut jeden Tag eine bestimmte Zeit zu meditieren.

Die einfachste Form der Meditation ist es sich hinzusetzen oder hinzulegen, den Körper zur Ruhe zu bringen und die Gedanken und Gefühle zu beobachten. So erkennen wir was in uns ist. Wir drängen die Gefühle nicht weg, sondern spüren in unsere Wut, Trauer, Angst und Sucht. Wir lassen unsere Gefühle und Gedanken sich selbst ausleben. Nach und nach kommen sie zur Ruhe. Wir sitzen so lange in der Meditation bis Frieden und Harmonie in uns entstehen. Das kann 15 Minuten oder länger dauern.

Diese einfache Form der Meditation können wir vertiefen, wenn wir am Anfang der Meditation einige Energieübungen machen. Ich nenne das die Zweistufen-Meditation. Wir können einige Minuten bewusst unsere Gedanken stoppen. Wir können unseren Atem beobachten oder ein Mantra denken. Ich aktiviere zu Beginn meiner Meditation etwa fünf Minuten durch Atemübungen, Visualisierungen und Mantras meine Kundalini-Energie. Ich visualisiere mich in einer schönen Natur (Umwelt) und sende allen meinen Freunden Licht.

Ich lasse Licht um mich herum kreisen und hülle mich mit Licht ein. Ich denke mehrmals das Mantra: "Ich sende Licht zu allen meinen Freunden. Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben." Wenn ich diese Übungen mit Gefühl und innerem Gespür mache, erwecke ich dadurch meine Energie und mein inneres Glück. Dann geschieht Meditation mühelos von allein. Das ist die zweite Stufe. In der zweiten Stufe ruhe ich einfach nur entspannt in der Meditation und genieße die Energie.

Ich praktiziere den Weg der kreativen Meditation. Ich spüre immer genau hin, was mir gerade gut tut. Ich finde jeden Tag aufs Neue meinen Weg der effektiven Heilung und des inneren Glücks.

Ich gehe jeden Tag dreimal eine halbe Stunde spazieren. Auch dabei meditiere ich mit der Zweistufen-Meditation. Manchmal mache ich als Ergänzung Yogaübungen wie die Kerze und das Radfahren. Durch Yoga kann man gezielt und sehr effektiv innere Verspannungen auflösen und die Lebensenergie aktivieren. Des Weiteren ziehe ich jeden Tag eine Orakelkarte (Buddha Orakel) und lese eine Seite in einem spirituellen Buch, um mich im positiven Denken zu stärken und meine spirituelle Motivation zu bewahren.

Hilfreich für mich ist auch das spirituelle Singen. Ich spiele auf meiner Ukulele und singe indische Mantras, deutsche Volkslieder und Kinderlieder. Ich fühle dabei in die Energie der Lieder hinein, spüre was ich gerade brauche, bei Trauer traurige Lieder, zur Motivation spirituelle Lieder und zur Erweckung des Glücks fröhliche Lieder. Das Singen wirkt bei mir wie ein Mantra. Es zieht durch meinen Körper, löst meine Blockaden auf und aktiviert meine Energie. Singen ist für mich im Moment ein wichtiger spiritueller Weg. Vor allem kann ich damit auch meine demente Mutter glücklich machen und spirituell voran bringen.

Ansonsten arbeite ich auf meine Art jeden Tag etwas für eine glückliche Welt. Das hilft hoffentlich einigen anderen Menschen und bringt jedenfalls mich in die Energie der umfassenden Liebe. Es ist wichtig, dass wir einen persönlichen Weg der Liebe und des Karma-Yoga haben. Und einen erleuchteten Meister, der uns auf unserem Weg hilft. 

Der persönliche spirituelle Weg
Der Dalai Lama gab mir in einem Traum die Belehrung vom persönlichen spirituellen Weg. Ich sollte in meinem Buch den Menschen den persönlichen spirituellen Weg erklären. Der persönlich richtige spirituelle Weg beginnt mit einer genauen Erforschung seiner selbst. Wo ist etwas zu heilen? Welche Techniken helfen? Was bringt einen ins erleuchtete Sein? Was bringt einen in die umfassende Liebe? Was bringt einen ins dauerhafte Glück?

Es gibt viele spirituelle Wege. Es gibt den Weg des Eremiten. Das ist normalerweise der schnellste Weg zur Erleuchtung. Es gibt den Weg des Mönchtums. Viele Menschen brauchen eine Gemeinschaft, um auf dem spirituellen Weg bleiben zu können. Es gibt aber auch den Weg in einer Beziehung. Auch dieser Weg bietet ein spezielles Wachstumspotential. Es geht hierbei nicht nur um tantrischen Sex (sanfter Sex), sondern vor allem um die sensible Ausrichtung auf einen anderen Menschen. Man muss seinen Partner genau sehen und mit ihm richtig umgehen, wenn man eine erfolgreiche Partnerschaft haben will. In einer Partnerschaft hat man meistens wenig Zeit für die Meditation, aber viel Gelegenheit sich in der umfassenden Liebe, im Geben und in der Egoüberwindung zu üben. 

