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Wikipedia: Positives Denken ist ein Konzept, das in Persönlichkeits- oder Motivationsseminaren sowie in entsprechender Ratgeberliteratur Anwendung findet. Die Methode „Positives Denken“ zielt im Kern darauf ab, dass der Anwender durch konstante positive Beeinflussung seines bewussten Denkens (z. B. mit Hilfe von Affirmationen oder Visualisierungen) in seinen Gedanken eine dauerhaft konstruktive und optimistische Grundhaltung erreicht und infolgedessen eine höhere Zufriedenheit und Lebensqualität erzielt.

Positives Denken entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus den geistigen Anstößen vor allem von Ralph Waldo Emerson. In Deutschland machte sich neben Oscar Schellbach (Institut für „Mentalen Positivismus“ seit 1921), vor allem Karl Otto Schmidt (Neugeist) einen Namen. Heute ist die Tendenz zu immer weniger theoretischen Begründungen bei gleichzeitiger Ausweitung positiver Fallgeschichten und praktischer Anleitungen feststellbar (Joseph Murphy und sein Schüler Erhard F. Freitag, Dale Carnegie, Norman Vincent Peale, Frederick Bailes und Vernon Howard).

Eine weltweit erste umfassende Kritik des Positiven Denkens auf der Basis der wissenschaftlichen Psychologie wurde von dem deutschen Psychotherapeuten Günter Scheich vorgenommen. Sein Buch "Positives Denken macht krank. Vom Schwindel mit gefährlichen Erfolgsversprechen" gilt schon seit der Erstauflage von 1997 als Standardwerk.

Psychologen und Psychiater warnen ausdrücklich davor, dass die Methoden labile und depressive Patienten weiter schädigen können. Besonders bei unkritischen Menschen können sie auch zu einem Realitätsverlust führen. Der Realitätsverlust kann durch das Vermeiden von kritischen Fragen und der damit einhergehenden teilweisen Leugnung von vorhandenen Schwächen entstehen. Vernachlässigt werden zudem die unterschiedlichen Fähigkeiten der Menschen, ihre unterschiedliche Persönlichkeitsstruktur sowie die Wechselwirkung zwischen individueller Psyche und sozialer Umgebung.

Problematisch wird positives Denken insbesondere dann, wenn Unglück und Leid als vom Menschen selbst verschuldet gelten. Ein Experiment von Joanne Wood mit Kollegen von der University of Waterloo zeigte, dass Teilnehmer mit gering ausgeprägtem Selbstbewusstsein alleine durch das Aufsagen allgemein positiv konnotierter Sätze ihre Stimmung, ihren Optimismus und ihre Bereitschaft, an Aktivitäten teilzunehmen, messbar verschlechterten. Personen mit gutem Selbstbewusstsein würden zwar leicht von der Autosuggestion profitieren, der Effekt war jedoch kaum ausgeprägt.
Oswald Neuberger, Professor für Psychologie an der Universität Augsburg, sieht in der Methode des Positiven Denkens eine zirkuläre Falle: „Wenn du keinen Erfolg hast, dann bist du eben selber schuld, weil du es offensichtlich nicht richtig probiert hast. Der Trainer aber bleibt unfehlbar.“ Zudem werde das Problem des Versagens individualisiert, Misserfolge personalisiert, das Wirtschafts- und Gesellschaftssystem aber von Schuld freigesprochen.

Colin Goldner, Leiter des Forums Kritische Psychologie e. V., diagnostiziert „Denk- und Wahrnehmungsdefizite“ zunehmend bei Personen, die den „trivialisierten Hypnosuggestionen“ und „pseudodialektischen Heilsversprechen“ tingelnder „Drittklassgurus“ auf den Leim gingen, und kritisiert den „psycho- und sozialdarwinistischen Machbarkeitswahn“ der Motivationstrainer.
Die wichtigsten Kritikpunkte an dem „zwanghaft aufgesetzten positiven Denken“ sind nach Scheich:
Positives Denken basiert nicht auf der psychologischen Wissenschaft.
Es handelt sich um ein esoterisches Ratgebergebilde.
Aufgrund unreifer Ziele und mangelnder Fähigkeiten kann das willentlich aufgesetzte, zwanghafte Positive Denken nicht nur nutzlos sein, sondern auch erheblichen Schaden für die Psyche des (fanatischen) „Positiv-Denkers“ anrichten. Zugleich zeigt sich nach Scheich auch, dass viele Menschen, die bewusst positiv denken wollen, noch nie so stark negativ gedacht haben. Es ist ein Paradoxon der „entgegengesetzten Wirkung“ von Abschottung, Realitätsverlust und Bewusstseinsspaltung in das „positiv denkende Ich“ und den „übermächtigen Rest der Seele“.
Das „Positive Denken“ kontraindiziert die besondere Errungenschaft der aufkommenden Seelenheilkunde Ende des 19. Jahrhunderts. Hier wurde u. a. von Freud u. a. die besondere seelische sowie evolutionäre Bedeutung der negativen Gefühle und Gedanken erkannt. Das Wahrnehmen und Ausdrücken negativer Gefühle und Gedanken wird bis in die Gegenwart als Hilfe, Befreiung und Problemlösestrategie bei psychischen Belastungen und Erkrankungen von den unterschiedlichsten psychotherapeutischen Schulen genutzt.

