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Swami Chidananda, ein Schüler von Swami Sivananda, hat gerne Seminare damit abgeschlossen, dass er etwas aus dem Buch „Sadhana“ von Swami Sivananda herausgegriffen hat. Drei Dinge, an die man sich täglich erinnern sollte und vier Dinge, die man täglich praktizieren sollte. Three things to remember, four things to practise. Drei Dinge, an die man sich täglich erinnern kann: Gott, Tod und Meister. Drei Dinge, an die wir uns täglich erinnern. Zum einen, Gott. Jeden Tag und immer wieder von neuem können wir uns bewusst machen, dass das Universum, so wie es oberflächlich aussieht, nicht darauf beschränkt ist. Das Universum besteht nicht einfach nur aus Elektronen, Neutronen, Protonen. Letztlich, das gesamte Universum ist ein Ausdruck Gottes, ist eine Offenbarung Gottes. Man kann auch sagen, ist der Körper Gottes oder Schöpfung Gottes, wie auch immer wir es ausdrücken wollen. Es ist aber unerheblich, wie wir jetzt Gott definieren. Männlich, weiblich, neutral, als kosmisches Licht, unendliche Intelligenz, persönlich, überpersönlich, unpersönlich, wie auch immer wir es ausdrücken wollen, wir können uns immer wieder daran erinnern, hinter diesem Universum der Namen und Formen steckt eine höhere Wirklichkeit. Diese Wirklichkeit ist erfahrbar, an diese Wirklichkeit können wir uns wenden und aus dieser Wirklichkeit schöpfen wir auch alles. Daher, das erste, woran wir uns erinnern können, Gott. Und es gibt auch einen Ausdruck, was ist Gott? Satyam Shivam Sundaram, wird gesagt. Satyam, Wahrheit. Eine Wahrheit hinter diesem ganzen Universum. Shivam heißt u.a. Liebe und Güte. In Liebe können wir Gott erfahren. Und indem wir Liebe spüren, können wir uns der göttlichen Wirklichkeit bewusst werden. Sundaram heißt Schönheit. Hinter der Schönheit des Universums und die Schönheit, die uns letztlich ergreift, steckt dieses Göttliche. Wenn wir uns Schönheit bewusst machen, dort ist Gott erfahrbar. Zweites, an das wir uns erinnern können, ist Tod. Swami Sivananda hat auch gerne gesagt: „Wenn du dich immer an Gott erinnern kannst, das reicht schon aus. Aber wenn es manchmal nicht ist, dann erinnere dich an den Tod.“ Im Sinne von, alles, was einen Anfang hat, hat auch ein Ende. Dieser physische Körper mit all seinen schönen Erfahrungen, die er uns bringt, und vielleicht mit all seinen Beschränkungen und Leiden, die er uns auch bringt, irgendwann hört er auf. Und jeder Teil, jede Fähigkeit des physischen Körpers hört auch irgendwann auf. Und manche Fähigkeiten hören auf, bevor der Körper als Ganzes aufhört. Auch alles, was wir aufgebaut haben, wird irgendwann zu Ende sein. Sogar jeder Baum, den wir gepflanzt haben, wird irgendwann nicht mehr existieren. So können wir uns daran erinnern, dass wir uns an das, was endlich ist, nicht zu sehr hängen sollen. Yogis würden sagen: „Nicht das, was du erreicht hast, ist wichtig, sondern die Erfahrungen, die du gemacht hast und die Menschen, die du berührt hast, das ist wichtig. Und das, was du erreicht hast, an Bewusstseinserweiterung.“ Auch die Richtigkeit einer Entscheidung wird nicht daran erkannt, ob nachher die Sache erfolgreich ausgegangen ist oder nicht, denn alles, was wir aufbauen, hört irgendwann mal auf. Daher, erinnere dich an den Tod und letztlich die Sterblichkeit, die Endlichkeit. Das dritte, erinnere dich an die Heiligen. Die Heiligen, die über das Vergängliche hinausgegangen sind und das erreicht haben, was ewig ist. Das ist auch eine gute Sache, bevor man nach irgendetwas unbedingt strebt, schaut man: „Gibt es Menschen, die das erreicht haben und ist das wirklich etwas, was ich erreichen will?“ So viele Menschen streben nach Geld. Da kann man sich die großen Milliardäre anschauen und überlegen, will man wirklich das. Werden die wirklich dadurch glücklich, dass sie Geld haben. Oder manche wollen berühmt werden. Wird man glücklich dadurch, dass man berühmt wird? Und manche denken: „Mein Ziel ist, ein Haus zu haben.