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Gutes Karma

Wikipedia: Karma (Pali: kamma „Wirken, Tat“) bezeichnet ein spirituelles Konzept, nach dem jede Handlung – physisch wie geistig – unweigerlich eine Folge hat. Diese Folge muss nicht unbedingt im gegenwärtigen Leben wirksam werden, sondern sie kann sich möglicherweise erst in einem zukünftigen Leben manifestieren. In den indischen Religionen ist die Lehre des Karma eng mit dem Glauben an Samsara, den Kreislauf der Wiedergeburten, verbunden und damit an die Gültigkeit des Ursache-Wirkungs-Prinzips auf geistiger Ebene auch über mehrere Lebensspannen hinweg. Im Hinduismus, Buddhismus und Jainismus bezeichnet der Begriff die Folge jeder Tat, die Wirkungen von Handlungen und Gedanken in jeder Hinsicht. Karma und Wiedergeburt sind in verschiedenen Lehren unterschiedlich miteinander verknüpft. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung ist es nicht das Ziel aller dieser Lehren, kein Karma zu sammeln.

Die Vorstellungen von Karma und Samsara wurden etwa ab dem 6. Jh. v. Chr. in den Schriften nachgewiesen und bilden die Basis für den Hinduismus. Jeder Mensch hat demnach seinen eigenen Dharma (einerseits kosmisches, andererseits soziales Gesetz), den es zu erfüllen gilt, und die Erfüllung ist ausschlaggebend dafür, ob Taten gutes oder schlechtes Karma bewirken. Zu der Frage, wie sich die Früchte der Taten realisieren, gibt es mehrere Auffassungen: (1) die Seele verlässt nach dem Tod den Körper und wird in einem neuen, durch Karma bedingten Leib neu geboren. (2) Die Vergeltung findet teils im Jenseits, teils in der neuen Existenz statt. (3) Gutes Karma kann eine zeitlich begrenzte Seligkeit im „Himmel“ erwirken, schlechtes Karma dagegen einen Aufenthalt in der „Hölle“, jedoch nicht als endgültiger Zustand, sondern z. B. im Wechsel mit der Tiergeburt. Alle guten Werke können religiöse Verdienste (punya) schaffen, die Karma abbauen. Solche besonderen Verdienste erwarten sich Gläubige etwa von religiösen Riten, Fasten, Wallfahrten oder Geschenke an Brahmanen sowie allgemeine Mildtätigkeit (danam) und Tempelbauten.

Der Mensch ist dabei frei und für sein Karma unbedingt selbst verantwortlich. Aber obwohl Karma ein Gesetz von „Ursache und Wirkung“ bedeutet, vertrauen besonders Gläubige der Bhakti-Richtungen auch auf die bedingungslose Gnade Gottes, welche die Wirkung von Karma vernichten und den Menschen erretten kann. Wichtig ist, dass selbst eine vordergründig „schlechte“ Tat eine gute Wirkung zur Folge haben kann, wenn die Beweggründe rein und ohne Selbstnutz waren.

Auch im Buddhismus spielt das Karma eine große Rolle. Karma, an dessen Stelle buddhistische Autoren auch die Begriffe „Prägungen“ oder „Samen“ verwenden, bezieht sich auf das sinnliche Begehren und das Anhaften an den Erscheinungen der Welt und die daraus folgenden Gedanken und Taten. Alles Handeln und Denken bewirkt Karma und führt somit zu weiteren Verstrickungen in der Welt. Ziel der buddhistischen Praxis ist es, kein Karma mehr zu erzeugen und somit diesen Kreislauf (vgl. Samsara) hinter sich zu lassen (vgl. Nirwana). Der erste Schritt dazu ist zu erkennen, dass die Ursache dieses Anhaftens in den Drei Geistesgiften liegt: Anhaftung oder Gier (Lobha), Zorn oder Hass (Dosa) und Unwissenheit oder Verwirrung (Moha). Die drei Wege zu positivem Karma sind demnach Bescheidenheit (Nicht-Anhaften), Güte und Einsicht.