Kritisch zu sehen ist nach Scheich ebenfalls das dem „Positiven Denken“ immanente Menschenbild der ungehemmt-grenzenlosen sowie moralfreien permanenten Absicht der Selbst- und Fremdmanipulation. Der Mensch wird so zur Marionette von unreifem Wunschdenken und Egotrips. Er verliert dabei jegliche Wertvorstellungen und zwischenmenschlich notwendige Ansprüche im gegenseitigen Umgang.

Nils: Die Kritik ist teilweise berechtigt. Positives Denken muss mit Weisheit praktiziert werden. Man sollte sich keine unrealistischen Ziele setzen. Man muss sich selbst, seine Fähigkeiten und die Situation realistisch einschätzen. Dann kann man überlegen, welche Strategie und welcher positive Gedanken einem hilft seine Ziele zu erreichen.

Negative Gedanken und Gefühle sollten wir nicht verdrängen. Wir sollten vielmehr genau hinschauen, ob sie der Realität entsprechen. Wir sollten als erstes die Dinge und uns selbst so annehmen wie wir sind. Wir sollten alle falschen Wünsche loslassen. So erlangen wir inneren Frieden. Dann können wir uns in einem zweiten Schritt auf die positiven Seiten der Situation konzentrieren. So entsteht Optimismus und inneres Glück. Optimismus gibt uns die Kraft unseren Weg erfolgreich zu gehen.

Gefühle wie Wut, Angst und Trauer können uns auf Probleme in unserem Leben hinweisen. Wir sollten so weit wie möglich die Probleme lösen. Der erste Schritt des positiven Denkens ist es gründlich nachzudenken und eine Problemlösung zu finden. Der zweite Schritt ist es mit positiven Sätzen negative Gedanken und Gefühle zu überwinden, wenn sie uns auf unserem Weg schaden.

Das Grundproblem der heutigen Psychologie und auch vieler Selbsthilfeautoren ist es, dass sie den Weg der Erleuchtung nicht verstanden haben. Gesundheit, inneres Glück und Erleuchtung entstehen, wenn wir die Verspannungen im Körper und im Geist auflösen. Positives Denken ist hilfreich, wenn es Verspannungen auflöst und schädlich, wenn es zu Verspannungen führt. Wobei wir kurzfristig eine innere Anspannung in Kauf nehmen können, wenn wir langfristige Ziele erreichen wollen. Wir dürfen aber kein Zielneurotiker werden. Wir müssen unsere Ziele auch loslassen können, wenn wir sie erreicht haben oder sie nicht erreichbar sind. Wir sollten nicht zwanghaft sofort neue Ziele suchen. Unser Zielzustand ist das erleuchtete Sein, ein entspanntes Leben in heiterer Gelassenheit. Das fördert unsere Gesundheit und unser inneres Glück.

Gefühle sollten grundsätzlich sozialverträglich ausgelebt werden. Sonst entsteht eine Verspannung, die unsere Gesundheit beeinträchtigen kann und unseren Geist neurotisch agieren läßt. Trauer muss gelebt werden. Bei Angst muss man genau hinschauen und hindurchgehen. Wut sollte so ausgelebt werden, dass sie sich nicht gegen unsere Mitmenschen richtet. Das führt zu schlechten Beziehungen. Wut können wir beim Sport, beim Spazierengehen oder in der Meditation auflösen.

Grundsätzlich entstehen negative Gefühle durch negative Gedanken. Wir können Wut, Trauer oder Angst durch negative Gedanken immer weiter verstärken. Oder wir können die negativen Gedanken durch positive Gedanken auflösen. Dadurch kommen wir zum inneren Frieden, ins Glück und in die Liebe.

