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Woran kann man als Tier erkennen, ob ein anderes Tier "höher" ist, man sich also an diesem orientieren sollte? Denn ich habe es so verstanden, dass man, bevor man als Mensch inkarniert wird, erst mal in mehreren Tieren inkarniert ist, richtig? Meinst du wirklich, Tiere "denken" in den den Kategorien "gringer" oder "höher"?

Nils: Für Tiere ist es sehr real, ob ein Tier stärker ist und es fressen kann. Wenn ein Jäger einen Hirsch tötet, möchte der Hirsch im nächsten Leben ein Jäger sein. Und wenn ein König mächtiger als ein Jäger ist, reicher ist und eine schönere Frau hat, möchte der Jäger im nächsten Leben ein König werden. Oder eine arme Frau möchte eine Prinzessin werden. Und wenn ein König oder eine Prinzessin begreift, dass ein Erleuchteter viel glücklicher ist, möchten sie ein Erleuchteter werden.

Frage: Du sagst, als Wolf sei in dir der Wunsch entstanden, ein Mensch zu werden, und deswegen (?) bist du dann auch einer geworden.

Nils: Ja. Nach der Lehre des Yoga wird das nächste Leben durch den Wunsch bestimmt, den man im Moment seines Todes hat. Woran man dann denkt, dass bestimmt das weitere Schicksal. Deswegen ist es ratsam mit einem Mantra oder Gebet zu sterben. Oder sich bei seinem Tod als Buddha im Paradies zu visualisieren.

Frage: Bedeutet das, wenn man mehrmals als Tier inkarniert wurde, und man sich immer nach dem "Nächsthöheren" orientiert, dass beispielsweise der Wurm denkt:"Das nächste Mal wäre ich gerne ein Huhn", und das Huhn:" Das nächste Mal wäre ich gern ein Wildschwein" und das Wildschwein:" Das nächste Mal wäre ich gerne ein Wolf", und dann geschieht das auch so, bis der Wolf, der Bär oder der Hai denkt:" So, jetzt will ich aber auch mal ein Mensch sein, denn die erscheinen mir als besonders glücklich"?

Nils: Genauso habe ich das erlebt.

Frage: Und wie war das in den vielen Millionen Jahren, als es zwar schon tierisches Leben, aber noch gar keine Menschen auf der Erde gab? Sind die inkarnierten "Seelen" also seit den ersten Einzellern auf der Suche nach Erleuchtung, auf die sie erst seit 200.000 Jahren (dem Auftreten des Homo Sapiens) überhaupt eine Chance haben? Oder könnte z.B. ein Pantoffeltierchen, ein Warzenschwein oder ein Dinosaurier auch schon erleuchtet ins Paradies eingehen, wenn sie sich ernsthaft der Aufgabe der Erleuchtung gewidmet hätten?

Nils: Wie bereits geschrieben, können möglicherweise auch Tiere zur Erleuchtung gelangen. Und was sind einige Millionen Jahre im Zusammenhang der gesamten Zeit? Ein Nichts. Und vielleicht können die Seelen ja auch die Zeit überspringen und im Jenseits überdauern. Und sich zu der für sie richtigen Zeit wieder inkarnieren.

Frage: Mich würde interessieren an wie viele Leben du dich erinnern kannst und wie diese Erinnerungen aussehen? Sind das so eine Art Flashbacks? Oder muss man sich das eher auf der Gefühlsebene vorstellen? Kannst du dich an Details erinnern (z.B. die Zeit in der du gelebt hast, das Land, Mann/Frau, Mensch/Tier)?

Nils: Insgesamt kann ich mich etwa an fünftausend frühere Leben erinnern. Sie tauchten in einem Zeitraum von zwanzig Jahren auf. Sie tauchten in Träumen und auch tagsüber in Visionen auf. Es waren Träume in einer Kurzvideos von ein bis drei Minuten. Mit meinen Augen habe ich die jeweilige Situation genau gesehen und dann als Film in meinem Bewusstsein gespeichert. Die Videos waren sehr detailgenau. Ich konnte alle Einzelheiten erkennen und daraus Rückschlüsse auf die Zeit, den Ort und die Form meiner Inkarnation ziehen. Die ersten zweitausend Videos waren sehr genau. Dann tauchten die Leben als Kleinstlebewesen auf. Und die waren sehr ungenau, eher traumartig.

