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Swami Sivananda: Das Aufsteigen der Kundalini

Wenn die Kundalini erwacht ist, geht sie nicht direkt und ganz plötzlich zum Sahasrara Chakra. Sie muss von Chakra zu Chakra geführt werden.

In der Sushumna sind sechs Chakras. Das Muladhara, Svadhishthana, Manipura, AnahataVishuddha und Ajña. Über ihnen allen liegt das Sahasrara, das Hauptzentrum. Alle Chakras stehen in enger Verbindung mit dem Sahasrara Chakra. Daher ist kein Chakra wie die anderen.

Das Muladhara Chakra liegt am unteren Ende der Wirbelsäule. Das Svadhishthana ist an der Wurzel der Genitalien. Das Manipura ist in der Nabelgegend. Das Anahata ist im Herzen. Das Vishuddha ist im Kehlkopf. Das Ajña ist im Trikuti, der Stelle zwischen den Augenbrauen.

Die sieben Chakras entsprechen den sieben Lokas, Ebenen. Die fünf Chakras vom Muladhara zum Vishuddha sind die Zentren der fünf Elemente. Das Ajña ist der Sitz des Geistes.

Wenn der Yogaschüler das Muladhara durchstößt, hat er die Erde bezwungen. Die Erde kann ihm nichts mehr anhaben. Wenn er über das Svadhishthana hinausgeht, hat er das Element Wasser bezwungen. Er ist in Verbindung mit Bhuvarloka (Astralebene). Wenn er das Manipura überschritten hat, hat er das Element Feuer bezwungen. Das Feuer kann ihm nichts anhaben. Er ist in Verbindung mit Svargaloka (Himmels-/Kausalebene). Wenn er das Anahata Chakra überschritten hat, hat er das Element Luft bezwungen. Die Luft kann ihm nichts anhaben. Er ist in Verbindung mit Maharloka. Wenn er das Vishuddha Chakra überschritten hat, hat er das Element Äther bezwungen. Äther kann ihm nichts anhaben. Er ist in Verbindung mit Jnanaloka (Ebene der Erkenntnis). Wenn er das Ajña Chakra überschritten hat, ist er in Verbindung mit Tapoloka. Dann betritt er Satyaloka (Ebene der Wahrheit).

Die Kundalini kann über vier Wege zum Sahasrara gelangen. Der längste Weg geht vom Muladhara zum Sahasrara entlang des Rückens. Der Yogi, der die Kundalini diesen Weg entlang führt, ist sehr stark. Das ist der schwierigste Weg.

Bei Shri Shankaracharya nahm die Kundalini diesen Weg. Der kürzeste Weg geht vom Ajña Chakra zum Sahasrara. Der dritte geht vom Herzen zum Sahasrara. Der vierte geht vom Muladhara vorne zum Sahasrara.

Wenn sich der Yogi auf das Ajña Chakra konzentriert, öffnen sich die unteren Chakras automatisch und werden überwunden.

Der Kundalinistrom steigt durch die Wirbelsäule und kribbelt manchmal wie eine Ameise. Manchmal, wenn Reinheit da ist und keine Blockaden, hüpft sie wie ein Affe und erreicht das Sahasrara. Manchmal erhebt sie sich wie ein Vogel, der von einem Zweig zum anderen hüpft. Manchmal steigt der spirituelle Strom auf wie eine Schlange und bewegt sich zig-zag. Manchmal schwimmt der Yogi glücklich wie ein Fisch im Ozean göttlicher Wonne.

Der Yoga Übende erhält Hilfe von innen, wenn er sich von Chakra zu Chakra bewegt. Eine mysteriöse Kraft, eine mysteriöse Stimme wird ihn bei jedem Schritt führen. Er muss unerschütterliches vollkommenes Vertrauen zur Göttlichen Mutter haben. Sie führt den Sadhaka. Sie führt ihr Kind von Chakra zu Chakra. Sie gibt ihm unsichtbar jede Hilfe. Ohne ihre Gnade kann man nicht in der Sushumna nach oben steigen.

Die Kundalini bleibt nicht lange im Sahasrara. Die Dauer des Verweilens hängt ab von der Reinheit, dem Grad des Sadhana und der inneren spirituellen Stärke des Yoga Übenden. Viele Schüler bleiben nur in den niederen Chakras. Sie werden vom Glück mitgerissen, das sie in den niederen Chakras erfahren und machen bedingt durch ihre missverstandene Zufriedenheit nicht den Versuch, das Sahasrara zu erreichen.

Der Yogi erfährt Versuchungen in den niederen Chakras, den Ruheplätzen. Er muss alle Siddhis, höheren Kräfte, meiden. Siddhis sind Hindernisse am Weg. Wenn er beginnt, mit den Siddhis zu spielen, wird er das Ziel verfehlen und einen Rückschlag erleiden.

Die Kundalini kann leicht erweckt werden, aber es ist sehr schwierig, sie zum Nabel, zum Ajña Chakra und von dort zum Sahasrara am Scheitel zu bringen. Es verlangt sehr viel Geduld und Ausdauer von Seiten des Übenden. Es ist schwierig, das Manipura Chakra zu durchstoßen. Der Yogi muss in diesem Zentrum sehr viel üben.

Der Körper wird weiter bestehen, auch nachdem die Kundalini das Sahasrara Chakra erreicht hat, aber der Yogi ist jenseits des Körperbewusstseins. Erst wenn Kaivalya, die Befreiung, erreicht ist, wird der Körper leblos.

Man lebt natürlich weiter, nachdem die Kundalini ins Sahasrara gebracht worden ist. Aber denke daran, dass sie, auch nachdem sie das Sahasrasa erreicht hat, in einem Moment wieder ins Muladhara zurückfallen kann! Erst wenn man in Samadhi fest verwurzelt ist, wenn man Kaivalya erlangt hat, kann und wird die Kundalini nicht mehr zurück fallen.



Dies ist eine Textpassage aus dem Buch:

Swami Sivanandas
Inspiration und Weisheit
für den spirituellen Weg


Essays und praktische Anleitungen
für spirituelle Aspiranten
Auszüge aus Werken von Swami Sivananda

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