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Geld und Spiritualität passen nicht zusammen? Das ist zum mindesten eine weit verbreitete Meinung auch in Teilen der Yoga Community. Schon von Kindesbeinen an hören wir, Geld verdirbt den Charakter, Geld ist die Wurzel allen Übels und ähnliche Glaubenssätze. Reiche scheinen auch schlecht zu riechen, sie sind ja auch stinkreich. In Filmen werden Reiche meistens als die Bösen und Charakterlosen dargestellt, so dass sich der kleine Mann am Ende wenigstens sagen kann, ich habe zwar kein Geld, aber ich habe mehr gute Eigenschaften als diese dekadenten Reichen.

Ist Geld denn wirklich so eine schlechte, verderbende Sache? Nein, sicher nicht. Wer ist die Gemahlin von Lord Vishnu (inkarniert als Krishna und Rama)? Ist es die Göttin der Armut? Nein, es ist Lakshmi, die Göttin des Reichtums, der Fülle und der Glückseligkeit, welche die Menschen mit spirituellem und materiellem Reichtum segnet. Wenn wir Reichtum und Geld nicht mögen, wie stehen wir dann zu Lakshmi Devi, die diese Energie repräsentiert? Die Göttin Lakshmi hat dem Gott Indra versprochen, dass sie die drei Welten nie verlassen wird (lt. Vishnu Purana). So gewährt sie uns Wohlstand, Erfolg und Glück, wenn wir sie verehren und ein aufrichtiges Leben führen.

Man kann Geld auch mit Intelligenz vergleichen. Ein sehr intelligenter Mensch kann einen Überfall planen und erfolgreich durchführen, oder seine Intelligenz nutzen um Dinge zu schaffen, die für alle Menschen hilfreich sind. Geld macht nicht schlecht oder gut, es ist neutral. Es wirkt wie eine Lupe und verstärkt die schon vorhandenen Eigenschaften und Neigungen. Zu kritisieren ist der Mensch, der sein Geld missbraucht oder die ungute Verteilung des vorhandenen Geldes.

Als ich 20 Jahr alt war, wollte ich nach Indien reisen und dort einen Ashram aufsuchen, im Ganges baden und viele Heilige besuchen. Doch ich hatte kein Geld für den damals sehr teuren Flug. Ich wunderte mich und sagte mir: „Nur weil ich kein Geld habe, kann ich diese wunderbaren, spirituellen Erfahrungen nicht machen.“

Dieses Erlebnis hat meine Sicht auf Geld verändert. Ich überbewerte Geld nicht, aber ich schätze es und wenn es mich besucht, so darf es gerne länger bleiben.

Adi Shankara, der Begründer der Advaita (Non Dualismus) Philosophie, kam auf seiner Wanderschaft durch Indien an eine Hütte, in der eine alte arme Frau wohnte und bat um etwas zu Essen. Die alte Frau fühlte sich unwohl, da sie ihm nichts zum Essen geben konnte. Sie überlegte verzweifelt, ob es doch noch irgendetwas Essbares gäbe, das sie ihm geben könnte. Auf einmal erinnerte sie sich, dass sie noch eine Myrobalan Frucht hatte, die letzte die sie von einem Baum vor ihrer Hütte gepflückt hatte. Diese Frucht gab sie Shankara. Aus Angst und Scham schaute sie ihn dabei nicht an.

Shankara war von ihrer Gabe tief berührt und sang vor ihrer Tür eine Hymne zu Ehren der Göttin des Reichtums. Auf einmal regnete es viele goldene Myrobalan Früchte vom Baum. Viele Sorgen und Nöte der alten Frau lösten sich durch diese Gnade in Luft auf, weil sie ihre letzte Frucht mit Liebe weggegeben hatte.

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