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Tapas heißt hier Askese oder auch spirituelle Praxis. Ein Tapaswin ist jemand, der eine gewisse Zeit seines Lebens intensiver spiritueller Praxis widmet. Tapas kann in diesem Sinne heißen, jemand, der viel Asanas, viel Pranayama, viel Meditation übt. Tapas hat aber auch eine weitere Bedeutung und oft wird Tapaswin in dieser Bedeutung genutzt, eben, es gibt auch Tapas als asketische Praxis und da gibt es durchaus Dinge, die Krishna als tamasiges Tapas bezeichnen würde.

Ich hatte mal ein Buch gelesen, das nennt sich „Das spirituelle Feuer“ und dort wird von jemandem berichtet, der mehrere Jahre die Hand über den Kopf gehalten hat, bis die Hand ausgetrocknet ist und zu einer Art Leder wurde. Oder der sich die Fingernägel nicht mehr geschnitten hat und dann irgendwann sind die Fingernägel durch das Handgelenk hindurch gewachsen. Eigenartige Sachen, und Krishna verurteilt solche Tapas-Praktiken und sagt: „Wer solche Arten von Tapas-Praktiken macht, der quält mich, der ich im Körper wohne.“

Aber in Indien gab es das, sowie auch im christlichen Mittelalter. Glücklicherweise ist die Art von Tapas in Indien etwas außer Mode gekommen und das sattvigere Tapas hat überhandgenommen. Sattviges Tapas heißt, man macht schon Dinge, die auch Selbstdisziplin sind, auch spirituelle Praxis ist, aber die gleichzeitig gesund sind. Insbesondere was wir bei Yoga Vidya lehren, kann man auch als Tapas bezeichnen, intensive spirituelle Disziplin. Es gibt z.B. die Sadhana-intensiv-Woche oder bzw. zwei Wochen Sadhana-intensiv, wo du viele Stunden Pranayama am Tag übst, noch einige Stunden Asanas und Meditation, das ist schon sehr intensiv. Oder wir haben die Meditations-Retreats. Aber wir üben nur Praktiken, die auch gesund sind, und wir üben sie so weit, wie sie gesund sind für den Körper, energetisierend sind für den Energiekörper, wie sie Freude bringen für den Geist, auch wenn zwischendurch Willenskraft gefragt ist und es auch wichtig ist, dass man über Reinigungserfahrungen, Widerstandserfahrungen hinausgeht, aber vor allen Dingen, alle Tapas-Übungen bei Yoga Vidya sollen helfen, Gott nahe zu kommen, das Selbst zu verwirklichen, eine höhere Ebene des Bewusstseins zu erlangen.

Also, ein Tapaswin ist jemand, der intensives Tapas übt, entweder dauerhaft oder einige Zeit seines Lebens. Du kannst auch ein paar Wochen Tapaswin sein. Und insbesondere dann, wenn du merkst, dass es schwierig ist, dann würde man sagen: „Heute war ich Tapaswin, ich habe die Praktiken gemacht, auch wenn sie schwierig waren, ich keine Lust dazu hatte, es Widerstand war.“ Indem du auch mal Tapas übst, wirst du einen starken Willen bekommen und letztlich über die Fremdherrschaft von deinen Sinnen und deiner Emotionen hinauswachsen. In diesem Sinn sollte ein spiritueller Aspirant auch ein Tapaswin sein, aber eben nicht nur Tapaswin, sondern auch jemand, der Ananda spürt und Prema, Liebe.

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Tags: Tapas, Tapaswi, Tapaswin, Yoga Vidya Sanskrit-Lexikon, Yoga Vidya Sanskrit-Wörterbuch

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