Man muss radikal die Erleuchtung wollen, wenn man spirituell erfolgreich sein will. Nur so kann man die weltlichen Anhaftungen durchschneiden. Nur so hat man die Kraft seine Ich-Anhaftung zu überwinden. Nur durch eine gewisse Radikalität hat man Erfolg auf dem spirituellen Weg. Dann kann man in einem Leben zur Erleuchtung kommen, wie es der tibetische Buddhismus lehrt. Und man braucht ein genaues Gespür für sich selbst. Man muss seine innere Weisheit entwickeln. Ohne Weisheit geht es nicht. Sonst macht man die falsche Übungen oder die richtigen Übungen auf eine falsche Weise. 

Ich persönlich hatte viele verschiedene Phasen auf meinem spirituellen Weg. Zuerst habe ich in einer Beziehung gelebt, als Rechtsanwalt gearbeitet und und jeden Tag drei Stunden meditiert. Ich habe viele erleuchtete Meister besucht, bekam viele Einweihungen und brach oft für kurze Zeit zur Erleuchtung durch. Dann erwachte in mir der Wunsch als abgeschiedener Yogi zu praktizieren. Zufällig zerbrach meine Beziehung, ich bekam etwas Geld und konnte in ein Haus in der Natur ziehen. Ich gab meinen Rechtsanwaltsberuf auf und wurde Yogalehrer. So konnte ich mir etwas Geld nebenbei verdienen und hatte auch etwas Kontakt zu anderen Menschen. 

Fünfzehn Jahre praktizierte ich radikal als Yogi. Zuerst suchte ich gründlich den zu mir passenden spirituellen Weg und die für mich wirksamen Übungen. Ich nahm an vielen Kursen und Ausbildungen teil. Nach vier Jahren entdeckte ich den sensiblen spirituellen Tagesplan aus Meditation, Gehen, Lesen, Gedankenarbeit, Gutes tun und etwas Genuss als meinen persönlich effektiven spirituellen Weg. Ich meditierte jeden Tag zehn Stunden. Ich löste damit systematisch die Verspannungen im Körper und im Geist auf und hatte nach einem halben Jahr viele spirituelle Durchbrüche. 

Nach der radikalen Zeit praktizierte ich fünfzehn Jahre einen sanften spirituellen Weg mit viel Gemächlichkeit und Lebensfreude. Die Erleuchtung entwickelte sich jetzt weitgehend von alleine. Ich brauchte nicht mehr viele Übungen zu machen. Ich musste nur in der Ruhe leben und auf meine Gedanken achten. Ich wurde wieder geselliger, fand viele Freunde im Internet und einen kleinen Freundeskreis, mit dem ich regelmäßig per Mail, Skype oder Telefon Kontakt hatte.

Vorher hatte ich sehr unter der Einsamkeit gelitten. Jetzt löste sich das Einsamkeitsgefühl langsam auf. Es verschwand völlig, als ich nach 30 Jahren als Yogi wieder eine Beziehung zu einer Frau einging. Jetzt verbinde ich Beziehungsleben mit meinem Weg als Yogi. Hier ist es eine große Übung das erleuchtete Sein auch in einer Partnerschaft zu bewahren. Und gemeinsam mit anderen ins Licht zu wachsen.

Neben meinen verschiedenen spirituellen Phasen habe ich mich auch mit vielen philosophischen, psychologischen und religiösen Wegen beschäftigt. Ich habe festgestellt, dass alle diese Wege unterschiedliche Schwerpunkte und Energien haben. Sie waren zu bestimmten Zeiten jeweils sehr hilfreich für mich. Ich habe mich mit dem Christentum, dem Buddhismus, dem Hinduismus, dem Taoismus, dem Islam und der westlichen Philosophie beschäftigt. Nach meiner Erfahrung haben alle diese Wege letztlich das gleiche Ziel, auch wenn sie es unterschiedlich nennen. 

Das Zentrum des Lebens ist das erleuchtete Sein. Aber auch die Liebe ist wichtig. Durch den Bodhisattva-Weg kann man in eine sehr tiefe Dimension der Liebe gelangen. Ich vertrete deshalb den Doppelweg der Liebe zur Erleuchtung (zum inneren Glück) und der Liebe zu allen Wesen. Und es geht darum genau sich selbst zu leben, seinen persönlichen Weg der Selbstverwirklichung, des Glücks und der Liebe zu finden. Das ist aus meiner Sicht der Weg des höchsten Glücks. 

