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Meditation und Gedankenruhe (Gottüberlassenheit)

Dukhandi war ein sehr armer Mensch. Er fristete sein Dasein als Lumpensammler. Eines Tages traf er einen erleuchteten Yogi. Der Yogi erklärte ihm, dass die Erleuchtung das tiefere Ziel eines Menschen sei und auch ein Lumpensammler dieses Ziel erreichen könne. Dukhandi war begeistert von der Aussicht auf ein Lebens im dauerhaften inneren Glück. Auch wenn er äußerlich arm war, so wäre es doch wichtiger innerlich reich zu sein. Nur wer inneres Glück besitzt, kann sein äußeres Leben wirklich genießen.

Dukhandi bat den Yogi ihn in den spirituellen Weg einzuweihen und ihm die dazu notwendige spirituelle Energie zu übertragen. Der Yogi öffnete die Chakren Dukhandis und gab ihm als spirituelle Technik sich als einen erleuchteten Buddha zu visualisieren und so seine Kundalini-Energie zu aktivieren. Er solle wie ein Buddha denken, wie ein Buddha reden und sich wie ein Buddha verhalten. Er sollte beständig die Eigenschaften eines Buddhas wie Gleichmut, Glück und umfassende Liebe üben. Wenn er geistig in die Form eines Buddhas gelangt sei, dann solle er seine Gedanken zur Ruhe bringen und alle geistigen Formen in den Zustand der Leerheit auflösen. Dadurch würde er sein Ego überwinden und ins Nirwana eintreten.

Dukhandi visualisierte sich als Buddha, dachte das Mantra: "Ich bin ein Buddha," und trat so in kurzer Zeit in einen Zustand des inneren Glücks ein. Aber er konnte diesen Zustand nicht vertiefen. Er konnte nicht in das gedankenlose Sein eintreten. Er konnte nicht das egolose Nirwana erreichen. Seine Gedanken hinderten ihn daran. Immer haftete er irgendwo an. Begegnete ihm Leid, betrübte es ihn. Sah er schöne Dinge, wollte er sie haben. Geschah etwas Unangenehmes, lehnte er es ab. Immer war sein Geist mit irgendetwas beschäftigt.

Selbst in der Meditation konnte Dukhandi seine Gedanken nicht zur Ruhe bringen. Es gelang ihm gut durch Visualisierungen seine Kundalini-Energie zu aktivieren. Er kam schnell in der Meditation in einen Zustand des Glücks. Er erreichte schnell die erste Stufe auf Buddhas Meditationsweg. Er konnte gut im Zustand des mit Gedanken verbundenen Glücks verweilen.

Aber Buddha lehrte noch drei weitere Vertiefungen, den Zustand des gedankenlosen Glücks, den Zustand wunschloser Zufriedenheit und den Zustand des Gleichmuts jenseits von Freude und Leid. Nach den ersten vier Versenkungszuständen kommen dann noch die vier höheren Versenkungszustände, die letztlich zur Erleuchtung führen. Alle acht Formen der Meditation sind ein schrittweises Vertiefen der geistigen Ruhe.

Dukhandi war innerlich zu unruhig, um seinen Geist ganz zur Ruhe bringen zu können. Deshalb riet ihm der Yogi die unruhigen Gedanken zu seinem Weg zu machen. In der Meditation sollte er einfach die Gedanken kommen und gehen lassen wie sie wollten. Er sollte sie nur beobachten und sich nicht mit seinen Gedanken und Gefühlen identifizieren.

Wenn er besonders stark an etwas anhaftete oder es ablehnte, dann sollte er es soweit wie möglich innerlich loslassen und sich ansonsten dem Willen des Lebens überlassen. Im Christentum nennt man das Gottüberlassenheit. Man denkt als Mantra "Dein Wille geschehe." Wenn Dukhandi konsequent den Weg der Meditation und der Achtsamkeit auf seine Gedanken gehen würde, dann würde er im Laufe der Zeit von alleine immer ruhiger werden und eines Tages die Erleuchtung verwirklichen.

Er solle die Dinge nicht erzwingen. Die Erleuchtung kann man nicht erzwingen. Sie kommt von alleine zu ihrer Zeit. Auch die Gedankenruhe kann man nicht erzwingen. Wenn man sie durch große innere Anstrengung erzwingt, dann blockiert man damit nur den Fluss der Erleuchtungsenergie. Man bleibt spirituell stecken. Es geschieht keine innere Reinigung mehr, weil man innerlich verhärtet ist. Die inneren Verspannungen und Energieblockaden lösen sich letztlich von alleine durch die inneren Selbstheilungskräfte auf, wenn man ausdauernd seinen spirituellen Weg geht.

