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Wikipedia: Bodhisattva (von Bodhi ‚Erleuchtung‘ oder ‚Erwachen‘ und Sattva ‚Wesen‘) bedeutet „Erleuchtungswesen“. Im Mahayana-Buddhismus werden Bodhisattvas als nach höchster Erkenntnis strebende Wesen bezeichnet, die auf dem Wege der „Tugendvollkommenheit“ (paramita) die „Buddhaschaft“ anstreben bzw. in sich selbst realisieren, um sie zum Heil aller lebenden Wesen einzusetzen. Diese Ausgangsmotivation wird „Erleuchtungsgeist“ (bodhicitta) genannt. Praktizierende verschiedener Traditionen des Mahayana rezitieren Bodhisattva-Gelübde und bekunden damit ihren Willen, auch selbst diesen Weg zu gehen.

Die Lehre vom Bodhisattva ist auch im Theravada-Buddhismus, der ältesten und einzigen noch existierenden Schule des Hinayana, bekannt. Der Theravada lehrt jedoch neben dem Erreichen des Bodhi mit Hilfe eines Bodhisattva vor allem das Erlangen der „Erleuchtung“, des „Erwachens“, durch eigenes Bemühen. Dieses Ideal des Arhat, des „Heiligen“, der die Überwindung des Kreislaufs der Reinkarnationen (siehe auch Samsara) aus eigenem Bemühen anstrebt, wird vom Mahayana nicht als vollständige Befreiung verstanden. Der einzige im Theravada bekannte Bodhisattva ist der kommende Buddha Maitreya.

Kern der Bodhisattva-Philosophie ist der Gedanke, nicht nur selbst und allein für sich Erleuchtung zu erlangen und damit in das Nirwana einzugehen, sondern stattdessen zuvor allen anderen Wesenheiten zu helfen, sich ebenfalls aus dem endlosen Kreislauf der Reinkarnationen (Samsara) zu befreien.

Unterschieden wird zwischen irdischen und überirdischen Bodhisattvas. Erstere sind im Weltleben stehende Menschen, die von Güte (maitri) und Mitgefühl (karuna) getragen, ihre Verdienste zum Wohle aller mitfühlenden Wesen (Menschen und Tiere) einsetzen. Letztere sind überirdische (transzendente) Wesenheiten, die in gleicher Weise den Wesen beistehen und ihnen auf dem Pfad der Befreiung behilflich sind.

Die bekanntesten transzendenten Bodhisattvas sind:

Avalokiteshvara (tibetisch „Chenresi“, der Bodhisattva des Mitgefühls)

Manjushri (Buddha der Weisheit)

Maitreya (der zukünftige Buddha und Weltretter).

Tara (die Göttin der Liebe)

Der Legende nach soll sich der Bodhisattva Avalokiteshvara schon als Prinz vorgenommen haben, allen Wesen Beistand zu ihrer Befreiung zu leisten. Und er hatte einen Eid geleistet, darin niemals nachzulassen, andernfalls würde er in tausend Stücke zerspringen. So verweilte er im Zwischenzustand (Bardo) zwischen Leben und Tod. Der Legende nach durchstreifte er alle Bereiche lebenden Seins. Ob Götter, Menschen, Tiere oder Dämonen, überall verweilte er und unterstützte die Wesen, sich vom Leiden zu befreien. Als er sich umsah und sein Werk betrachtete, sah er, dass eine Unzahl leidender Wesen nachgeströmt waren. Er zweifelte an der Erfüllung seines Gelübdes und zersprang darob in tausend Teile. Aus allen Himmelsrichtungen sollen Buddhas herbeigeschossen sein, um die Teile aufzusammeln. Dank seiner übernatürlichen Fähigkeiten setzte Buddha Amitabha, der Buddha der unterscheidenden Weisheit, Avalokiteshvara wieder zusammen. Dieses Mal gab er ihm jedoch tausend Arme, in den Handinnenflächen mit jeweils einem Auge versehen, und elf Köpfe. Dadurch wollte er gewährleisten, dass Avalokiteshvara den Wesen noch effektiver dienen konnte.

Im tibetischen Kulturkreis ist insbesondere das Ritual auf den elfköpfigen Avalokiteshvara (Nyungne-Ritual) von großer Bedeutung. Es wurde von der indischen Nonne Palmo im 10. Jahrhundert in Tibet verbreitet. Diesem Ritual werden starke Heilwirkungen zugeschrieben und es trägt daher auch den Namen „Allgegenwärtiges Heil“. Palmo erlangte durch die Praxis auf Avalokiteshvara Erleuchtung. Im tibetischen Buddhismus gilt Avalokiteshvara auch als die Verkörperung des Mitgefühls aller Buddhas aller Zeiten. Viele Meister, darunter insbesondere der Dalai Lama, werden als Verkörperungen (Emanationen) Avalokiteshvaras angesehen. Die weitaus beliebteste Anrufungsformel (Mantra) lautet Om mani padme hum. Manipadma wird übersetzt als „Juwel in der Lotusblüte“. Das Juwel (Mani) steht für allumfassendes Mitgefühl, daher wird dieses Mantra auch als das Mantra des Mitgefühls bezeichnet.