Entscheidend für die bei einer Handlung erzeugte karmische Prägung ist die der Handlung zugrunde liegende Absicht (Cetana). Manche Taten oder Haltungen können auch ohne Karmawirkung bleiben, falls die zum Eintritt der Wirkung erforderlichen Umstände fehlen oder sie infolge von zu geringer Intensität durch das Übergewicht von entgegenwirkenden Tendenzen keine Wirkung erzeugen können (z. B. wenn positive Absicht negative Auswirkung übertrifft).

Zitate: Wer andre Wesen quält, die auch nach Wohlsein streben, so wie er selbst, der hat kein Glück im nächsten Leben. Wer andre Wesen schont, die auch nach Wohlsein streben, so wie er selbst, der findet Glück im nächsten Leben.

Kommentar: Karma bedeutet, dass ein Zusammenhang zwischen einer Handlung und einem späteren Geschehen besteht. Wer anderen Menschen Gutes tut, erntet ein gutes Karma. Wer schlecht denkt und schlecht handelt, erntet ein schlechtes Karma. Wer spirituell übt, planzt Samen des Friedens, des Glücks und der Erleuchtung in seinem Geist. Sie werden sich eines Tages in seinem Leben entfalten. Wenn wir ein gutes Karma (Schicksal) erhalten wollen, dann sollten wir weise leben, spirituell praktizieren und allen Wesen Glück wünschen. Dann kommt Gutes auf uns zu.

Wann das Gute auf uns zu kommt, hängt von der Situation ab, in der wir uns befinden. Gutes Karma kann sich sofort, noch in diesem Leben oder auch im nächsten Leben realisieren. Wenn wir viel schlechtes Karma angehäuft haben, dann kann die Verwirklichung durch gute Taten gehemmt oder gemildert werden. Hilfreich ist es sich mit seinem spirituellen Vorbild (erleuchteten Meister) zu verbinden und um ein gutes Schicksal zu bitten. Es ist auch gut für andere Wesen zu beten.

Ob eine Tat gut oder schlecht ist, hängt wesentlich von der Motivation eines Menschen ab. Wir sollten immer genau auf unsere Motivation achten. Handeln wir egoistisch oder wünschen wir das Glück aller Wesen? Natürlich ist es auch wichtig mit klarem Verstand die Auswirkungen einer Handlung zu bedenken. Aber auch wenn eine mit guter Absicht getane Tat negative Wirkungen zeigt, werden wir dadurch nur begrenzt schlechtes Karma ernten.

Letztlich kommt es darauf an, alles Karma zu übersteigen. Wir handeln automatisch aus Liebe, ohne gutes Karma ernten zu wollen. Wir ruhen im eigenen inneren Frieden und Glück, egal wie sich die äußeren Gegebenheiten gestalten. Auch schlechtes Karma kann eine Hilfe auf dem spirituellen Weg sein. Wir können daran Gleichmut und Gelassenheit trainieren. Wir können es üben unser Ego zu überwinden und die Dinge so anzunehmen, wie sie sind. Ein Buddha haftet weder am Leid noch an den Genüssen der Welt an.

Aber grundsätzlich ist es für uns noch nicht vollständig erleuchtete Wesen schöner in einem glücklichen äußeren Dasein zu leben. Vor allem sollten wir unseren Mitmenschen ein glückliches äußeres und inneres Sein wünschen. Wir sollten danach streben eine Welt des Friedens, der Liebe und des Glücks aufzubauen. Wir sollten das Paradies auf der Erde schaffen. Inneres und äußeres Glück hängen zusammen. Zwar kommt das Glück eines Menschen vorwiegend aus seinem Inneren. Aber auch ein glückliches äußeres Leben ist wichtig. Insofern sollten wir uns bemühen gutes Karma aufzubauen und schlechtes zu vermeiden.

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