Heilung und Wunscherfüllung (Vajrasattva-Meditation)

Die Vajrasattva-Meditation ist eine zentrale Reinigungspraxis im tibetischen Buddhismus. Sie reinigt uns von inneren Spannungen und Energieblockaden. Sie aktiviert unsere Windenergie (Lunge, Kundalini) und bringt uns schnell zu innerem Frieden, Glück und allumfassender Liebe. Basierend auf einem Text meines Dzogchen-Meisters Chimed Rigdzin Lama, stelle ich die Meditation hier vereinfacht und für westliche Menschen verständlich dar.

  1. Wir sehen vor uns ein Bild oder eine Statue des Bodhisattva Vajrasattva. In seiner rechten Hand hält er einen Vajra (ein Symbol für Energie und Kraft) vor dem Herzchakra. Er ist der Meister der spirituellen Kraft und Energie. Mit der linken Hand bewegt er eine tibetische Gebetsglocke vor seinem Unterbauch. Damit aktiviert er die Kraft (Lung), die spirituelle Energie in sich selbst. Wir bewegen die Glocke kraftvoll in der Realität oder in unserer Vorstellung und erhalten dadurch innere Kraft. Dazu können wir das Mantra Hung denken. Ich bevorzuge: „Om Vajrasattva Hum“.
  2. Wir verbinden uns mit Vajrasattva durch das Mantra „Om Vajrasattva Hum“. Wir denken das Mantra mehrmals und werden selbst zu Vajrasattva. Auf unserem Kopf tragen wir die Krone des spirituellen Meisters. Wir sehen uns als erleuchtete Gottheit, als goldener Bodhisattva voller Liebe und Licht. Wir sitzen auf einem goldenen Lotusthron.
  3. Aus der Mitte unseres Herzens senden wir durch unsere rechte Hand zunächst Licht in den Himmel über uns, um den ganzen Kosmos mit Licht zu erfüllen. Wir denken mehrmals das Mantra Licht, bewegen die Glocke und werden schließlich eins mit dem Licht um uns herum. Dadurch sind wir voll von Licht, Liebe, Frieden und Glück.
  4. Zweitens senden wir mit der rechten Hand Licht aus unserem Herzen (Herzchakra) zu allen fühlenden Wesen, den guten und auch den schlechten (Dämonen). Wir senden Licht zu all unseren Problemen und allen Schwierigkeiten in unserem Leben. Während wir dies tun, denken wir das Mantra „Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“
  5. Jetzt wird es lustig. Wir fahren fort, die Glocke geistig oder in der Realität zu bewegen. Wir nehmen das Leiden aller Wesen auf und schicken es durch unseren Hintern zum Herrn des Todes, der in der Erde unter uns wohnt. Er nimmt alle Leidensenergie mit seinem Mund auf und verschlingt sie. So werden wir und alle Wesen vom Leiden befreit. Alles Leiden, alle Krankheiten und alle Hindernisse auf unserem Weg lösen sich auf. Das bedeutet, dass wir alles Leid geistig an die Erde abgeben. Wir lassen es los. Wir nehmen alle Dinge an, wie sie sind, und werden so innerlich frei von ihnen. Wir erlangen inneren Frieden, Gleichmut und Gelassenheit.
  6. Wir bewegen die großen Zehen an unseren Füßen und stellen uns vor, wie von den großen Zehen ein Lichtstrahl (Energiestrahl, Lung) zu all unseren Freunden fließt und alle ihre Wünsche erfüllt. Dadurch wird unser zentraler Energiekanal aktiviert. Das gibt uns Frieden, Liebe und Glück. Das bringt uns in das Einssein aller Wesen.
  7. Schließlich denken wir das Mantra „Om alle Buddhas und Bodhisattvas. Om innere Weisheit. Bitte hilf mir auf meinem Weg.“ Auf diese Weise erhalten wir den Segen aller Buddhas und Bodhisattvas.
  8. Wir stoppen alle Gedanken, kommen zur Ruhe und sitzen ein paar Minuten entspannt. Wir lassen die Energien der Meditation in uns wirken. Wir gehen energetisch gestärkt in unseren Tag.

(Bild aus Wikimedia)

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