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Einstmals wurde Buddha als König Brahmadatta von Benares wiedergeboren. Eines Tages traf er in einem Tempel fünf heilige Männer, die dort vom Volk verehrt wurden. Sie konnten andere Menschen heilen, Hellsehen und Wunder bewirken. Brahmadatta fragte sie, wie sie heilig geworden seien.

Der erste antwortete ihm, dass er ein Krieger gewesen sei. Er hätte gerne viel Sex gehabt und sei seiner Frau untreu gewesen. Ein Buddhist hätte ihm erklärt, dass sexuelles Fehlverhalten gegen die dritte Tugendregel verstoßen würde. Daraufhin sei er seiner Frau treu geblieben und sei nach dem Tod in den Himmel Indras aufgestiegen. Nach dem Traibhumikatha des thailändischen Theravada-Buddhismus ist diese Götterwelt die höchste Ebene der Erdwelt (der ersten Welt, Bhurloka). Im nächsten Leben sei er dann als Heiliger wiedergeboren worden.

Buddha fragte den zweiten Heiligen nach seinem Werdegang. Der zweite Heilige war in seinem früheren Leben ein Bauer gewesen. Er hatte den Alkohol geliebt und habe sich oft damit berauscht. Als ihn ein buddhistischer Mönch auf die fünf Silas (Tugendregeln im Buddhismus) hingewiesen hatte, habe er seine Alkoholsucht überwunden und sei nach seinem Tod in die Welt der begierdelosen Götter aufgestiegen. Die Welt der begierdelosen Götter ist eine feinstoffliche Welt (Ätherwelt, Bhuvahloka), die über der ersten Welt (Erdbereich) liegt. Im nächsten Leben sei er ebenfalls als Heiliger (Arhat) wiedergeboren worden.

Nun war Buddha gespannt auf den dritten Heiligen. Der dritte Heilige war in seinem früheren Leben ein indischer Kaufmann gewesen. Er hatte in seinem Beruf viel betrogen und anderen Menschen ungerechtfertigt etwas weggenommen. Als er älter geworden war, hatte er sein Verhalten bereut. Um sein schlechtes Karma wieder gutzumachen, hatte er im Alter seinen Mitmenschen viel Gutes getan und vielen Menschen von seinem Reichtum abgegeben. Dadurch war er nach seinem Tod in das Paradies Vishnus aufgestiegen. Vishnu ist der hinduistische Gott der Liebe. Sein Paradies befindet sich in der dritten Welt, dem Bereich der formlosen Götter. Diese Welt ist eine Paradieswelt (Swahaloka, die Welt der Glückseligkeit). Der Kaufmann war dann in seinem jetzigen Leben als Heiliger voller Liebe (Bodhisattva) wiedergeboren worden.

Der vierte Heilige war in seinem früheren Leben ein Brahmane (hinduistische Priesterklasse) gewesen. Er hatte seine Mitmenschen viel angelogen. Im Alter hatte er ebenfalls sein Tun bereut, geschworen nur noch die Wahrheit zu sagen, und sei dadurch nach dem Tod in das Paradies Brahmas aufgestiegen. Brahma ist im Hinduismus der Gott der Weisheit. Wer in der Wahrheit lebt, der begreift irgendwann wie die Dinge wirklich sind. Er erlangt Weisheit und geht den Weg des inneren Glücks. Brahmaloka befindet sich ebenfalls in der Ebene der formlosen Götter (der dritten Welt der Theravada-Kosmologie).

Der fünfte Heilige war in seinem früheren Leben ein kastenloser Inder gewesen. Er hatte sein Geld mit der Tötung von Tieren verdient. Im Alter hatte er davon Abstand genommen und sei den Weg der Gewaltlosigkeit gegangen. Er hatte als Yogi ein meditatives Leben geführt und sei nach seinem Tod in Shivaloka wiedergeboren worden. Shiva ist der Gott des Yoga und der Meditation. Sein Paradies gehört auch zur dritten Welt, dem Bereich der formlosen Götter. Dank seiner Verdienste konnte der Heilige sein jetziges Leben im Zustand des inneren Glücks und des erleuchteten Seins verbringen.

