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Bhagavad Gita, 6. Kapitel, 24. Vers:
„Indem man vorbehaltlos alle aus Sankalpa (Gedanke und Vorstellung) entstandenen Wüsche aufgibt und durch den Geist die Gesamtheit der Sinne von allen Seiten her vollständig einschränkt, allmählich erlange er Ruhe, nachdem der Verstand zum Stillstand gekommen ist; wenn der Geist dazu gebracht worden ist, sich im Selbst zu verankern, denke er an nichts.“
Hier beschreibt Krishna die Weise, wie du Ruhe bekommen kannst. Zunächst, die aus Sankalpa entstammenden Wünsche aufgeben. Das gibt dir auch einen guten Tipp. Angenommen, du hast einen Wunsch, dann kannst du überlegen: „Woher kommt dieser Wunsch eigentlich? Warum habe ich diesen Wunsch?“ Du wirst oft feststellen, da war erstmal ein Gedanke da. Du hast von etwas gelesen oder etwas gehört oder hast etwas gesehen und dann denkst du darüber nach und dann denkst du, „ah, das will ich auch haben“. Dann kommt aus diesem Wunsch heraus Getriebenheit und aus dieser Getriebenheit ist der Frieden weg. Ein Beispiel: Ich nehme ja jetzt diese Podcasts auf. Früher hatte ich dort ein einfacheres Gerät als jetzt. Irgendwann habe ich mir die Podcasts angehört, irgendwann habe ich irgendwelche Kommentare dazu gelesen, irgendwann habe ich andere Podcasts angehört und dort hieß es, man sollte professionelles Equipment haben. Also habe ich überlegt, ich bräuchte so was. Ich habe mir Zeitschriften angeguckt und jetzt habe ich überlegt und schließlich kam der Wunsch auf: „Ja, ich will eigentlich ein besseres Equipment haben. Wenn ich mir schon die Mühe gebe, all das zu besprechen, dann sollte das auch irgendwo gut sein.“ Prompt hatte ich jetzt diesen Wunsch danach. Man kann sagen letztlich, ich habe mir den Wunsch irgendwann erfüllt und deshalb hörst du ja jetzt diese Aufnahmen mit besserer Qualität, aber ich hätte auch noch weitergehende Wünsche haben können. Manchmal habe ich auch weitergehende Wünsche. Es beginnt damit, ein Gedanke. Der Gedanke wird genährt, aus dem genährten Gedanken wird ein Wunsch, aus Wunsch wird Getriebenheit und dann ist der Frieden dahin. Das heißt nicht, dass du keine Wünsche haben brauchst. Aus einem Gedanken können gute Wünsche entstehen, aus guten Wünschen kann viel Positives entstehen, aber du musst aufhören, getrieben zu sein. Du brauchst nicht unbedingt die Erfüllung des Wunsches. Wenn du was zu essen hast, ein Dach über dem Kopf und vor extremer Hitze und Kälte geschützt bist, dann hast du im Wesentlichen, was du brauchst. Alles andere sind keine Wünsche, an die du so gebunden sein musst. Erkenne, sie stammen aus Gedanken und sie können hilfreich sein, sie können auch weniger hilfreich sein. Aber lerne es, eher damit zu spielen, als Sklave zu sein. Werde frei!

Hari Om Tat Sat


Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

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Tags: Sankalpa, Sklave, Wünsche

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