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Eine Gefahr auf dem spirituellen Weg ist Stolz. Ein stolzer Mensch sieht sich getrennt von seinen Mitmenschen und der Natur. Er blockiert dadurch seine tiefere Erleuchtung. Diese Gefahr gibt es im Hinduismus wie im Buddhismus. Wir müssen allen Stolz überwinden und Demut und Bescheidenheit üben, wie es der Dalai Lama vormacht.
Stolz kann man vor allem durch den Weg der umfassenden Liebe überwinden. Man lebt für das Glück aller Wesen und nimmt seine Mitmenschen wichtiger als sich selbst.
Stolz hat wie alle Eigenschaften zwei Seiten. Manchmal ist es hilfreich und manchmal nicht. Im Gottheiten-Yoga identifiziert man sich mich seinem spirituellen Vorbild. Im tibetischen Buddhismus nennt man das göttlichen Stolz entwickeln.
Der Mensch möchte gerne großartig sein. Das Großartigste ist es ein Buddha, ein Shiva, ein Erleuchteter oder eine erleuchtete Frau (Göttin) zu sein. Dieser Wunsch läßt einen Menschen nach Erleuchtung streben. Er bringt einen dazu sich mit einem erleuchteten Vorbild zu verbinden. Nicht nur, aber oft. Man kann auch einfach nach dem Glück eines Erleuchteten streben. Oder man möchte durch die Erleuchtung das Leid des Lebens überwinden. Oder man möchte wie ein Erleuchteter Liebe sein und in der Liebe leben.
Das alles sind positive Ziele. Jeder Mensch darf mit seiner eigenen Motivation nach Erleuchtung streben. Ab einer bestimmten Stufe des Weges muss man aber alle Anhaftung an irgendwelche Ziele loslassen, sein Ego überwinden und ins erleuchtete Sein eintreten. Man wird wunschlos. Man wird leer vom Ego. Man ist einfach nur ein glücklicher Buddha, ein glücklicher Shiva oder eine glückliche Göttin.
Im tibetischen Buddhismus gehört es zum Gottheiten-Yoga dazu, dass man alle Visualisierungen und Identifizierungen immer wieder in die Leerheit (das Einheitsbewusstsein) auflöst. Göttlicher Stolz entsteht und vergeht. Im Schwerpunkt lebt man in der Ruhe, der Liebe und im Nirvana.
Im indischen Gottheiten-Yoga praktiziert man vorwiegend die Anbetung der Gottheiten. Man sieht die Götter als groß und sich selbst als klein. Es gibt aber auch den Weg der Identifzierung mit den Götter (Ich bin Shiva, Shivo Ham).
Letztlich gibt es im indischen Yoga den Weg der Meditation auf Formen (Götter) und den Weg der formlosen Meditation (in der Ruhe verweilen). Durch den Weg der Ruhe lösen sich alle Formen und Vorstellungen immer wieder auf. Wir wachsen so immer mehr ins erleuchtete Sein, in das Einheitsbewusstsein und in die Glückseligkeit (Sat-Chid-Anananda).

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Kommentar von Diamir am 24. Juli 2019 um 2:45pm

lch habe als Kind die beiden Sprichworte öfter gehört.

1. Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz.
2. Hochmut kommt vor dem Fall.

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