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Meine Weihnachtsgeschichte (die kleine Hexe und das Krippenspiel)

Vor Weihnachten besuchten meine Freundin und ich das Märchen "Die kleine Hexe", das von Laienschauspielern in meinem Ort aufgeführt wurde. Barbara liebt Kindertheater. Der Saal im Kulturhaus war voll. Viele Kinder aller Altersstufen mit ihren Eltern. Durch die Kinder war eine starke Energie im Raum.

Die Kinder waren begeistert von den Zauberkunststücken der kleinen Hexe. Die Begeisterung steckte auch mich und meine Freundin an. Die kleine Hexe wollte gerne beim großen Hexentanz in der Walpurgisnacht auf dem Brocken im Harz mitmachen. Dazu musste sie aber die Hexenprüfung bestehen. Ihr wurde gesagt, dass sie eine gute Hexe werden muss.

Diesen Begriff missverstand die kleine Hexe. Sie übte fleißig nach ihrem Zauberbuch. Und sie bemühte sich allen Menschen Gutes zu tun. Die anderen Hexen waren aber böse Hexen. Und so fiel sie durch die Hexenprüfung durch. Da sie aber inzwischen gut zaubern konnte, verzauberte sie die Besen der bösen Hexen und beraubte sie so ihrer Macht. So siegte das Gute auf der Welt.

In der Realität gibt es im Bereich der Spiritualität, der Religion und der Esoterik nicht nur gute Menschen. Es gibt auch viel Machtmissbrauch, Ego und Selbstsucht. Viele Menschen nutzen ihre spirituellen Kräfte, um Reichtum, Macht, Sex und Anerkennung zu erlangen. Religionen werden missbraucht, um grausame Kriege und weltliche Machthaber zu unterstützen.

Es ist deshalb wichtig, dass wir uns für eine positive Spiritualität einsetzen und die negativen Kräfte soweit wie möglich einschränken. Es gibt gute und böse Hexen. Es gibt gute und böse Zauberer. Es gibt gute und schlechte spirituelle Meister. Wir sollten genau hinsehen und uns von den negativen Kräften fernhalten. Wir sollten uns fest in der Wahrheit und der Liebe verankern. Insofern enthält die Geschichte von der kleinen Hexe eine wichtige Botschaft für uns.

In der heutigen Zeit überwiegt das Negative. In den Massenmedien werden Gewalt, Ego, äußerer Reichtum und äußere Werte gefördert. Das wirkt sich auch auf die Spiritualität aus. Die Spiritualität wird zu einem Egotripp, wo es hauptsächlich um das eigene Wohlgefühl geht.

Zur Erleuchtung gelangt man aber durch den Weg der umfassenden Liebe. Das betonen der Neohinduismus, der Mahayana-Buddhismus und das Christentum. Am Heiligen Abend gingen Barbara und ich zu einem Krippenspiel in die Dorfkirche. Krippenspiele sind offensichtlich sehr beliebt. Die Kirche war völlig überfüllt. Wir fanden gerade noch zwei Plätze.

Das Krippenspiel handelte von der Geburt von Jesus Christus. Letztlich ging es nicht um die Person von Jesus, sondern um die Geburt einer neuen Religion der Liebe. Es ging darum die echte Spiritualität im Judentum wieder zum Leben zu erwecken. Davon war im Krippenspiel aber nicht viel zu merken.

Es wurde ein Christentum gezeigt, an das vielleicht die Menschen im Mittelalter glauben konnten, aber nicht die heutigen wissenschaftlich orientierten Menschen. Wir erfuhren von der Jungfrauengeburt, dem Auftauchen von Engeln und der Vergöttlichung von Jesus. Jesus hat sich nie als Gott gesehen. Diese Sichtweise wurde erst von Paulus in die Bibel eingeführt.

Zum Glück brach in dem Moment die Krippe zusammen. Ein Zeichen Gottes. Die Kinder vergaßen ihren Text und die Leiterin des Krippenspiels begann wüst die Zuschauer zu beschimpfen. Warum bricht immer das Chaos aus, wenn ich eine Kirche besuche? Mir gefiel das jedenfalls.

Es machte den Zuschauern nichts aus, dass einige Kinder ihren Text vergaßen. Das Umfallen der Krippe fanden sie lustig. Aber sich von einer Kirchenangestellten beschimpfen zu lassen, mochten sie nicht. Die Stimmung kippte für eine kurze Zeit. Aber die Kinder spielten weiter Jesus, Maria, die Engel, die Hirten und die Tiere. An Gott glaubt hier im Norden Deutschlands ohnehin kaum jemand. Aber die Menschen glauben an die Familie und die Kinder. Kinder müssen nicht perfekt sein. Sie werden gerade dadurch liebenswert, dass sie nicht perfekt sind. Und so war zum Schluss alles wieder in Ordnung und wir gingen glücklich nach Hause.

Es war ein gelungener Heiliger Abend. Und dann schenkte mir Barbara noch ein Smartphone. So dass ich auch auf dem neuesten Stand der Technik bin. Ich bin jetzt bei Instagram, TikTok und überall, wo man heute sein muss. Und ich kann per WhatsApp Weihnachtsbotschaften an meine Freunde verschicken. Was will ein moderner Weihnachtsmann mehr?


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