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Im Zeitalter der Globalisierung ist der Austausch und die Zusammenarbeit aller Religionen sehr wichtig. Nur so können religionsmotivierte Kriege verhindert werden. Wenn wir eine Welt des Friedens, der Liebe und des Glück aufbauen wollen, sollten alle Religionen es lernen friedlich miteinander umzugehen. Wir sollten anerkennen, dass wir in einer multikulturellen Welt leben. Frieden ist nicht durch die Dominanz einer Religion, sondern nur durch ein positives Miteinander möglich.

In diesem Sinne trete ich für die Zusammenarbeit aller Religionen und auch für die Zusammenarbeit der verschiedenen Gruppen innerhalb einer Religion ein. Ich habe aber auch erfahren, wie schwer die Diskussion zwischen den Religionen und Religionsgruppen ist. Die evangelikalen Christen und die radikalen Islamisten lehnen einen Dialog ab. Sie wähnen sich im alleinige Besitz der Wahrheit.

Aus meiner Sicht besitzt keine Religion die alleinige Wahrheit. Es gibt zwar nur eine Wahrheit, aber zur Erkenntnis dieser Wahrheit führen verschiedene Wege. Die eine Wahrheit kann man als Erleuchtung, Gott oder das Leben im Licht bezeichnen. Sie ist nur in der Erleuchtung wirklich zu begreifen. Der indische Yogi Ramakrishna hat die verschiedenen Wege der Religionen ausprobiert und erkannt, dass alle Religionen ein Weg zur Erleuchtung sein können. In der Erleuchtung überschreiten wir alle begrifflichen System und erfahren eine Wahrheit über allen Begriffen. Diese Wahrheit können wir nur erfahren, wenn wir letztlich alle religiösen Systeme hinter uns lassen.

Die Menschen sind unterschiedlich. Sie besitzen unterschiedliche Eigenschaften, Fähigkeiten und Interessen. Sie sind kulturell geprägt. Sie brauchen deshalb unterschiedliche Wege zur Erleuchtung (zu Gott). Jeder Mensch sollte das Recht haben, seinen Weg auszuprobieren und zu finden. Es ist gut sich dabei an den Wegen erleuchteter Meister zu orientieren, die ihren Weg bereits erfolgreich gegangen sind. Das spricht gegen eine Religionsvermischung.

Andererseits hat jeder Mensch die Erleuchtungsnatur (Gott, die Buddhanatur) bereits in sich. Wenn er gut in Kontakt mit seiner inneren Stimme ist, kann er diesen Weg auch alleine finden. Es ist dabei hilfreich von den großen erleuchteten Meistern und den heiligen Schriften aller Religionen zu lernen. Nach meiner Erfahrung ist es aber auch gut, sich im Schwerpunkt in der eigenen Weisheit zu verankern, weil man sich sonst leicht in dogmatischen Systemen verläuft und ein Opfer von religiösen Irrlehrern werden kann. Es gibt viel Missbrauch in der Welt der Religionen.

Ich persönlich vertrete die Einheit aller Religionen. Im Schwerpunkt komme ich aus dem Yoga und dem Buddhismus. Aber ich habe mich auch mit der griechischen Philosophie, dem Christentum und dem Taoismus beschäftigt. Für mich ist Buddha ein sehr hilfreiches Vorbild auf dem Weg zur Erleuchtung. Vor vielen Jahren visualisierte ich mich vor dem Einschlafen als Buddha und wachte am Morgen als Buddha auf. Mein Unterbewusstsein hatte in der Nacht meine innere Buddhanatur gefunden. Sehr hilfreich sind für mich auch die Übungen des Hatha-Yoga und die westliche Psychologie. Ich habe eine Ausbildung als Yogalehrer und als Psychotherapeut gemacht. Ich viele Jahre als Yogalehrer gearbeitet und Gruppen zum positiven Denken geleitet.