Kommentar: Ich habe 1998 beim Dalai Lama das Bodhisattva-Gelöbnis abgelegt. Es war ein umfassendes Ritual mit zweitausend Menschen. Der Höhepunkt war es, als der Dalai Lama seine Hände vor der Stirn faltete, den Kopf senkte und alle Teilnehmer segnete. Ich spürte, wie vom Scheitelchakra des Dalai Lama ein Energiestrom ausging und in mein Scheitelchakra eintrat. Mir wurde bewusst, dass ich real gesegnet worden bin. Als wir das Retreat verließen, stand ein großer Regenbogen am Himmel. Der Regenbogen ist in Tibet ein Glückssymbol.

Ich habe den festen Willen mein Gelöbnis zu erfüllen. Doch was bedeutet das genau. Es bedeutet im Schwerpunkt für das Glück meiner Mitwesen zu leben. Es bedeutet allen auf dem Weg zur Erleuchtung zu helfen. Es bedeutet in der umfassenden Liebe zu leben. Es bedeutet sich immer wieder auf der Erde zu inkarnieren, um den leidenden Menschen zu helfen, um ihnen Hoffnung zu geben und sie zur Erleuchtung zu führen.

Wie oft ich mich auf der Erde inkarnieren werde, weiß ich noch nicht. Ich halte mir diesen Punkt offen. Aber zumindest werde ich immer vom Jenseits auf allen Wesen auf der Erde helfen. Grundsätzlich plane ich noch ein- bis zweimal auf die Erde zu kommen. Aus meiner Sicht ist es auch okay ein Bodhisattva zu sein, wenn man nicht an die Reinkarnation glaubt oder sich nicht ewig reinkarnieren will.

Ein großer Vorteil des Bodhisattva-Gelübdes ist es, dass einem alle Buddhas und Bodhisattvas ewig auf dem spirituellen Weg helfen werden. Ich empfinde mein Leben als geführt an. Ich habe das Gefühl, dass mir bei Leid geholfen wird und ich nie völlig untergehen kann. Ich denke, dass ich beständig auf dem spirituellen Weg wachse. Konkret hat mir der Dalai Lama gezeigt, dass er auch nach der Segnung immer noch bei mir ist. Er ist mir oft in Träumen erschienen und hat mir Unterweisungen, Kraft und Einweihungen gegeben.

Er ist mir vor einigen Jahren sogar im Traum erschienen und hat mich zum Lama geweiht. Das halte ich aber eher für einen Scherz. Dafür halte ich mich spirituell noch nicht weit genug entwickelt. Ich sehe mich lieber als Mickerling, der spirituell noch ganz am Anfang steht. So bleibt man bescheiden und demütig.

Der Bodhisattva-Weg ist ein Weg zur Erleuchtung. Man sollte deshalb immer gut für sich selbst sorgen. Man sollte auf seine Art konsequent den Weg zur Erleuchtung gehen und jeden Tag die dafür notwendigen Übungen machen. Gut ist es eine Praxis der umfassenden Liebe zu haben und jeden Tag seinen Mitwesen etwas Gutes zu tun. Hilfreich ist es dabei sich als Bodhisattva zu sehen, eine glückliche Welt zu wünschen und allen Wesen Licht zu senden.

Durch die Visalisierung als Bodhisattva verbunden mit einem Mantra werden die Energiekanäle geöffnet und die Erleuchtungsenergie beginnt zu fließen. Die Zeichnung von Chenrezi mit den tausend Armen ist letztlich ein Bild, welches die verschiedenen Chakrenpunkte und Energiekanäle aktiviert. Die Köpfe über dem eigenen Kopf aktivieren das Scheitelchakra. Die Füße auf der Lotusblume lassen die Energie der Erde in uns hineinfließen. Die Hände vor dem Herzchakra öffnen unser Herz. Und die vielen Arme und Hände um uns herum bringen uns in die umfassende Liebe und in ein Einheitsbewusstsein. Es ist kein Zufall, dass die Nonne Palmo durch das Bodhisattva Mantra verbunden mit der Visualisierung des tausendarmigen Chenrezi zur Erleuchtung kam. Wichtig ist, dass wir dabei mit innerem Gespür vorgehen. Wir sollten spüren, auf welche Art wir visualisieren und das Mantra denken müssen, damit wir eine innere Wirkung erfahren.

Ich erinnere mich jeden Tag an mein Bodhisattva-Gelöbnis. So verliere ich meinen Weg der Liebe nicht und bleibe in der Bodhisattva-Energie. Auch im tibetischen Buddhismus ist es wichtig täglich seinen Bodhichitta-Geist zu pflegen. Im Zen sprechen alle Mönche jeden Tag das Bodhisattva-Gelöbnis: "Die Zahl der Wesen ist unendlich; ich gelobe, sie alle zu erlösen. Gier, Hass und Unwissenheit entstehen unaufhörlich; ich gelobe, sie zu überwinden. Die Tore des Dharmas sind zahllos; ich gelobe, sie alle zu durchschreiten. Der Weg des Buddha ist unvergleichlich; ich gelobe, ihn zu verwirklichen."

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