Frage: Und wie hast du das raus gefunden? Woher weißt du mit Sicherheit dass du schon ein Mal gelebt hast? Kann das Gehirn einem da nicht auch was vorgaukeln? Und die wichtigste Frage für mich: wie kommt man damit zurecht? Wenn es einen höheren Sinn hätte dass sich Menschen an ihre früheren Leben erinnern, warum kann das dann nicht jeder? Ist es überhaupt sinnvoll in diese Richtung zu forschen?

Nils: Ich erhielt nach sieben Jahren als intensiv praktizierender Yogi plötzlich die Fähigkeit in der Meditation meine frühere Leben sehen zu können. Das geschieht bei vielen Yogi. Auch Buddha konnte das. Und später tauchten die früheren Leben bei tiefen Reinigungsprozessen auf. Davon berichtet auch der Heilige Antonius der Große, der Begründer der christlichen Wüstenväter. Tiefe innere Verspannungen lösten sich und dabei kamen auch die damit verbundenen Stresssituationen und Gefühle hoch.

Ich bin relativ sicher, dass es sich um frühere Leben handelt, weil ich zuerst in meinen Reinigungsträumen den Stress in diesem Leben gelöst habe. Dabei kamen Stressereignisse aus diesem Leben hoch, die ich alle noch wiedererkennen konnte. Dann gab es eine Pause. Und dann tauchten auf die gleiche Art die früheren Leben auf. Genauso klar als kleine Videos, völlig logisch und mit intensiven Gefühlen. Im Internet wird von einigen Menschen berichtet, die das Gleiche erlebt haben und zu den Orten ihrer früheren Leben hingereist sind. Dort konnten sie genau die Wahrheit ihrer Träume nachprüfen. Absolute Sicherheit gibt es nicht. Man muss seine persönliche Wahrheit und Wahrscheinlichkeit finden. Wenn die Träume traumartig sind, muss man vorsichtig sein. Wenn die Träume sehr klar sind, deutet dieses auf echte Erfahrungen hin. Man kann es mit den Mitteln der Logik prüfen.

Ich halte es nicht für sinnvoll nach seinen früheren Leben zu forschen. Die Dinge tauchen zu ihrer Zeit auf, wenn der Mensch dafür bereit ist. Mein erster Traum handelte davon, dass ich als Affe von einem Löwen gefressen wurde. Ich brauchte eine Woche, um den Traum zu verarbeiten. Ich konnte das, was ich spirituell durch Meditation und Gedankenarbeit gefestigt war. Wenn ich nicht stabil genug gewesen wäre, hätte mich dieser Traum in psychische Schwierigkeiten bringen können. Ich habe schließlich die Situation im Traum real durchlebt und musste in alle Gefühle vollständig hineingehen, um sie aufzulösen und zu heilen.

Nur ab einer bestimmten Entwicklungsstufe macht es Sinn, die Verspannungen durch die frühere Leben aufzulösen. Wenn man keinem klaren spirituellen Weg folgt, wird man sie beim Auftauchen nicht auflösen, sondern sich darin verstricken.


Ringelblume: Ich habe diese ewigen Probleme, besonders die körperlichen und psychischen hier auch unendlich satt und habe mich unbewusst zu Gott hingewendet, und meine jetzt richtig zu liegen. Außerdem kann man all die Probleme abgeben. Das dauert zwar und ist auch mit Arbeit mit sich selbst verbunden, führt aber dahin. Demnach denke ich, der Logik nach, muss ich wohl hier schon als Einzeller gelebt haben, ich denke, ich kam von hier, nicht aus anderen Welten...

Nils: Dann begrüße ich dich herzlich als Miteinzeller. Wir haben einen langen Weg hinter uns. Und den Rest schaffen wir auch noch.

Frage: Bei mir scheint es noch etliche Leben zu brauchen, bis ich überhaupt den Wunsch nach Erleuchtung in mir spüre. Vielleicht gehts mir ja auch zu gut. Offenbar kommt man dem Wunsch nach Erleuchtung ja immer näher (und damit auch der Erleuchtung), je mehr man im Leben (oder in den Leben) gelitten hat. Das ist natürlich verständlich.

Nils: Das geht den meisten Menschen so. Wer interessiert sich schon für die Erleuchtung? Und wer ist bereit die ganze Mühe des intensiven spirituellen Weges auf sich zu nehmen? Nur ganz wenige Menschen. Aber viele suchen Halt in ihrem Leben. Und den können sie in der Spiritualität, im Buddhismus, Yoga oder Christentum finden. Es muss ja keiner sofort die Erleuchtung erreichen. Es genügt für die meisten Menschen etwas mehr inneren Frieden, Glück und Liebe zu haben. Es genügt im Einklang mit sich selbst und seiner Welt zu sein. Es genügt auf seine Art ein sinnhaftes Leben zu führen.