In meinen Gruppen rege ich alle Menschen zu einem positive Miteinander an, auch wenn sie unterschiedliche spirituelle Richtungen befürworten. Eine Grenze ziehe ich dann, wenn einzelne Menschen nicht zu einem positiven Miteinander bereit sind. Beleidigungen und aggressives Verhalten sind in meinen Gruppen nicht zulässig. Die Diskussion sollte immer friedlich, sanftmütig und wahrheitsliebend geführt werden.

Wikipedia: Interreligiöser Dialog und Dialog der Religionen sind Bezeichnungen für einen von Repräsentanten von Religionen angestrebten, im Idealfall gleichberechtigten, respektvollen und kritischen Meinungsaustausch. Er umfasst die Begegnung und die Zusammenarbeit in Alltag und Theologie zwischen Vertretern und Angehörigen verschiedener Religionen. Der interreligiöse Dialog kann mehrere Religionen gleichzeitig einbeziehen, häufiger sind jedoch Begegnungen zwischen zwei Religionen.

Die katholische Kirche hat den Heilsexklusivismus früherer Jahrhunderte im 2. Vatikanischen Konzil aufgegeben. Es wird anerkannt, dass sich Strahlen der Wahrheit auch in anderen Religionen finden lassen. Begegnungen mit dem Papst, wie beispielsweise die Weltgebetstreffen in Assisi, sind seit einigen Jahrzehnten zu den vielleicht stärksten Symbolen des Dialoges der Religionen geworden. Besonders der aktuelle Papst Franziskus und sein Vorgänger Papst Benedikt XVI. beschrieben Wahrheit jeweils als Beziehung, die sich den Menschen nur als Weg offenbart und nicht in absoluter Weise möglich zu besitzen ist.

Obgleich Muslime häufig den Dialog der Religionen befürworten, brauchen Andersglaubende oft viel Geduld, um wirklich auf eine Ebene des gleichberechtigten Austauschs zu gelangen.

Eine besondere Form des interreligiösen Austausches stellt das Weltparlament der Religionen dar, auf dem die Vertreter verschiedener Religionen ihre Ansichten einander nahe bringen. Das Erste Parlament der Weltreligionen trat 1893 in Chicago zusammen. Mehr als 4.000 Vertreter christlicher Konfessionen und anderer Religionen nahmen daran teil, darunter der indische Swami Vivekananda.

Der Buddhismus versteht sich mehrheitlich nicht als exklusive Religionsgemeinschaft, sondern als Wahrheitslehre, die sich dem Lernenden und Übenden durch eigene Einsicht und Erfahrung erschließen soll. Entsprechend gehören Gespräche und Diskussionen des Buddha und nachfolgender Mönche vor allem mit hinduistischen Brahmanen bereits zum ältesten Bestand buddhistischer Schriften. Buddhistische Vertreter beteiligen sich daher häufig am Dialog der Religionen.

Rime (ohne Unterschied) bezeichnet eine gruppenübergreifende Bewegung innerhalb des tibetischen Buddhismus, die im 19. Jahrhundert durch buddhistische Meister wie Jamyang Khyentse Wangpo, Jamgön Kongtrül Lodrö Thaye, Patrul Rinpoche, Orgyen Choggyur Lingpa und Khakyab Dorje (15. Karmapa) entstand. Dieser Bewegung schlossen sich Meister aller großen Schulrichtungen Tibets an. Ziel war es, die in Tibet verbreitete „Konkurrenz“ (Sektierertum) der großen Schulen untereinander zu überwinden. Im 20. Jahrhundert führten Meister wie Jamyang Khyentse Chökyi Lodrö und Dilgo Khyentse diese Bewegung fort. Der Begriff wurde zum Synonym für eine unvoreingenommene Einstellung gegenüber allen Lehren aller Schulen des Buddhismus. Diese von Offenheit geprägte „Rime-Einstellung“ hat Eingang in viele tibetische Schulen gefunden.

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