“ Dann schaut man sich die Haushaber an. Sind die wirklich so viel glücklicher? Und wenn man so ein bisschen das anschaut, wird man sagen: „Ja, die, die glücklich sind, sind letztlich die Heiligen.“ Ein Swami Sivananda hat Glück verkörpert, ein Paramahamsa Yogananda, eine Anandamayi Ma und so viele andere. Aus der Verwirklichung entspringt höchstes Glück und das ist das, was wir erkennen, was erstrebenswert ist. Und es ist auch immer wieder eine schöne Sache, Biographien zu lesen von großen Heiligen und Weisen. Da haben wir ja heute so viele Möglichkeiten. Inzwischen kann man sogar Videos anschauen. Es gibt Videos von Swami Sivananda, Swami Vishnudevananda und so vielen modernen, auch noch lebenden, Heiligen. Das kann uns immer wieder inspirieren. Four things to practise, vier Dinge, die wir jeden Tag praktizieren. Das eine ist, Sadhana im engeren Sinn. Das heißt, mache jeden Tag spirituelle Praktiken. Ob es jetzt weniger ist oder nicht, aber jeden Tag spirituelle Praktiken. Meditation, Asana, Pranayama, Mantrasingen, Puja oder was auch immer es sein mag. Jeden Tag, wo wir sagen: „Diese Zeit ist für meine spirituelle Praxis.“ Das zweite ist, cultivation of virtues. Das heißt, Entwicklung von Tugenden, von positiven Eigenschaften. Swami Chidananda hat gerne gesagt, jeder Aspirant sollte wissen, an welcher Eigenschaft er gerade besonders arbeitet. Es gibt so vieles natürlich, was wir in uns entfalten können. Man kann nicht alles auf einmal. Aber wir können bewusst daran arbeiten, dass wir etwas in uns entwickeln. Das dritte ist, jeden Tag eine gute Tat. Man kann auch sagen, Pfadfindermotiv. Jeden Tag etwas, was wir von Herzen machen für etwas Gutes. Und vielleicht sogar etwas, was nicht unbedingt von uns erwartet wird. Etwas, was aus der Reihe ist. Mindestens eine kleine Sache. Viele haben vielleicht einen Beruf, der automatisch Gutes tut. Also angenommen, man ist Krankenschwester. Natürlich, den ganzen Morgen bis Abend, was macht man? Man macht Gutes für andere. Angenommen, man hat irgendeinen sozialen Beruf. Man macht von morgens bis abends was Gutes. Viele leben hier im Ashram. Wozu sind wir da? Um anderen was Gutes zu tun. Das ist der einzige Sinn hier. Gut, anderer Sinn, Gott zu dienen und spirituell uns zu entwickeln, aber jede Handlung ist dafür da. Darüber hinaus und auch, wenn man in einem gewinnzielorientierten Unternehmen z.B. die Werbung macht oder die Finanzbuchhaltung, jeden Tag etwas machen zum Wohl von anderen mit besonderem Herzen dabei. Und das vierte ist, das Mantra auch am Tag immer wieder wiederholen. Das war etwas, was Swami Sivananda besonders geschätzt hat, auch Swami Chidananda, weil es auch eine einfache Methode ist, für vieles andere auch, zwischendurch ein Mantra wiederholen. Nochmals: Three thinks to remember, drei Dinge, an die wir uns erinnern können. Wie heißen die? Gott, Tod, Heilige. Vier Dinge zu praktizieren. Sadhana, also spirituelle Praktiken im engeren Sinne, Entwicklung von Tugenden, jeden Tag eine gute Tat und Mantra wiederholen. Wenn man es vorzieht, kann man auch sagen, ein Gebet zwischendurch wiederholen. Aber das ist gemeint als etwas zwischendurch, um immer wieder spirituell zu erheben. Nochmals: Drei Dinge, an die man sich erinnert. Wie heißen die nochmal? Gott, Tod, Heilige. Vier Dinge zu praktizieren. Wie heißen die? Sadhana, spirituelle Praktiken, Entwicklung von Tugenden, jeden Tag eine gute Tat und Mantra zwischendurch wiederholen oder Gebet.
Hari Om Tat Sat
Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

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Tags: Durchhaltevermögen, Fortschritte, Praxis, Sadhana, Wiedergeburt

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