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Wikipedia: Der Begriff Reinkarnation (lateinisch ‚Wiederfleischwerdung‘ oder ‚Wiederverkörperung‘) bezeichnet Vorstellungen der Art, dass eine (zumeist nur menschliche) Seele oder fortbestehende mentale Prozesse (so oft im Buddhismus verstanden) sich nach dem Tod erneut in anderen empfindenden Wesen manifestieren. Vergleichbare Konzepte werden etwa auch als Seelenwanderung oder Wiedergeburt bezeichnet. „Außerkörperliche Erfahrungen“ werden oft in Zusammenhang mit dem Begriff Reinkarnation gebracht. Der Reinkarnationsglaube ist dogmatischer Bestandteil der Weltreligionen Hinduismus und Buddhismus.

In den ältesten Texten des indischen Hinduismus, den Veden, kommt die Idee der Reinkarnation noch nicht vor. In den Upanishaden, deren älteste auf die Zeit von etwa 800 bis 600 v. Chr. datiert werden, ist sie jedoch ein wesentliches Thema. Nach hinduistischer Vorstellung ist der Mensch in seinem innersten Wesen eine unsterbliche Seele (Atman), die sich nach dem Tode des Körpers in einem neu in Erscheinung tretenden Wesen – einem Menschen, einem Tier oder auch einem Gott (Deva) – wieder verkörpert. In welcher Art von Wesen das Individuum wiedergeboren wird, hängt von den Taten in vorherigen Existenzen ab, woraus sein Karma resultiert.

Wo der Jiva sich nach dem Tod des Körpers bis zur erneuten Verkörperung aufhält, darüber bieten hinduistische Überlieferungen keine eindeutigen Angaben. In einigen hinduistischen Richtungen existieren die Motive von Himmel und Hölle (bzw. mehrere davon). Sie schildern verschiedene Himmel, wo der Jiva mit gutem Karma sich eine Weile in überirdischen Freuden aufhalten kann. Doch der Aufenthalt ist in beiden Fällen nicht ewig: Nach einiger Zeit kehrt das Individuum auf die Erde zurück, um wieder und wieder geboren zu werden – bis zur endgültigen Erlösung (Moksha) durch das Aufgehen in der Weltseele (Brahman).

Das Ziel des Hindu besteht darin, den ewigen und mit ständigen Leiderfahrungen verbundenen Kreislauf von Werden und Vergehen (Samsara) zu überwinden. Die Tradition kennt drei klassische Wege, durch die Erlösung erlangt werden kann: den Weg des Wissens (Jnana Yoga), den Weg der Tat (Karma-Yoga) und den Weg der Gottesliebe (Bhakti-Yoga). Viele Denker (etwa Vivekananda) zählen noch einen vierten Weg dazu, Raja Yoga, den „Königsyoga“, der mit speziellen Yogaübungen und Meditation verbunden ist.

Der Buddhismus (entstanden etwa im 5. Jh. v. Chr.) schließt an die Wiedergeburts- und Karma-Lehre der Upanishaden an, lehnt jedoch die Existenz einer ewigen, die Inkarnationen überdauernden Seele ab (Anatta- oder Anatman-Lehre). Wiedergeburt wird hier verstanden als „Bedingtes Entstehen“, indem die Taten eines Menschen und das sich aus ihnen ergebende Karma eine neue Geburt bedingen, ohne dass etwas von der einen Person in die andere übergeht. In der neueren Forschung wird allerdings die Möglichkeit diskutiert, dass der Religionsstifter Siddhartha Gautama selbst nur einer damals herrschenden, bestimmten Vorstellung des Atman widersprochen habe und dass das erst später verabsolutiert wurde.

Die Wiedergeburt kann in Menschenform geschehen, aber auch – bei schlechtem Karma – „im Tierreich, im Reich der Hungergeister und Dämonen, in der Hölle sowie – bei gutem Karma – in einer Himmelswelt. Mit der Erleuchtung endet der Kreislauf der Wiedergeburten (Samsara). Der Erleuchtete kann laut einigen Traditionen jedoch weitere Verkörperungen auf sich nehmen, um anderen Menschen auf dem Weg zur Erleuchtung und Erlösung zu helfen. Das ist der Weg des Bodhisattva, den Gautama Buddha einschlug und der im Mahayana-Buddhismus auch anderen Menschen offensteht.

Empirische Reinkarnationsforschung werden u. a. im Rahmen von Feldforschung gemachte Beobachtungen westlicher Forscher genannt. Bis zum Jahr 2018 sind mehr als 3.000 Fälle dokumentiert worden. Von den 1960er Jahren bis kurz nach der Jahrtausendwende untersuchte Ian Stevenson über tausend Fälle von Kindern, die überwiegend im Alter zwischen zwei und sieben Jahren von früheren Leben erzählten, und wurde dadurch zu einem führenden Forscher auf diesem Gebiet. Seine Arbeiten und Resultate sind umstritten.

Kommentar: Im Buddhismus geht es im Wesentlichen um die Erleuchtung. Ob es ein Leben nach dem Tod und die Möglichkeit einer Wiedergeburt gibt, ist wissenschaftlich umstritten. Buddhisten können an ein Leben nach dem Tod glauben, nicht glauben oder diese Frage offen lassen. Der Vorteil einer Wiedergeburt besteht darin, dass man im nächsten Leben weiter üben kann, wenn man in diesem Leben nicht das Ziel der Erleuchtung erreicht. Nur wenige Buddhisten erlangen in einem Leben die Erleuchtung. Die Möglichkeit der Reinkarnation ist aus dieser Sicht eine Gnade.

Es gibt viele Argumente, die für ein Leben nach dem Tod sprechen. Die Nahtodforschung hat nachgewiesen, dass das Bewusstsein unabhängig vom Körper existieren kann. In der Quantenphysik wird teilweise angenommen, dass ein Jenseits als eine Art Quantenfeld existiert. Buddha hat in der Meditation seine früheren Leben gesehen. Insofern wurde die Reinkarnation zu einem Bestandteil des ursprünglichen Buddhismus. Ich habe im Laufe meines spirituellen Weges ebenfalls meine früheren Leben gesehen. Insofern habe ich keine Zweifel an der Möglichkeit der Wiedergeburt.

Im tibetischen Buddhismus ist die Reinkarnation ein wichtiger Bestandteil des spirituellen Weges. Als Bodhisattva verpflichtet man sich sich so lange auf der Erde zu inkarnieren, bis alle Wesen erleuchtet sind. Es gibt viele Techniken, mit denen man beim Tod spirituell aufsteigen und eine gute Wiedergeburt bekommen kann. Erleuchtete Meister kommen als Tulkus wieder auf die Erde. Es gibt lange Reihen von wiedergeborenen Meistern, wie zum Beispiel beim 14. Dalai Lama und beim 17. Karmapa.

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