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Heute Morgen hatte ich einen verrückten Traum. Ich machte eine Pilgerfahrt durch Indien und traf einen alten Sadhu. Er war erleuchtet und segnete mich mit der heiligen Narrenkappe, dem Weg der heiligen Narren. Ich verwende deutsche Kinder- und Wanderlieder als heilige Mantras. Und es wirkt. Gestern bei meiner Mutter sang ich wieder fast drei Stunden mit den Alten. Ich reinigte sie spirituell mit deutschen Kinderliedern.

Auf indische Mantras reagieren sie nicht. Sie brauchen etwas, was ihr Herz erfreut. Was ihre Energie zum fließen bringt. Und das sind deutsche Kinder-, Wander- und Volkslieder. Also singe ich mit ihnen zum indischen Harmonium solange Kinderlieder, bis sie in spirituelle Extase geraten.

Als ich meine Mutter traf, saß sie trostlos in ihrem Rollstuhl in ihrem Zimmer. Ihre Bettnachbarin ist verschwunden. Ich weiß nicht wohin. Ich sah sie den ganzen Tag nicht. Meine Mutter saß einfach nur da. Ich schob sie ins Cafe zum Kuchenessen. Sie verspeiste auch gerne ihre Erdbeeren mit Schlagsahne. Danach ging ich mit ihr eine Runde im Park spazieren. Die Sonne schien, der Himmel lachte, aber meine Mutter nicht.

Erst als ich mit ihr zu singen begann, besserte sich ihre Laune. Nach einiger Zeit kamen die anderen Alten hinzu und die Party ging ab. Die Stimmung stieg und meine Mutter lachte mit den anderen Alten. Sonst wird sie kaum wahrgenommen. Aber da sie einen so wundervollen Sohn hat, der mit den Senioren jede Woche stundenlang fröhliche Lieder singt, ist meine Mutter sehr beliebt.

Viele Menschen kamen vorbei. Häufig waren es Senioren mit ihren Verwandten. Bis auf einzelne Ausnahmen freuten sich alle über die Gruppe von alten Menschen, die begeistert zum indischen Harmonium Kinderlieder sangen. Viele Alte hatten in ihrer Jugend gesungen und kannten die Lieder. Ein alter Opa war offensichtlich früher ein Opernsänger. Er schmetterte seine Arien durch den Gang. Er konnte tatsächlich noch lauter singen als ich.

Die Heimleiterin führte eine Gruppe von Besuchern durch das Altersheim. Selbst ihr zauberte ich ein Lächeln ins Gesicht. Und natürlich musste ich den Besuchern immer wieder das interessante Musikinstrument erklären. Sie durften auch den Blasebalg betätigen und auf die Tasten drücken.

Die Wirkung des Singens hält bei den Alten einen Tag an. Ich spüre, dass sie noch am nächsten Tag energetisch mit mir verbunden sind. Ich spüre ihre Energie in meinem Herzchakra. Auch mich selbst reinigt das Singen. Ich konnte die Nacht schlecht schlafen, weil so viele Energieprozesse in mit tobten. Und am Morgen hatte ich dann den Traum, den ich als eine echte Segnung ansehe. Der alte heilige Mann mit seinem langen weißen Bart führte mich zu einer Gruppe von Sadhus, die in einem heiligen Bezirk spirituelle Übungen machten. In der Mitte war ein kleiner Teich, in dem man sein rituelles Bad nehmen konnte (spirituelle Reinigung und Taufe). Der alte Sadhu kleidete mich in das Gewand eines Sadhus und setze mir eine Kappe mit vielen Zipfeln auf, die wie eine Narrenkappe aussah.

Es gibt in der Spiritualität die Dogmatiker, die streng den traditionellen Normen folgen. Und dann gibt es die heiligen Narren, die konsequent die spirituellen Dogmen durchbrechen, damit die Erleuchtungsenergie in Gang kommt. Und die die Spiritualität immer wieder neu an die jeweilige Zeit und die jeweilige Gesellschaft anpassen. Wir brauchen im Westen eine undogmatische Spiritualität. Dabei können wir Elemente der westlichen Kultur übernehmen. Wichtig ist nur, dass die spirituelle Basis gewahrt bleibt.

Diese Basis beschreibt Satya Sai Baba mit den Worten Prema, Shanti, Satya, Dharma, Ahimsa (Liebe, Frieden, Wahrheit, richtiges Handeln und Gewaltlosigkeit). Jesus spricht von Liebe zu Gott (zum spirituellen Ziel, zur Erleuchtung, zum Leben im Licht) und von der Liebe zu allen Menschen (zum Nächsten, dort helfen, wo man gerade ist). Im Buddhismus wird das durch die fünf Grundsätze erweitert: Nicht töten, nicht stehlen, nicht lügen, keine berauschenden Mittel und kein sexuelles Fehlverhalten. Und Anandamayi Ma ergänzt alles um den Grundsatz "etwas Spaß darf sein". Wir dürfen auf dem spirituellen Weg auch Spaß haben. Insbesondere wenn der Spaß die Erleuchtungsenergie zum Fließen bringt. Das geschieht, wenn man im richtigen Moment den richtigen Scherz macht. Und dazu werden heilige Narren gebraucht.

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