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Ein Schüler, eine Schülerin, auf dem Weg zur Wahrheit muss sich mit den vier Mitteln zu Befreiung, dem Sadhana Chatushtaya, ausstatten, nämlich

Viveka - Unterscheidungskraft

Vairagya - Wunschlosigkeit

Shat Sampat – die 6 Stufen der Gelassenheit

und Mumukshutva - Sehnsucht nach Befreiung).

 

Dann kann er oder sie ganz problemlos den Weg beschreiten. Echter spiritueller Fortschritt ist nicht möglich, wenn man nicht diese vier Voraussetzungen besitzt bzw. daran arbeitet, sie zu entwickeln. Diese vier Mittel sind so alt wie die Veden oder die Welt selbst. Jede spirituelle Tradition schreibt diese vier grund­legenden Voraussetzungen in der einen oder anderen Weise für den Aspiranten vor. Nur die Bezeichnungen sind unterschiedlich. Das ist aber unwesentlich. Nur unwissende Menschen führen Krieg mit Worten und stellen unnötige Fragen. Brahma Vidya, die Wissenschaft vom Selbst, ist kein Thema, das durch bloßes intellektuelles Lernen, Überlegen oder Schlussfolgern verstanden und verwirklicht werden kann, und auch nicht durch Diskussion und Streit. Es ist die allerschwierigste Wissen­schaft. Nur wissenschaftliche Bildung und ausgedehnte Studien mit hohen Anforderungen allein an die Intelligenz können dem Menschen nicht bei der praktischen Verwirklichung der Wahrheit helfen. Diese Wissenschaft verlangt vollkommene Disziplin; eine Disziplin, die man an unseren modernen Universitäten und Hochschulen nicht findet, ein striktes Sadhana zur Erlangung des Zieles von Para Vidya  (Höchstes Wissen, Höchste Wissenschaft).

Viveka ist die Unterscheidung zwischen dem Wirklichen und dem Unwirklichen (Sat und Asat), dem Dauerhaften und dem Vergänglichen (Nitya und Anitya) und dem Selbst und dem Nichtselbst (Atman und Anatman). Viveka darf keine kurzlebige oder zufällige Laune des Aspiranten sein. Ein Viveki (ein Mensch mit Unterscheidungskraft) ist immer achtsam und lässt sich nie in etwas verstricken. Viveka gibt innere Stärke und geistigen Frieden. Aus Viveka entsteht Vairagya.

Vairagya ist Leidenschaftslosigkeit, Wunschlosigkeit, Loslassen – aber nicht das Aufgeben sozialer Pflichten und Verant­wortlichkeiten im Leben. Ein Vairagi (ein leidenschaftsloser Mensch) hat kein Raga-Dvesha (Zu- oder Abneigung). Ein weltlicher Mensch ist Sklave dieser beiden mächtigen Ströme. Ein leidenschaftsloser Mensch hat eine andere Ausrichtung. Er macht überhaupt eine andere Erfahrung. Er ist ein Meister in der Kunst oder Wissenschaft des sich Lösens von nicht Dau­erhaftem und Vergänglichem. Ein leidenschaftsloser Mensch ist der stärkste, glücklichste und reichste Mensch auf der Welt.

Die dritte Voraussetzung ist Shat-Sampat, die sechsfache Tugend, bestehend aus Shama, Dama, Uparati, TitikshaShraddha und Samadhana. Die sechs Teile werden als eines gesehen, denn sie sind alle dazu bestimmt, Geisteskontrolle und Disziplin zu bringen. Konzentration und Meditation sind ohne Geisteskontrolle und geistige Disziplin nicht möglich.

Dies ist eine Textpassage aus dem Buch:

Swami Sivanandas
Inspiration und Weisheit
Für Menschen von Heute


Auszüge aus Werken von Swami Sivananda
Essays und praktische Anleitungen
für spirituelle Aspiranten

Bücher von Swami Sivananda findest du online unter:
yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda

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Tags: Inspiration und Weisheit, Inspiration und Weisheit für den spirituellen Weg, Shat Sampat, Swami Sivananda, spiritueller Weg

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