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Meine Mutter verweigert seit drei Tagen das Essen. Sie wird gefüttert und läßt es dann wieder aus dem Mund herauslaufen. Sie schluckt es nicht mehr herunter. Interessant ist, dass ich vor drei Tagen überlegte, was meine Mutter tun könne, wenn sie sterben wollte. Ich überlegte, ob ich ihr raten solle die Nahrung zu verweigern. Ich kam aber zu dem Schluß, dass ich so etwas nicht tun könne. Sie müsse das von sich aus tun. Und sofort tat sie es, als ob sie geistig mitgehört hätte.

Ich fuhr heute schweren Herzens zu meiner Mutter. Irgendwie ahnte ich, dass es schwer werden würde. Meine Mutter lag im Bett und schlief. Ich betrachtete sie. Sie sah so aus, als ob sie im Sterben liegt. Um den Anblick zu verdauen, ging ich erstmal ins Altersheim-Cafe und stärkte mich mit zwei Stücken Kuchen und einer Tasse Kaffee.

Ich saß einfach nur traurig da und stellte mich auf die Situation ein. Da kam meine alte Freundin Frau Trotzki. Sie freute sich mich zu sehen und begann lebhaft zu reden. Das brachte mich aus meiner Trauer heraus und öffnete mein Herz wieder dem Leben. Anschließend sang ich mit ihr noch eine halbe Stunde Weihnachtslieder. Die hatte ich gerade neu auf der Ukulele geübt. Am Anfang war das Singen noch etwas holprig, aber ich wiederholte die Lieder so oft, bis alle sie gut singen konnten. Und ich die Akkorde auf der Ukulele in Übereinstimmung mit den gesungenen Tönen bringen konnte.

Was nicht so einfach für einen kleinen Yogi ist. Weil ich erstens ziemlich unmusikalisch bin. Zweitens ich immer noch traurig wegen meiner Mutter war. Und drittens lenkten mich die Senioren ab, die Schwierigkeiten mit den Texten hatten. Nur bei "Oh Tannebaum" konnten alle textsicher mitsingen. "O du fröhliche" brachte uns dann endgültig in eine Weihnachtsstimmung. "Bald ist heilige Nacht. Chor der Engel erwacht."

Eine Weihnachtsstimmung besteht für mich aus einer Mischung aus Trauer und Freude. Trauer über das Leid des Lebens. Und Freude über die Geburt von Jesus Christus. "Stille Nacht, heilige Nacht. Hirten erst. Kundgemacht durch der Engel Halleluja. Tönt es laut von Fern und Nah. Jesus der Retter ist da." Möge meine Mutter einen friedlichen Übergang haben und bald im Licht erwachen. Sie hat sich dazu die Weihnachtszeit ausgesucht.

Nach dem Singen mit den Senioren ging ich wieder zu meiner Mutter. Im Gang traf ich die für meine Mutter zuständige Altenpflegerin. Sie berichtete mir, dass meine Mutter das Essen verweigert. Sie bekommt aber noch die Infusion, also Flüssigkeit durch die Vene. Das hindert sie am Sterben. Bevor das Altersheim die Infusion beendet, brauchen sie ein schriftliches Einverständnis meinerseits. Und ich muss das persönlich mit der zuständigen Ärztin besprechen. Ich werde also morgen die Ärztin anrufen und nächsten Montag einen Termin mit ihr vereinbaren. Meine Schwester ist mit dem Vorgehen einverstanden. Wenn meine Mutter sterben möchte, darf sie es tun.

Traurig fuhr ich mit dem Rad wieder nach Hause. Im Wald traf ich die junge Frau von der Pferdewiese. Sie berichtete mir freudig, dass sie gerade ihr erstes Kind bekommen hat. Und ich erzählte ich vom Sterben meine Mutter. Freude und Leid. Geburt und Tod. Welch ein Zufall.

https://www.youtube.com/watch?v=ou50WyBwF3U


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Kommentar von D.Jahnke am 15. Dezember 2016 um 11:16am
Ende der Lebenskraft, die Zeit des Rückzugs !

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