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Es gibt verschiedene Stufen von Vairagya. Höchste Leidenschaftslosigkeit, Para Vairagya, kommt mit der Selbstverwirklichung. Die ganze Welt ist dann wie wertloses Stroh. Vairagya wird zur natürlichen selbstverständlichen Gewohnheit. Das ist intensive spirituelle Stärke. Das ist Para Vairagya.

Vorübergehende flüchtige Leidenschaftslosigkeit ist nicht Vairagya. Sie hilft dem Aspi­ranten nicht bei der Erlangung von Selbstverwirklichung. Es ist ganz normal, aus dem einen oder anderen Grund neutral gegenüber bestimmten Objekten und Außenreizen zu empfinden.

Manchmal entsteht ein vorübergehendes Vairagya, zum Beispiel aus Enttäuschung oder dem Verlust oder Tod von Verwandten (Karana Vairagya). Sobald die Ursache etwas in Vergessenheit gerät, vergeht auch das Vairagya wieder. Es verdunstet so rasch wie Äther, Chloroform oder Ammoniak. Die alten weltlichen Gewohnheiten gewinnen sofort wieder die Oberhand.

Nur die Leidenschaftslosigkeit gegenüber allen Dingen und zu jeder Zeit führt zu Selbsterkenntnis. Intensives echtes Vairagya hilft dem Aspiranten, der Aspirantin, auf dem spirituellen Weg zu bleiben. Vairagya das aus Viveka, Unterscheidungskraft, entsteht, ist dauerhaft und anhaltend. Es wird den Aspiranten nie im Stich lassen wie das Vairagya, das vorübergehend auftaucht, wenn man gerade eine schwere Phase durchmacht oder eine große Enttäuschung erlebt hat.

Wahres Vairagya kommt  aus Hinterfragen, Vichara, und der Erkenntnis, dass all diese Dinge uns kein dauerhaftes Glück geben. Sie bringen uns Schmerz und Sorge. Ein solches tiefes Hinterfragen schafft dauerhaftes Vairagya. Es ist wahrer Reichtum für einen Aspiranten. Es hilft ihm, wirkliches Sadhana zu üben. Es kehrt den Geist nach innen. Es bremst die nach außen gehenden Tendenzen des Geistes. Auch wenn der Geist sich dann auf die Objekte richtet, wird er sich sofort bewusst werden, dass letztlich Schmerz darin liegt und dass Sinnesvergnügen die Ursache sind für Wiedergeburt und intensives Leiden. Dann erschrickt der Geist und allmählich, durch intensives Üben, wird er fest in wahrem dauerhaftem und selbstverständlichem Vairagya.

Bringe den Geist allmählich von seinen alten Gewohnheiten und Sehnsüchten ab. Wenn du auf einmal alle Quellen des Vergnügens ausschaltest, mit denen er sich bisher beschäftigt hat, ist er verwirrt. Lasse den Geist langsam Meditation üben und die innere Wonne kosten. All­mählich wird er seine alten Gewohnheiten und Sehnsüchte ganz von selbst ausdünnen und aufgeben. Dann wirst du fest in wahrem Vairagya.

Aus dem Buch:

Swami Sivanandas
Inspiration und Weisheit
Für Menschen von Heute


Auszüge aus Werken von Swami Sivananda
Essays und praktische Anleitungen
für spirituelle Aspiranten

Einige Bücher von Swami Sivananda findest du online unter:
yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda

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Tags: Inspiration und Weisheit, Inspiration und Weisheit für den spirituellen Weg, Samadhi, Stufen, Swami Sivananda, Vairagya, spiritueller Weg

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