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Heute fuhr ich zum Altersheim mit gemischten Gefühlen. Die ständige Konfrontation mit Alter, Krankheit und Tod nervte mich. Aber da musste ich durch. Solange, bis ich es endlich begriffen habe. Nach Buddha erwarten die meisten Menschen Alter, Krankheit und Tod. Das Leben beinhaltet auch Phasen des Leidens, insbesondere am Ende. Es gibt nur einen Weg sich darüber zu erheben. Das ist die Erleuchtung. Ein schwacher Trost für einen so unerleuchteten Menschen wie mich. Allerdings hatte ich die ganze Nacht im Glück gelegen, weil sich irgendein Chakra geöffnet hat. Aber tagsüber war das Glück leider wieder weg. Dafür gab es das Altersheim als willkommene Ablenkung.

Wie würde es meiner Mutter heute gehen? Würde sie wieder halbtot im Bett liegen? Sie saß in ihrem Rollstuhl am Tisch und aß einen Brei. Das konnte sie jetzt schon selbständig. Zur Freude der Altenpfleger, die keine Lust hatten sie stundenlang zu füttern. Ich schob meine Mutter mit dem Rollstuhl ins Altersheim-Cafe. Ich hatte Hunger. Und dort warteten schon die herrlichsten Torten auf mich. Für meine Mutter hatte ich Rohkost mitgebracht. Geschälte Apfelstücken und Mandarinenteile. Sie war heute für die Gesundheit zuständig und ich für das Ungesunde.

Inzwischen ist mein Buch im Altersheim herumgegangen. Die grimmige Kuchen-Serviererin entpuppte sich als mein größter Fan. Sie liebte meinen Humor. Also schenkte ich ihr mein letztes Exemplar. Ein weiteres Exemplar hatte ich noch einer anderen alten Dame versprochen. Frau Trotzki kam auch zum Kuchenessen. Ich fragte sie wie sie mein Buch fand, dass ich ihr letztes Mal geschenkt hatte. Leider hatte sie vergessen es zu lesen. Aber jetzt weiß sie wieder von wem sie das Buch bekommen hat und will es sich bis zum nächsten Mal ansehen.

Nach dem Kuchenessen ging es weiter zum Singen. An dem gewohnten Platz wartete schon eine große Schar alter Frauen. Ich zückte meine Ukulele und wir begannen mit den Kinderliedern. Meine Mutter saß zuerst wie geistesabwesend da, ihre gewohnte Haltung. Groß war meine Freude, als sie dann tatsächlich bei einigen Liedern mitsang. Ihr Geist wacht langsam wieder etwas auf. Ich kann mich sogar etwas mit ihr unterhalten.

Die junge Altenpflegerin kam vorbei und freute sich mich zu sehen. Sie blieb stehen und sang einige Kinderlieder mit. Wenn ich mit der Ukulele Kinderlieder für die Alten singe, rührt es das Herz vieler Altersheim-Mitarbeiten. Sie spüren wahrscheinlich die spirituelle Energie, die von mir ausgeht.

Zum Abschluss sangen wir das Lied von der Gottesliebe. So gelangten alle in eine spirituelle Stimmung. Ich erklärte den Seniorinnen, wie man in die Liebe und in den Frieden Gottes kommt. Wir dachten an alle unser Freunde und Verwandten, an das ganze Altersheim, und sandten allen Menschen unsere Liebe. Dann meditierten wir fünf Minuten, indem wir unsere Gedanken stoppten und unseren Atem beobachteten. Die Alten waren im Frieden, in der Liebe und im Glück Gottes. Und ich war zufrieden mit dem heutigen Tag.

Ich brachte meine Mutter zurück in ihr Zimmer an ihren Platz vor dem Fenster und drückte ihr ihre Schnabeltasse in die Hand, damit sie sich damit die nächsten Stunden beschäftigen kann. Für die Zimmernachbarin spielte ich dann noch einmal alle Strophen von "Gottes Liebe ist so wunderbar." Durch meine Vereinfachung des Liedes konnte sie es gut mitsingen. Sie ist eine Christin, die sich vorwiegend an christlichen Lieder erfreuen kann. Genau dafür habe ich dieses Lied entwickelt. Es wirkte bei ihr wie ein Gebet und brachte sie in eine gute spirituelle Energie.
https://www.youtube.com/watch?v=OFh4hBoTP1Q

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