Diskussion

Anand (atheistischer Budddhist): Es ist offensichtlich, daß nicht alle Religionen das Gleiche lehren. Buddha lehrt die Nichtexistenz Gottes und einer Seele. Der Hinduismus behauptet sie. Ehrlich gesagt gibt es nicht einmal die Einheit des Hinduismus. Lass doch einfach die Pluralität der Wege zu. Die Wege sind grundsätzlich verschieden. Einmal es gibt jenseitige Welten, zum anderen es gibt sie nicht. Ich versteh nicht, wie man sagen kann, dass das dasselbe ist.

Nils: Lieber Anand, ich finde unsere Diskussion gut, weil sie viele grundlegende Dinge klärt. Auch innerhalb des Buddhismus wird darüber diskutiert. Ich stelle fest:

1. Es gibt nur eine höchste Wirklichkeit. Es kann deshalb nur eine Wahrheit geben. Verschiedene Religionen sind hilfreich, damit man über die höchste Wahrheit diskutieren kann. Wirklich begreifen können wir sie nur in der Erleuchtung. Jede Religion hat ihren Namen für diese höchste Wirklichkeit.

2. Ich habe erfahren, dass es die Wiedergeburt gibt. Ich habe meine früheren Leben gesehen.

3. Die moderne Nahtodforschung hat nachgewiesen, dass der Mensch eine Seele hat, die unabhängig vom Körper denken und beobachten kann. Diese Seele kann man natürlich buddhistisch als Bewusstseinskontinum bezeichnen.

4. Buddha hat bei der Erleuchtung seine früheren Leben gesehen. In dem buddhistischen Standartwerk (Herder Verlag, 1992) "Die Reden des Buddha" von Hermann Oldenberg (Buddhismusforscher) steht über die Erlangung der Buddhaschaft: "Mit gesammeltem Geist wandte ich mich hin auf die Erinnerung und Erkenntnis meines früheren Daseins. So erinnerte ich mich an viele frühere Existenzen. Dort war ich mit dem und dem Namen. Von da schied ich und wurde dort wiedergeboren..." Dementsprechend sagt auch Wikipedia, dass der Buddhismus die Reinkarnationslehre vertritt. Der Hinduismus betont die Kontinuität der Seele und der Buddhismus die Eigenständigkeit der einzelnen Inkarnationen. In der Sache sehe ich da keinen Unterschied. Beides ist gleichzeitig wahr. Es gibt Kontinuität verbunden mit Eigenständigkeit.

5. Die buddhistische Lehre würde keinen Sinn machen, wenn es keine Wiedergeburt gäbe. Warum soll man viele Jahrzehnte nach Erleuchtung streben, wenn nur wenige das Ziel erreichen. Die Mehrzahl würde ihr Leben vergeuden, wenn sie die Früchte des Übens nicht in das nächste Leben mitnehmen könnte. Im Yoga heißt es, dass der Yogi sein Üben von Leben zu Leben fortsetzt, bis er das Ziel der Erleuchtung erreicht. So kommen alle spirituellen Menschen im Laufe der Zeit zum Ziel.

6. Buddha hat den Schwerpunkt seiner Lehre auf das Erlöschen des Selbst gelegt. Deswegen betont er die Leerheit (das Nichtselbst, die Egolosigkeit). Im tibetischen Buddhismus wird die Fülle (viel Energie, Liebe, Frieden, Glück) betont. In der Erleuchtung gibt es Leerheit (Nichts) und Einheit (Fülle, Etwas) gleichzeitig.

7. Die früheren Leben zeigen sich erst ab einer bestimmten Stufe des Weges. Ein Mensch kann auf einer niedrigen Stufe erleuchtet sein, und trotzdem keinen Kontakt zu seinen früheren Leben haben. Insofern können sogar manche Erleuchtete ehrlich behaupten, dass es keine Wiedergeburt gibt.

8. Es gibt viel Verwirrung in den Religionen. Ich bin der Meinung, dass alle vollständig erleuchteten Meister wie Buddha, Jesus, Swami Shivananda, Sai Baba, Amma und Mutter Meera das Gleiche sehen. Sie drücken es aber oft in verschiedenen Worten aus.

9. Ich bin für Meinungs- und Religionsfreiheit. Ich lasse die Pluralität der Meinungen und Religionen zu. Mit einem atheistischen Buddhismus kann ich gut leben.

10. Ich vertrete die Einheit aller Religionen. Das bedeutet, dass alle Religionen zusammenarbeiten sollten. Sie sollten für eine bessere Welt und für Werte wie Liebe, Frieden und Wahrheit eintreten. Meinungsunterschiede zwischen den Religionen dürfen selbstverständlich weiter existieren.

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