Der König Brahmadatta war beeindruckt von den Geschichten der fünf Heiligen. Er beschloss die fünf Silas konsequent einzuhalten und den Rest seines Lebens als Yogi und Bodhisattva zu verbringen. Er erlangte noch in diesem Leben eine gewisse Stufe der Erleuchtung. Nach seinem Tod stieg ins Nirvana auf. Das Nirvana ist ein formloser Bereich des glückseligen Seins, der über den drei Welten liegt. Im Hinduismus spricht man von Sathyaloka, dem Ort der höchsten Wahrheit. Im Christentum wird er als eins mit Gott bezeichnet. Man lebt im Licht, ist Licht und erfährt höchstes Glück, Liebe, Frieden und Wahrheit. Brahmadatta konnte sich aber zunächst nur eine kurze Zeit in diesem Bereich aufhalten. Dann wurde er auf der Erde als Buddha wiedergeboren, um zur dauerhaften und vollständigen Erleuchtung zu gelangen.

Das Jenseits und das Diesseits hängen zusammen. Die vier Welten spiegeln sich auch im Menschen wieder. Der Erdbereich bezieht sich auf den Körper eines Menschen und auf das Wurzel- und das Unterbauch-Chakra (Sexualchakra). Die Energiewelt bezieht sich auf den Energiekörper eines Menschen und das Solarplexus-Chakra. Die formlose Welt bezieht sich auf die Gefühle und insbesondere auf die Liebe (Herz-Chakra) und das Glück (Wonne-Körper, Ananda-Kosha). Die höchste Welt bezieht sich auf den Geist. Das Nirwana wird durch den Geist verwirklicht (Egolosigkeit). Wir sollten gut für unseren Körper, unsere Energie, unsere Gefühle und unseren Geist sorgen. Dann werden wir auch im Jenseits in den entsprechenden Welten gut leben können. Im Idealfall kann ein Erleuchteter in allen Welten handeln, weil er alle Potentiale verwirklicht hat. Er ist dann ein Meister des Kosmos.

Wikipedia: Die Traibhūmikathā (Sanskrit, „Predigt über die drei Welten“) ist eine kosmologische Abhandlung der Thai aus dem 14. Jahrhundert. Es ist eines der ältesten überlieferten Werke der thailändischen Literatur. Es handelt sich dabei um eine Darstellung des Universums, das nach der damaligen Vorstellung der Theravada-buddhistischen Thai aus drei verschiedenen „Welten“ oder Ebenen der Existenz besteht und deren jeweiligen teils mythischen Bewohnern und Geschöpfen.

Die Drei Welten, das sind die Welt der Sinnlichkeit (Kamaphum), die Welt der reinen Form (Rupaphum) und die Welt der Nicht-Form (Arupaphum). Es ist gleichzeitig eine Beschreibung des Konzepts der Wiedergeburt: drei aufeinander aufbauenden Hauptebenen, bestehend aus insgesamt 31 Regionen der Existenz. In der ersten Welt befinden sich die acht Höllen, darüber die Region der Tiere, der Hungrigen Geister, der Asura-Dämonen, die Region der Menschen und zuoberst die unteren Himmel der Devata, insbesondere „Indras Himmel“, auch Tavatimsa-Himmel oder „Welt der 33 Götter“ genannt.

Die zweite Welt besteht aus 16 nach oben hin immer erhabeneren metaphysischen Ebenen, hier leben begierdelose Gottheiten in feinstofflichen Körpern. Die dritte Welt schließlich hat vier Regionen, deren Bewohner keinerlei äußerer materieller Form unterliegen und jahrtausendelang in Meditation versunken sind. Jenseits dieser Zonen liegt das Nirwana, das nicht beschrieben werden kann, da es sich dem menschlichen Begriffsvermögen entzieht.

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