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Bhagavad Gita, 6. Kapitel, 35. Vers
Krishna sprach:
„Zweifellos, Oh mächtig bewaffneter Arjuna, der Geist ist schwer zu beherrschen und ruhelos; aber durch Abhyasa, Übung, und Vairagya, Verhaftungslosigkeit, kann er bezähmt werden.“
Krishna erkennt also an, was Arjuna die vorigen zwei Verse gesagt hat. Ja, es ist richtig, der Geist ist schwer zu beherrschen. Ja, es ist richtig, der Geist ist ruhelos. Ja, es mag sein, dass es dir manchmal mehr gelingt zur Ruhe zu kommen und manchmal weniger und relativ häufig nicht wirklich gelingt, zur Ruhe zu kommen. Das mag alles sein. Aber Krishna sagt, langfristig wird es dir gelingen, den Geist zur Ruhe zu bringen und zwar durch Abhyasa und durch Vairagya. Patanjali beschreibt Abhyasa und Vairagya etwas mehr. Er sagt, Abhyasa sollte über einen längeren Zeitraum, Dirgakala, ohne Unterbrechung, Nirakara, und mit aufrichtiger Hingabe, Sakshatkara, geübt werden. Also, über einen längeren Zeitraum, über nicht nur Monate und Jahre, sondern Jahrzehnte, letztlich über mehrere Leben. Es dauert eine Zeit lang. Steter Tropfen höhlt den Stein. Rom ist nicht an einem Tag gebaut worden. Oder wie die Franzosen sagen: „Pas à pas l‘oiseau construit son nid. Schritt für Schritt baut der Vogel sein Nest.“ Also, jeden Tag üben, etwas üben, ohne Unterbrechung. Nicht eine Woche üben und dann wieder eine Woche lang nicht oder zwei Monate intensiv und dann sechs Monate nicht. Übe jeden Tag. Die Praxis wird manchmal intensiver sein und manchmal weniger intensiv. Du wirst mal mehr üben können und mal weniger üben können, aber übe jeden Tag. Übe auch mit aufrichtiger Hingabe. Also, mache deine Praktiken nicht mechanisch, sondern bringe deine Bewusstheit hinein, bringe dein Herz hinein, bringe deinen Geist hinein, mache das, was du tust, wirklich so gut, wie du kannst. Das ist Abhyasa, Übung. Und das zweite ist Vairagya, Loslassen. Entsage den selbst geschaffenen Vorstellungen, was richtig, was falsch ist. Achte schon auf die Ethik, aber manchmal hast du zu genaue Vorstellungen, wie andere sich zu verhalten haben und wie du dich zu verhalten hast und wie alles zu sein hat. Lasse los, Vairagya. Lasse auch deine Wünsche los. Das heißt, identifiziere dich nicht zu sehr mit den Wünsche und identifiziere dich nicht zu sehr mit dem Bild, das du von anderen hast, was sie tun sollen, wie sie zu sein haben. Identifiziere dich auch nicht mit deiner Vorstellung, wie spiritueller Fortschritt zu sein hat. Lasse immer wieder los. Übe, Abhyasa, mit aufrichtiger Hingabe, Sakshatkara, ohne Unterbrechung, Nirantaya, und über einen längeren Zeitraum, Dirgakala. So kommt schrittweise die Herrschaft über den Geist. Rückschläge mögen kommen, aber du machst Fortschritte. So ähnlich, wie es von Januar bis August typischerweise wärmer wird. Es wird nicht jeden Tag wärmer, aber insgesamt wird es wärmer, schrittweise. Und ähnlich, wenn du regelmäßig praktizierst, wirst du den Geist schrittweise unter Kontrolle bekommen. Abhyasa und Vairagya.
Hari Om Tat Sat


Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

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Tags: Abhyasa, Loslassen, Vairagya

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