Dukhandi praktizierte seinen Weg zwölf Jahre. Er visualierte sich als Buddha in der Einheit des Kosmos. Er sah die ganze Welt als ein Mandala, in dem alles verbunden ist und es keine eigenständige Existenz gibt. Alles ist letztlich determiniert, vom Karma und vom Schicksal bestimmt. Er überließ sich entspannt dem Willen des Lebens. Er übte es egolos zu leben. Dann verschwand plötzlich sein Ich-Bewusstsein und er gelangte in eine Einheitssicht der Dinge. Seine Gedanken kamen zur Ruhe. Er lebte im erleuchteten Sein, ganz entspannt im Hier und Jetzt. Er verwirklichte gleichzeitig Fülle (inneres Glück) und Leerheit (Egolosigkeit). Er war ein glücklicher Buddha im egolosen Nirwana.

Wikipedia: Shunyata bzw. Śūnyatā ist ein zentraler buddhistischer Begriff und bedeutet, dass alles leer und frei von Dauerhaftigkeit ist und sich alles gegenseitig bedingt. Das Prädikat „leer“ bezieht sich im frühbuddhistischen Zusammenhang noch ausschließlich auf die Ichlosigkeit und nicht auf eine angenommene letztendliche Bestehensweise der Daseinsfaktoren (fünf Skandhas) in ihrem abhängigen Entstehen. Das ändert sich später in einigen Schulen des Hinayana, die diskutieren, ob die Daseinsfaktoren über eine dauerhafte Eigenexistenz (svabhava) verfügen oder nur momenthaft aufblitzen.

In den Prajnaparamita-Schriften des Mahayana (z. B. im Herz-Sutra), deren Entstehungszeit um das 1. Jahrhundert v. Chr. anzusiedeln sind, kommt es zu einem Bedeutungswandel. Die Daseinsfaktoren, die die gesamte Erfahrungswelt der Person konstituieren, sind nicht nur leer von einem Selbst, sondern leer von jeglicher Eigenexistenz. Alle Wesen, ob verblendet oder erleuchtet, sind demnach im universellen Bedingungszusammenhang untrennbar miteinander verwoben und letztlich nicht voneinander getrennt. Im Yogacara fungiert der Geist als Grundlage von Samsara und Nirvana: ihn gilt es, durch Training (Meditation) zu erkennen und schlussendlich vollständig zu verwirklichen.

Der Leerheitsbegriff ist an mehreren Stellen des Pali-Kanons überliefert. Ein Zitat aus dem Samyutta-Nikaya (einem Dialog zwischen dem historischen Buddha und seinem Cousin und Schüler Ananda) unterstreicht das: „Was da, Anando, leer von Ich und zum Ich Gehörigen ist, zu dem, Anando, wird gesagt: ‚Leer ist die Welt‘.“

– Samyutta Nikaya 35.85
In einem Zitat aus dem Culasunnata Sutta werden die verschiedenen Versenkungszustände der Samatha-Meditation erläutert: „... Weiter sodann, Anando, hat der Mönch den Gedanken ‚Unbegrenzte Bewußtseinsphäre‘ entlassen, den Gedanken ‚Nichtdaseinsphäre‘ entlassen. Also erkennt er: ‚Spaltungen, die aus dem Gedanken ‚Unbegrenzte Bewußtseinsphäre‘ entständen, die gibt es da nicht, Spaltungen, die aus dem Gedanken ‚Nichtdaseinsphäre‘ entständen, die gibt es da nicht.‘ Also aber, Anando, kommt diese wahrhafte, unverbrüchliche, durchaus reine Leerheit über ihn herab.

– Majjhima Nikaya 121
Weiter sodann, Anando, hat der Mönch den Gedanken ‚Nichtdaseinsphäre‘ entlassen, den Gedanken ‚Grenzscheide möglicher Wahrnehmung‘ entlassen; geistige Einheit ohne Vorstellung nimmt er auf als einzigen Gegenstand. In geistiger Einheit ohne Vorstellung erhebt sich ihm das Herz, erheitert sich, beschwichtigt sich, beruhigt sich. ...“

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