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Fragen zum spirituellen Weg:

Welchen Sinn hat eigentlich der materieller Kosmos, das Leid und die ganzen Leben? Warum nicht gleich erleuchtet im Paradies wandeln?

Nils: Das sind schwierige Fragen. Letztlich sind wir Teil eines Systems und können nicht über den Rand des Systems hinausblicken. Ich kann nur die Antworten meiner Meister und der indischen Philosophie wiedergeben. Der Sinn des Lebens ist es, dass alle Seelen zur Erleuchtung wachsen. Das geht gut durch das System von Freude und Leid. In jeder Seele ist der Wunsch nach Frieden, Liebe und höchstem Glück eingepflanzt. Jede Seele versucht soweit wie möglich glücklich zu sein. Da es hohes und dauerhaftes Glück nur in der Erleuchtung gibt, haben die Seelen letztlich keine andere Wahl als nach Erleuchtung zu streben.

Die große Frage ist, warum nicht gleich alle Seelen in der Erleuchtung bleiben. Warum aus dem Paradies heraus den ganzen mühsamen Prozess des Lebens durchlaufen? Zu Beginn sind die Seelen einfach nur glücklich, aber ohne Weisheit, Mitgefühl und Selbstbewusstsein. Sie erlangen durch den Lebensprozess die Weisheit mit schwierigen Situationen umgehen zu können. Sie werden Meister des Lebens. Sie werden sich ihrer selbst bewusst und können aus sich selbst heraus handeln. Zu Beginn waren sie nur mechanische Rädchen im Kosmos. Glücklich, aber ohne eigene Handlungsimpulse. Jetzt können sie das Leben und ihren Weg selbst gestalten. Und vor allem begreifen sie durch das eigene Leid auch das Leid ihrer Mitwesen und entwickeln Mitgefühl. So entsteht letztlich ein Kosmos voller Liebe und voller eigenständig handelnder Wesen. Aber irgendwann sind alle im höchsten Paradies angekommen. Dann lösen sich alle ins absolute Licht auf. Und nach einiger Zeit bildet dieses Licht wieder Handlungsimpulse aus. Und der Tanz des Lebens beginnt erneut. Das ganze Universum ist letztlich ein großes göttliches Spiel. Und wir sind die Spielfiguren, die es lernen immer besser mitzuspielen. So sieht es die indische Philosophie. Das Universum ist ein ewiges Spiel von Werden und Vergehen, von Leben und Ruhe.

Frage: Und was passiert, wenn auch der letzte Spätzünder nach mehreren tausend Leben schließlich zur Erleuchtung und ins Paradies gefunden hat? Hört dann der materielle Kosmos auf?

Nils: Wenn alle Seelen das Ziel erreicht haben, kehrt die ganze Energie in ihren Urzustand zurück. Das Universum dehnt sich aus und zieht sich danach wieder in sich zusammen, bis alles zur Ruhe kommt. Und dann entsteht ein neues Universum.

Frage: Was bedeutet "Leben als Tier"? Gehören Einzeller auch dazu? Das erste tierische Leben auf der Erde mit eigenem Stoffwechsel? Seit etwas 3.000 Millionen Jahren gibt es tierisches Leben auf der Erde, erst vor etwa 3 Millionen Jahren traten die ersten Hominiden auf den Plan, seit etwa 200.000 - 300.000 Jahren gibt es den Homo Sapiens. Es muß also eine ausgesprochen lange Zeit lediglich eine Reinkarnation in tierischem Leben gegeben haben, bis endlich die Vorfahren des Menschen und der Homo Sapiens zu Reinkarnationssubjekten mit Chance auf Erleuchtung werden konnten.

Nils: Wenn ich meine Inkarnationen betrachte, habe ich als Einzeller begonnen. Ich habe etwa dreitausend Leben als Kleinstlebewesen gelebt. Diese Leben sind für mich nur schwer zu erkennen, weil die Träume sehr undeutlich waren. Diese Leben tauchten nach den ersten vier Jahren auf, als sich die höheren Lebensformen alle gezeigt und die dortigen Verspannungen gelöst hatten. Es war ein langer Weg. Aber so muss es nicht bei jedem sein. Das Universum besteht aus vielen Dimensionen. Aus Gesprächen mit meinen Freunden erfuhr ich, dass einige aus anderen Welten und sogar anderen Dimensionen stammen. Sie haben andere Entwicklungswege. Möglichweise stimmt auch die Idee vieler Christen, dass man nur einmal auf der Erde lebt und sich dann im Jenseits weiter entwickelt. Nach meinen Informationen ist das Leben auf der Erde zwar der härteste, aber auch der schnellste Weg der Entwicklung. Im Jenseits entwickelt man sich nur langsam in unermesslichen Zeitspannen. Und wenn wir es bereits bis zur Menschwerdung geschafft haben, dann ist der Schritt bis zur Erleuchtung nicht weit. Insbesondere wenn wir das Ziel begriffen und einen erleuchteten Helfer wie Buddha, Jesus oder Krishna haben.

