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Es gibt mehrere Handlungen, die als Nyasa bezeichnet werden. Zum einen heißt es, sich niederwerfen. Also, z.B. gerade in Südindien ist es üblich, dass man nicht nur wie in Nordindien sich verneigt, da gibt es ja verschiedene, z.B. das Namaste, und dann kann man sich auch weiter verneigen, das ist dann eine weitere Form, es gibt auch dafür einen Namen. Aber Nyasa heißt, das vollständige auf den Boden Werfen und von Kopf bis Fuß praktisch den Boden berühren. Das heißt: „Ich bringe mich dir vollständig dar.“ Dann kann man noch die Hände zusammengeben, auch eine Form von Nyasa.

Dann gibt es auch Nyasa während einer Puja. Es gibt einen bestimmten Abschnitt der Puja, wo man seinen eigenen Körper darbringt und Gott dort anruft. Bei Yoga Vidya haben wir eine bestimmte Abfolge der Puja. Es beginnt mit Om, dann folgt Achmanyam – Reinigung, dann folgt Tilaka – Auftragen der heiligen Pulver, dann folgt Avahana – Anrufung, Invokation, und dann folgt schon Archanam, und dann folgt das Schmücken – Alankara, dann folgt danach Naivedya, und schließlich das Mangalam – Wohlwollenswünsche, und Arati. Es gibt noch zusätzliche weitere Schritte in einer Puja, die eine ausgefallenere Puja haben kann, und dazu gehört z.B. Nyasa.

Nyasa macht man dann am Anfang der Puja und man ruft Gott auch in den Körperteilen an. Das kann man mit bestimmten Mantras machen, und dann ruft man Gott in den Händen an, in den Unterarmen, in den Oberarmen, in den Schultern, in der Nase, in der Stirn, überall. Letztlich lässt man den Körper vollständig von Gott regieren. Auf eine gewisse Weise ist das ja sowieso schon so. Nicht du existierst, sondern Gott existiert in dir. Nicht du praktizierst, sondern Gott spielt Sadhana Lila, Gott wirkt durch dich. Mit Nyasa kannst du dir dessen bewusst werden. Du kannst bewusst einzelne Körperteile darbringen. Auf eine gewisse Weise ist die erste Strophe am Ende des Arati, bei den Versen der Hingabe, eine Form von Nyasa, wo man sagt: „Oh Gott, Twameva, du allein bist mein Körper, du allein bist meine Sprache usw. Und was auch immer ich tue mit meinem Körper, mit meiner Sprache, mit meinen Emotionen, mit meinen Gefühlen, meiner Natur, meinem Selbst, all meinen Besitztümern, das bringe ich dir dar.“ Das ist auch eine Form von Nyasa, die wir in unserer Tradition machen.

Nyasa – Darbringung, man bringt sich vollständig dar, sei es eben über eine Verneigung, sei es im Sinne von einer Puja, wo man zu Anfang der Puja die einzelnen Körperteile Gott darbringt und Gott in den einzelnen Körperteilen anruft, oder auch, indem man zu Anfang des Tages oder Ende des Tages sagt: „Was auch immer ich heute tue, das bringe ich dir dar. Was auch immer ich habe, das bist du. Und was auch immer ich heute getan habe, das bringe ich dir dar.“ Nyasa – Darbringen, Nyasa – Hingeben.

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Tags: Darbringung, Nyasa, Verehrung, Yoga Vidya Sanskrit-Lexikon, Yoga Vidya Sanskrit-Wörterbuch

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