Positives Denken besteht darin, dass wir uns in unserem Leben vorwiegend auf die positiven Eigenschaften innerer Frieden, Wahrheit, Disziplin, Glück und Liebe konzentrieren. Wir üben diese Eigenschaften und versuchen sie in unserem Leben zu verwirklichen. Dann erhalten wir ein glückliches, gesundes und erfolgreiches Leben. Das höchste Ziel im Leben ist die spirituelle Selbstverwirklichung. Wir lösen mit spirituellen Techniken wie Meditation und Gedankenarbeit unsere inneren Verspannungen auf und gelangen dann in einen Seinzustand aus Frieden, Glück und Liebe. Wir werden zu einem Buddha, einem Shiva, einer Göttin, einem Gott, einem Heiligen. Das gilt auch in der griechischen Philosophie als erstrebenswert.

Der wissenschaftliche Weg des positiven Denkens ist die positiven Psychologie. Sie konzentriert sich nicht wie andere psychologische Schulen auf das Negative und die Probleme. Sondern sie orientiert unser Bewusstsein auf das Positive. Dabei erforscht sie genau, wann und wie positives Denken hilfreich ist. Die wichtigsten Erkenntnisse finden wir in der wissenschaftlichen Glücksforschung.

Manche Menschen mißverstehen positives Denken als einen Weg der Manipulation, der Verdrängung von Gefühlen und Problemen. Buddha war ein Meister des positiven Denkens. Er nannte es richtiges oder rechtes Denken. Ich habe eine Ausbildung in kognitiver Verhaltenstherapie (Rational Emotive Therapie) gemacht. Dort konzentrierten wir uns auf das rationale Denken. Durch vernünftiges Denken können viele emotionale Problem gelöst werden. Ich habe aber festgestellt, dass wir auch das positive Denken brauchen. Wir müssen uns auf die positiven Seiten des Lebens konzentrieren, damit wir Lebensfreude und Optimismus erhalten. Mein Weg ist deshalb die Verbindung von rationalen und positivem Denken. Und wir brauchen für eine seelische Heilung, für unseren inneren Frieden und unser Glück auch spirituelle Techniken wie Yoga und Meditation.


Welche positiven Sätze tun dir gut ?
Ich nehme das Leid in meinem Leben an.

Ich lebe im inneren Frieden.

Ich ändere die Dinge, soweit ich es kann.

Ich erschaffe mir ein Leben, in dem ich mich wohl fühle.

Ich akzeptiere mich, wie ich bin.

Ich denke positiv.

Ich entwickele mein inneres Glück.

Ich mache jeden Tag die dazu notwendigen Übungen.

Ich stehe mit beiden Beinen im Leben.

Ich blicke durch.

Ich bin stark.

Ich erreiche meine Ziele.

Ich habe Ausdauer.

Ich folge den Erkenntnissen der Glücksforschung.

Ich kann das Wesentliche vom Unwesentlichen unterscheiden.

Ich lebe im Wesentlichen.

Das Wesentliche im Leben ist die Liebe, das Glück und der innere Frieden.

Das Wesentliche ist eine glückliche Welt.

Ich bin ein Buddha, eine Göttin, ein Yogi, ein guter Mensch.

Ich wirke für das Gute auf der Welt.

Ich bin die Liebe.

Ich lebe in der umfassenden Liebe zu allen Wesen.

Ich bin zufrieden mit mir und meinem Leben.

DIESER BEITRAG WURDE BISLANG: 332 X ANGESCHAUT

Kommentar von Butterfly am 4. April 2019 um 7:02pm
Danke für diesen Text, hat mir in meiner jetztiger Situation sehr geholfen.
Ok... die Hälfte von der Glas ist zwar leer und das tut weh, ABER gleichzeitig die andere Hälfte ist voll:)
Jeden Tag probiere ich immer von vorne mich auf dieser "voller" Hälfte zu fokussieren.. und sofort spüre ich Dankbarheit.. statt Trauer und Leere.
Schöne Grüße;)
Kommentar von Butterfly am 4. April 2019 um 7:05pm
"Das" Glas natürlich, sorry!:)
Kommentar von Diamir am 5. April 2019 um 10:17am

Dazu ein kleiner Joke von dem phantastische George Carlin:
Manche sagen das Glas ist halb voll.
Andere sagen das Glas ist halb leer.
Ich sage das Glas ist doppelt so groß wie es sein müsste.
;-)

Kommentar von Butterfly am 5. April 2019 um 11:52am

Ja! genau:-) Und dieses allzu großes, wunderschönes Glas versauche ich jetzt mit einer Limonade zu füllen. Für diese Limonade werde ich alle Zitronen verwenden, die mir das kluge Leben gegeben hat. Nun eine Prise Lächeln dazu und prompt habe ich einen guten Liebe-Durstlöscher

Kommentar von Diamir am 6. April 2019 um 8:33am

Das sind wunderbare Affirmationen, die der Nils da aufzeigt.

Kommentar von Butterfly am 6. April 2019 um 1:42pm

Danke! von ganzen Herzen.

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