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Titiksha ist Duldungskraft. Ertrage als Aspirant, Aspirantin, geduldig die Gegensatzpaare wie Hitze und Kälte, Freude und Schmerz, usw.  Shri Shankara definiert es im Vivekachudamani wie folgt: „Das Ertragen von Anfechtungen, ohne sich um ihre Beseitigung zu kümmern und das gleichzeitige Freisein von Furcht oder Wehklagen über sie, heißt Titiksha, Duldsamkeit.“ In seinem Werk Atma-Anatma-Viveka heißt es, Titiksha ist gegeben, wenn ein Mensch, der in der Lage ist, einen anderen für eine schlechte Tat zu bestrafen, Nachsicht übt.

Manche Menschen machen Panchagni Tapas (Askese der fünf Feuer). Sie sitzen von vier Feuern an allen Seiten umgeben und das fünfte Feuer ist die strahlende Sonne über ihrem Kopf. Aber solch törichte strenge Askese-Praktiken verurteilt Shri Krishna in der Bhagavad Gita: „Diese Menschen, die schreckliche und in den Schriften nicht vorgesehene Askesen üben, die eine Beute von Heuchelei und Egoismus sind, getrieben von der Kraft von Lust und Anhaftung, die sinnlos alle Elemente des Körpers und auch Mich, der im Körper weilt, quälen - wisse, dass ihre Vorsätze dämonisch sind.“ (Bh.G. XXII-5,6). Für manche Menschen ist Titiksha das Ziel ihrer Askesen.

Aber Titiksha ist nur ein Mittel. Überall, wo Bewegung ist, überall, wo sich Leben manifestiert, sind die beiden gegensätzlichen Kräfte, die Gegensatzpaare. Es gibt unwissende Menschen, die unangenehme Erfahrungen loswerden und nur bei den angenehmen bleiben möchten. Das ist der Gipfel der Dummheit. Kann es Licht geben ohne Schatten, Rosen ohne Dornen, Gewinn ohne Verlust, Erfolg ohne Misserfolg, Sieg allein ohne Niederlage oder nur allein Freude ohne Schmerz? Ein weiser Mensch, der sie richtig versteht und eng mit ihnen zu­sammenarbeitet, kann glücklich sein, sonst niemand. Ein Weiser grollt nie. Er versteht es, sich im unveränderlichen, immerwährenden, beobachtenden Bewusstsein zu festigen, das sich in seinem Herzen verbirgt und jenseits der Gegensatzpaare ist, und beobachtet dann die Bewegungen und Phänomene dieses Universums mit unerschütterlichem Geist. Er sieht Intelligenz in jedem Zoll der Schöpfung. Er hat ein sehr umfassendes Verständnis von den ewigen Naturgesetzen und den Gegensatzpaaren. Das ist wahres Titiksha auf der Grundlage von Erkenntnis. Diese Weisen sind physischen Titikshus weit überlegen, die nur physisches Erdul­den üben und sich durch physische Qual trainiert haben, denn letztere werden Misserfolge erkennen lassen, wenn sie mit einer ernsten Katastrophe konfrontiert sind. Der Titikshu, der sein Titiksha durch Erkenntnis entwickelt hat, ist der König der Titikshus.

Dies ist eine Textpassage aus dem Buch:

Swami Sivanandas
Inspiration und Weisheit
Für Menschen von Heute


Auszüge aus Werken von Swami Sivananda
Essays und praktische Anleitungen
für spirituelle Aspiranten

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Tags: Inspiration und Weisheit, Inspiration und Weisheit für den spirituellen Weg, Shat Sampat, Swami Sivananda, Titiksha, spiritueller Weg

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