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Im Jnana Yoga wird gesagt: „Satchidananda Swarupo Ham. Meine wahre Natur ist Sein Wissen und Glückseligkeit.“ Und: „Aham Brahmasmi. Ich bin Brahman.“ Jnana Yoga ist der Yoga des Wissens, der Weisheit und der höchsten Erkenntnis. Jnana Yoga heißt, dass die Aussagen, die dort getroffen werden, nicht nur Philosophie sind, nicht nur Glaubenssätze, sondern intellektuell nachvollziehbar, noch wichtiger, erfahrbar, und genauso natürlich auch, seit Jahrtausenden in Schriften beschrieben und von Meistern immer wieder neu dargelegt. „Ayam Atma Brahman. Dieses Selbst ist eins mit Brahman.“ Die Grundaussage ist, es gibt eine höhere Wirklichkeit im Universum, die allem zu Grunde liegt. Sie ist tief im Inneren von mir und sie ist überall im gesamten Universum spürbar, erfahrbar. Sie liegt überall dahinter. „Satchidananda Swarupo Ham. Meine wahre Natur ist Sein, Wissen und Glückseligkeit.“ Und wenn meine wahre Natur das ist, dann ist es auch hinter Brahman. Und hier wird das auch sofort erfahrbar. „Meine wahre Natur ist Sat, reines Sein.“ Reines Sein heißt, nicht begrenztes Sein. Normalerweise im Alltag empfindet man sich als begrenzt. Körper ist so und so dick, so und so breit, so und so hoch, so und so alt, hat die und die Fähigkeiten, ist begrenzt. Irgendwann ist er geboren, irgendwann stirbt er. Auch mit meiner Persönlichkeit – Persönlichkeit hat bestimmte Fähigkeiten, bestimmte Dinge sind möglich, einiges ist weiter ausbaubar. Wir haben bestimmte Energien. Auch die sind natürlich ausbaubar. Aber irgendwo hört es auf. Das Konzept von Sat besagt, wir sind alle miteinander verbunden, wir sind nicht so getrennt. Und das können wir auch als Übung im Alltag integrieren. Jedes Mal, wenn man vielleicht jetzt einen Moment Zeit hat. Gut, viele sagen, „ich habe nie Zeit“, aber ich behaupte, jeder hat mindestens ab und zu mal einen Moment Zeit. Dort können wir etwas wahrnehmen und wir können eine Verbundenheit wahrnehmen. Und wir können irgendwo spüren: „Ich bin nicht so getrennt, wie ich das so denke.“ Wir sind verbunden schon allein durch die Wahrnehmung. Wir sind verbunden durch ein Gefühl. Wir sind verbunden. Und wenn wir das so spüren, Verbundenheit. Verbundenheit sogar mit einem Menschen. Nicht nur sogar, sondern vielleicht am schönsten. Verbundenheit mit einem Menschen, mit einem Tier, mit einem Baum, mit einer Pflanze, mit einem Stein, mit der Luft, die uns umgibt. All das führt zu einer Bewusstseinserweiterung und lässt Brahman erfahrbar machen. „Ich bin Chid, ich bin Bewusstheit.“ Dieses Gefühl der Verbundenheit ist natürlich nicht einfach nur irgendwie etwas, sondern es ist Bewusstheit. Wir können feststellen: „Mein Bewusstsein verbindet sich mit dem Bewusstsein hinter einer Blume, hinter einer Pflanze, hinter einem Stein, hinter einem Menschen.“ Und wir können letztlich auch – vielleicht noch mehr – zu anderen Menschen irgendwo spüren: „Dein Bewusstsein, mein Bewusstsein, wir sind verbunden.“ Im Höchsten heißt es natürlich: „Mein Bewusstsein und dein Bewusstsein sind das Gleiche.“ Es gibt da nicht diesen Unterschied. Aber leichter ist vielleicht erfahrbar: „Meine Bewusstheit, deine Bewusstheit – ist irgendwo miteinander verbunden.“ Und daraus entsteht dann auch noch Ananda. Ananda heißt Freude. In dem Moment, wo wir uns verbunden fühlen, ist Liebe da. In dem Moment, wo wir uns verbunden fühlen, ist Freude da. In dem Moment, wo wir uns des Bewusstseins des anderen bewusst sind, ist Freude da. Und eine Freude, die unabhängig davon ist, ob wir irgendetwas äußerlich kriegen, ob jemand anders nett zu uns ist oder nicht – vielleicht erleichtert das, wenn jemand anderes gerade nett zu uns war, dann fühlt man sich besonders verbunden. Aber das besagt eben auch, es ist das Verbundenheitsgefühl, welches die Freude bringt. Nicht, ob jemand anderes uns was Nettes getan hat und ein nettes Wort gesagt hat, sondern es ist, ob wir uns verbunden fühlen. Und diese Erfahrung von Verbundenheit, diese Erfahrung von Liebe, die Erfahrung von Freude, können wir im Alltag immer wieder kultivieren. Wir brauchen nicht abwarten, dass jemand anderes nett zu uns ist, um Freude, Liebe und Verbundenheit zu erfahren, sondern wir können es sofort erfahren. Und vielleicht ist dann jemand etwas netter als sonst, vielleicht auch nicht immer, aber wir können weiter diese Verbundenheit erfahren. „Satchidananda Swarupo Ham. Meine wahre Natur ist Sein, damit Verbundenheit. Sie ist Chid und damit Bewusstheit dieser Verbundenheit. Sie ist Ananda und damit Freude und Liebe, die dann erfahrbar wird, wenn wir diese Verbundenheit spüren.“
Hari Om Tat Sat
Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

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Tags: intelligenz, jnana, wissen, yoga

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