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Ich habe Fleisch gegessen. Bekenntnisse einer Yogalehrerin

Vegetarismus

Seit meinem zwölften Lebensjahr bin ich Vegetarierin. Ich muss zugeben, dass die ersten Jahre meines Verzichts auf Fleisch eher daher rührten, dass ich eine Essstörung hatte. Danach habe ich eine kleine Pause vom Fleischverzicht eingelegt, weil ich krank war und mein größter Wunsch zu dieser Zeit eine Currywurst. Als ich dann vor über fünf Jahren mit meiner Ausbildung zur Yogalehrerin begann, konnte ich direkt keine toten Lebewesen mehr essen. Überhaupt dachte ich in der ersten Phase meiner Ausbildung, dass ich an dem Leid der anderen Tiere, Menschen und der Umwelt zerbrechen würde. Dies hat sich gottseidank wieder gelegt. Das heftige Mitgefühl für die Tiere ist allerdings geblieben. Mit ganzem Herzen verzichte ich auf Fleisch, ohne andere Menschen missionieren zu wollen. Seitdem ich meinen kleinen Hund habe, ist dieses Gefühl noch stärker geworden.

Veganismus

Seit geraumer Zeit habe ich immer wieder das Gefühl gehabt, ich muss nun auch vegan leben. Ich finde es ganz toll, wenn Menschen vegan leben und selbst vor den neuen Hipster Veganern, die sich über alle Maßen hinaus profilieren und alle Flischesser und Vegetarier verachten, ziehe ich meinen Kunstlederhut.
Vor kurzem habe ich dann ein ganz furchtbares Foto von PETA gesehen und dachte, dies wäre der Startschuss für mein Leben als Veganerin. Der Schuss ist leider nach hinten losgegangen. Zwar habe ich seit dem nur noch Soyamilch gekauft und größtenteils auf tierische Produkte verzichtet, ich fühlte mich jedoch irgendwie nicht frei und habe jede Chance genutzt, bei anderen Leuten Käse zwischen die Zähne zu bekommen.

Angst, Scham und Schuld

.... waren die Gefühle, mit denen ich größtenteils sozialisiert wurde und so konnte ich es super übernehmen, dass es ganz furchtbar wäre, wenn ich das mit dem vegan sein jetzt nicht durchziehen würde. Weil ich mich momentan jedoch in einer Lebensphase befinde, in der ich mich von diesen Dingen befreien möchte, ging Schuss Nummer zwei nach hinten los. An einem schönen Wochenende am Meer mit meinem Liebsten, der ebenfalls Vegetarier ist, gab es überall Fleisch und Fisch. Unabhängig voneinander bekamen wir beide einen riesigen Hunger auf Fleisch und diskutierten eine halbe Stunde darüber, warum es auf keinen Fall klargehen würde, nun Fleisch zu konsumieren. Und schon waren wieder Angst, Schuld und Scham mit im Spiel. Die alten Gefährten. Wir beide fühlten uns ganz plötzlich, als säßen wir in einem selbst gebauten Käfig. Völlig unfrei in unserer Entscheidung darüber, Fleisch zu konsumieren, oder nicht.
Als dann alles in uns rebellierte, entschieden wir uns ganz bewusst dazu, in ein griechisches Restaurant zu gehen, und uns einen Suflaki Teller zu bestellen.
Geschmeckt hat's natürlich toll. Furchtbares Sodbrennen hatte ich danach auch. Tage lang.

Was hat's gebracht?

- Seit meines Fleischkonsums bin ich wieder absolut glücklich und frei mit meiner Entscheidung, auf Fleisch zu verzichten.

- Ich habe erkannt, dass ich doch noch nicht so weit bin, vegan zu leben. Auch, wenn ich es gerne wäre.

- Ich kann trotzdem gut auf das Kaufen von Milch und anderen Produkten verzichten und Soya konsumieren. Dabei bleibe ich auch.

- Mich hat der Konsum von Fleisch noch einmal sensibler dafür gemacht, wie leicht Menschen ausblenden können, dass sie gerade ein totes Lebewesen essen. Sogar ich konnte die Bilder für einige Momente aus meinem Kopf verdrängen. Wenn der Ottonormalfleischesser dann ganz selbstverständlich und unbewusst Fleisch isst, weil er es nur so kennt, kann man ihm doch wirklich nichts vorwerfen. Ich fände es schön, wenn ich bei Facebook und Co. keine bösen Streitereien mehr zwischen Fleischessern, Vegetariern und Veganern sehen würde, sondern nur noch Rezepte für vegetarische und vegane Gerichte. Oder gar Einladungen zum Essen, damit der Mensch mit den Geschmacksnerven entdecken kann, wie toll fleischloses Essen ist.

In diesem Sinne OM SHANTI und guten Appetit

Schaut gerne auch mal bei mir vorbei... Www.yogarette.blogspot.de

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Kommentar von D.Jahnke am 20. April 2014 um 12:12am
Das ist keine Sünde.
Kommentar von Lakshmi Priya am 20. April 2014 um 5:21pm
Sehr mutig und ehrlich von Dir!
Kommentar von Natascha Nazar am 21. April 2014 um 7:06pm
Hallo Ihr lieben Leute und vielen Dank für Eure Kommentare. Ouzo hab ich nicht getrunken. Ich hatte schon genug Nervenkitzel... Viele liebe Grüsse

Kommentar

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