Der intensive Wunsch nach Erleuchtung entsteht entweder wenn man eine Erleuchtungserfahrung gehabt hat oder wenn man am Leben leidet. Wenn man zu sehr leidet, hat man kaum die Kraft den spirituellen Weg zu gehen. Und wenn es einem im Leben gut geht, warum sollte man etwas ändern? Aber in unserer Gesellschaft leiden sehr viele Menschen am Leben. Etwa ein Drittel der Menschen leidet an psychischen Krankheiten, Ängsten oder Süchten. In unserer Gesellschaft gibt es deshalb viele suchende Menschen.

Frage: Die Verklärung und Erklärung der Sinnhaftigkeit des Leids findet sich ja in jeder Religion quasi als Durchhalteparole (oder auch als Motivationsmittel, Leid und Ungerechtigkeiten über sich ergehen zu lassen). Ich widme mich lieber den Bedingungen, die dafür nötig sind, die äußeren Verhältnisse zu verbessern.

Nils: Ich habe mich auch viele Jahrzehnte um eine Verbesserung der Welt bemüht. Aber die Welt blieb letztlich so wie sie war. Und es wurde sogar noch schlimmer. Es ist nicht so einfach die Welt zu verändern. Wenn man die Möglichkeit dazu hat, sollte man es tun. Und ich finde es auch richtig, dass man sich um gute persönliche Lebensbedingungen bemüht. Aber man stößt immer an Grenzen. Wenn man den Schwerpunkt seines Lebens nicht im Weg des inneren Glücks sucht, wird man letztlich nie ganz mit seinem äußeren Leben zufrieden sein.

Spätestens im Zeitpunkt des Todes bereut man es, nicht mehr Liebe, Frieden und Glück in seinem Leben gelebt zu haben. Und wenn man die Möglichkeit der Erleuchtung und des Aufstieges ins Paradies kennt, wird man es bereuen, nach dem Tod nicht in eine Glücksdimension gekommen zu sein. Und im nächsten Leben geht das gleiche Elend weiter. Irgendwann wacht man auf und wendet sich der Erleuchtung zu. Ich verkläre nicht das Leid. Ich nutze es nur als Chance.

Frage: Viele Menschen haben überhaupt keine Möglichkeit zu entscheiden, was sie mit ihrem Leben machen möchten, weil sie ohnmächtig und ausgeliefert sind.

Nils: Die meisten Menschen haben nicht die Möglichkeit den Weg der Erleuchtung zu gehen. Sie haben nicht das Glück auf die Lehre eines Erleuchteten zu treffen. Sie haben nicht die Möglichkeit sich aus ungünstigen materiellen Verhältnissen zu befreien. Aber wir alle hier kennen den spirituellen Weg. Und notfalls zahlt uns der Staat Sozialhilfe und wir alle könnten als Yogi leben. Oder wir haben selbst genug Geld dazu. Oder wir tun es als Rentner oder in unserem Urlaub. Bei uns scheitert es letztlich nur an der Motivation. Ich habe Glück gehabt, weil ich die Erleuchtung kenne und weiß wie gut das ist. Es lohnt sich dafür alles zu geben.

Frage: Ich bin aber überzeugt davon, dass man diesen Zustand auch als ganz normaler Mensch hier auf dieser Erde genießen kann, schon ab der Geburt, wenn die äußeren Umstände stimmen. Manches Leid wie Unfall, Krankheit, Naturkatastrophen kann der Mensch nicht verhindern, und muß mit dem dadurch entstehenden Leid umgehen. Aber das stetige Leid, das sich die Menschen gegenseitig zufügen (und auch Tieren), wäre hier auf der Erde verhinderbar, und ein friedliches, liebendes Dasein möglich.

Nils: Das Leid auf der Erde wäre theoretisch zu überwinden. Es scheitert nur an der Praxis und dem Ego der Menschen. Und genauso ist es mit dem persönlichen Glück. Viele Menschen erreichen für eine kurze Zeit ein gewisses persönliches Glück. Aber dann kommen Trennungen, Krankheiten, Verlust des Arbeitsplatzes, Alter und Tod. Der normale Zustand auf dieser Erde ist der ständige Wechsel von Freude und Leid. Alles Schönes ist vergänglich. Nur das innere Glück bleibt. Wenn man das einmal begriffen hat, will man es dauerhaft. Es gibt keine Alternative zur Erleuchtung. Also packen wir es an.

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