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Tenali Ramakrishna, der berühmte Dichter, Humorist und Philosoph von Andhra, verirrte sich einst im Wald. Als er so durch den Wald irrte, leuchtete plötzlich etwas Orangefarbenes im Dickicht. Beim Näherkommen erkannte er, dass es ein Einsiedler war. Freudig rannte er auf ihn zu und warf sich ihm ehrfurchtsvoll zu Füßen. Er fragte den Weisen, wie es möglich war, dass er sich so verlaufen konnte. Der Weise schaute ihn lange schweigend an, dann sagte er: „Die gleiche geheimnisvolle Mächte, die dich hierher brachte, hat auch mich an diesen Ort geführt, so dass wir zusammentrafen. Der Augenblick ist gekommen, wo ich den Körper, den ich so lange bewohnt habe, aufgeben werde. Ich will dich in das Mantra einweihen, welches ich all diese Jahre rezitiert habe und mein Schutz und Reichtum war!“ Es war das Mantra der Mutter Kali, welches er Ramakrishna nun ins Ohr flüsterte.

Tenali Ramakrishna freute sich sehr über dieses Geschenk. Er zog in den Tempel der Mutter tief in die Einsamkeit des Waldes. Dort meditierte er über die göttliche Mutter wie es ihm sein Mantra eingab.

Eines Nachts um die zwölfte Stunde, kam eine Gruppe der Ureinwohner des Waldes, die Koyas hießen, in den Tempel. Sie führten eine Ziege mit sich, die sie der Mutter opfern wollten, um sie gnädig zu stimmen. Ramakrishna versteckte sich hinter dem Standbild der Mutter. Als ein Koya Priester das Beil erhob, um es auf den Nacken des Opfers fallen zu lassen, rief er mit dröhnender Stimme: „Ich bin die Mutter aller Lebewesen, auch der Tiere! Wenn ihr mein Kind tötet, werde ich euch verfluchen, statt euch zu segnen!“ In der festen Annahme, Kali selbst habe gesprochen, warf der Priester erschreckt das Beil fort und alle rannten eilig davon.
Da erschien die Göttin vor Ramakrishna und sprach: „Ich bin sehr zufrieden mit dir. Hier, siehe diese Speisen! Welche von beiden möchtest du?“ Dabei wies sie auf zwei Teller, die sie in ihren Händen hielt. Der eine war mit Sauermilchreis, der andere mit süßem Reis gefüllt.

Ramakrishna hätte zuerst einmal gerne gewusst, was für Folgen der Genuss der Speisen haben würde. Geduldig erklärte sie es ihm: „Der Sauermilchreis bringt dir Reichtum und Erfolg, der süße Reis wird dich zu einem Weisen machen. Triff deine Wahl!“ Aber Ramakrishna dachte: „Sicher ist es für einen Narren nicht gut, wenn er über zuviel Geld verfügt, aber Weisheit alleine macht auch nicht satt.“ Gewitzt wie er war stellte er der Mutter eine weitere Frage: „Was hilft es mir, dass ich diese beiden Speisen vor mir sehe? Damit ich mich entscheiden kann, musst du mir sagen, wie sie schmecken!“
Sie lachte: „Wie soll ich dir mit Worten ihren Geschmack beschreiben? Du musst schon selbst probieren!“ und reichte ihm den Teller hin, damit er kosten könne. Da stopfte sich Ramakrishna geschwind beide Reisgerichte in den Mund. So schaffte er es, sich Beides gleichzeitig einzuverleiben. Kali war beleidigt und rief drohend, sie werde seine Unverschämtheit hart bestrafen. Ramakrishna gab zu, dass er sich schlecht benommen hatte. Er sagte, er werde jede Strafe, die sie ihm auferlegen würde ohne Murren annehmen. Aber welche Mutter würde jemals ihrem eigenen Kind schaden, wie ungezogen es auch immer sein mochte? „Zittere nicht! Mein Urteilsspruch wird dein Leben nicht zerstören!“ sagte Kali. Dann sprach Sie: „Sei ein Vikatakavi, Vikatakavi heißt so viel wie Hofnarr. Ein Hofnarr ist ein geistreicher Clown, der großen Einfluss am Hof besitzt, materiell gut gestellt ist und allen, die zu ihm kommen, in witziger Form wertvolle Ratschläge gibt.

Ramakrishna blieb nicht für immer ein Hofnarr. Ein anderes Mal hörte Ramakrishna wie sich Diebe des Nachts in seinem Haus zu schaffen machten. Er sagte dann extra laut zu seiner Frau: „Du weist doch, dass ich dir im Moment nichts kaufen kann, all unsere Reichtümer habe ich doch in einen Sack gepackt und in unserem Brunnen versteckt. Die Diebe ließen sofort von seinen Haus ab und fingen an den Brunnen neben dem Feld trockenzulegen. Als Tenali Ramakrishna morgens aus einen Haus kam, traf er zwei völlig erschöpfte Männer neben seinen Brunnen. Dann sagte er zu ihnen: „Ihr guten Männer, vielen Dank, dass ihr mein Feld bewässert habt!“

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