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ich habe angeboten yoga-vertretung "fortgeschritten" für eine kollegin zu machen.
Ich habe keine lust.
Warum bin immer ich es die solche angebote macht?
Ich habe gerade die regel bekommen, es ist schwül draußen, ich will sonneliegen gehen.
Immer ich !

Im studio bekomme ich als dankeschön von der kollegin eine lotusblüte geschenkt, meine erste, duftend.
Ich bin etwas besänftigt aber immer noch nicht im reinen mit mir und der welt – warum immer ich?

Um 19.45 beginnt der unterricht und um 19.40 ist erst eine teilnehmerin da!
Eine englischsprechende!
Eine, die mich gefragt hat, ob ich ashtanga unterrichte *augenVerdreh*.
Eine, die gesagt hat, bei einem anderen lehrer (meine anmerkung: ein knochenharter yoga-lehrer) war sie vorige woche und das war ihr nicht „genug“.
Na super! Und die will zu mir! Keine begeisterung kommt auf.
Ich mach kein ashtanga (zumindest nicht was asanas betrifft) und wenn es bei dem "knochenharten" lehrer zu leicht war (meine anmerkung: war ja auch "nur" ein mittelstufe-kurs *tstststst*), sollt ich ihr vielleicht sagen, sie kann gleich heimgehen, da braucht sie zu mir gar nicht kommen.
Mach ich aber nicht, ich sage, dass ich kein ashtanga mache.
Warum immer ich?

19:45 und es ist niemand mehr gekommen – na fein, für eine teilnehmerin und 15,00 euro unterrichte ich jetzt eine ashtanga-schülerin … gar nicht begeistert!
Warum immer ich?

Typisch für mich, dass ich nur an den yoga-unterricht gedacht habe, daran, dass ich eine stunde in englisch geben soll, habe ich keinen gedanken verschwendet. Der gedanke ist dann ganz plötzlich da gewesen, als ich bei der anfangs-meditation die „berühmten spirituellen“ anweisungen geben wollte – da blieb mir förmlich das wort im hals stecken, weil nämlich kein englisches herauskam.


Die stunde ging vorwärts … wie immer beim yoga-unterricht (egal ob als lehrende oder teilnehmerin) bessert sich meine verfassung (körperlich, seelisch, geistig, emotional, was es sonst noch alles gibt), ich komm in fahrt sozusagen. Nach der 6. oder 7. sonnengruß-variante mit steh-asanas darin, kommt ein „oh it’s wonderful“ von ihr.
Aufhorchen, aufatmen, was bin ich froh, daß ich authentisch bin!

Die quasi einzelstunde hat 90 minuten gedauert und ich habe einige neue vokabel gelernt. ;o)

Sie hat sich bedankt bei mir, gesagt, sie sei jetzt wieder in ihrem spirit, sie ist nämlich in wien um ihre mutter im krankenhaus beim sterben zu begleiten. Sie hat keine ahnung, wie lange sie hier alleine im hotel sein wird. Sie war seit 5 wochen nicht mehr im yoga. Seit ca. 1 woche fehlt es ihr an kraft, an mut, an zuversicht und meine anweisungen haben sie zurück in den spirit gebracht. Vrksasans (der baum), meine worte von verwurzelung, von kraftgebung, von stabilität, die ich gesagt habe, haben sie so erreicht und berührt und genährt.

Wir stehen da in dem raum und haben beide die hände in namaskar-haltung und danken uns irgendwie ständig gegenseitig, sie mir für die stunde, ich hier für die stunde, da es meine erste in englisch ist, sie mir für die worte, ich ihr fürs zeigen, „wo“ der zugang ist, sie mir für …

So berührend.

Wie schön auch dass eine liebe kollegin da war und ich gleich (ganz entgegen meinem naturell *g*) alles erzählen konnte.
Da bin ich dann nach hause gegangen im leichten regen, ich, meine lotusblüte und mein herz voll dankbarkeit, fülle und demut.

ich hoffe euch mit meiner freude auch freude zu bereiten ...
danke!

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Kommentar von Maurice am 11. Oktober 2010 um 11:34pm
Sehr schön.

Danke

Kommentar

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