Frage: Warst du auch mal ein Cyanobakterium oder gar ein Dinosaurier?

Nils: Ein Bakterium war ich vermutlich auch einmal. Deutlich erinnere ich mich einmal ein Wasserfloh gewesen zu sein. Ein Dinosaurier war ich nicht. Ich erinnere mich aber an Inkarnationen als Wolf, Adler, Affe, Maus, Hirsch und als Insekt in vielfältiger Art. Und vor allem als Fisch und davor oft als Plankton. In vielen Inkarnationen wurde ich als kleiner Fisch oder Plankton von großen Fischen gefressen. Ich war also einige tausend Inkarnationen ein Kleinstlebewesen, zweitausend Inkarnationen ein Tier und knapp hundert Inkarnationen ein Mensch. Und seit fünf Inkarnationen bin ich auf dem Weg der Erleuchtung. Und mindestens drei Inkarnationen brauche ich noch um vollständig erleuchtet zu sein.

Frage: Was ist denn mit den armen Geschöpfen (Seelen?), die viele Millionen Jahren vor dem Menschen existierten, und nicht im Menschen reinkarniert werden konnten, da es ihn noch gar nicht gab (also auch viele, viele Millionen Jahre keine Chance auf Erleuchtung?)

Nils: Möglicherweise kann man auch als Tier zur Erleuchtung kommen. Und wahrscheinlich gibt es auch über das Menschsein hinaus Wesen. Wenn man eine gewisse Stufe der Erleuchtung erreicht hat, dann ist man in dieser Welt nicht mehr lebensfähig. Man bleibt dann im Jenseits und entwickelt sich dort weiter. Oder ein Teil der Seele bleibt im Jenseits und nur ein Teil inkarniert sich. Es gibt viele Möglichkeiten im Kosmos.

Frage: Oh Mann, den Streß dieser ganzen Leben will ich aber nicht durchleben und auflösen müssen - dazu reicht ein Menschenleben wohl nicht aus.

Nils: Nach der Lehre des tibetischen Buddhismus kann man die Erleuchtung in einem Menschenleben erreichen. Das gelingt durch den Weg des Kundalini-Yoga. Aber dieser Weg ist sehr anstrengend. Leichter ist es die Entwicklung auf mehrere Leben zu verteilen.

Frage: Da versuche ich es lieber erst gar nicht mit der Erleuchtung, das ist mir eindeutig zu stressig.

Nils: Jeder Mensch hat die freie Entscheidung, was er mit seinem Leben machen möchte. Keiner ist gezwungen den Weg der Erleuchtung zu gehen. Irgendwann entsteht von alleine der Wunsch danach. Irgendwann hat man das viele Leid des Lebens einfach satt. Irgendwann möchte man einfach dauerhaft glücklich, im Frieden und in der Liebe sein. Und dann entsteht auch die Kraft dazu diesen Weg konsequent bis zum Ziel zu gehen.

Frage: Wie funktioniert das beim Übergang vom Tier zum Menschen? Kann das Tier auch etwas Bestimmtes tun oder denken, um irgendwann als Mensch reinkarniert zu werden?

Nils: Nach meiner Erfahrung ist es bei Tieren ähnlich wie bei den Menschen. Sie haben Gefühle und können denken. Ich habe mich als Tier immer an den nächsthöheren Wesen orientiert, weil ich meinte, dass sie glücklicher sind. Vermutlich habe ich als Wolf in der Steinzeit Kontakt mit den Menschen aufgenommen. Da entstand in mir der Wunsch ein Mensch zu werden.

Frage: Muß man erst den Stress und die Verspannungen von allen vorherigen Leben wiedererlebt und aufgelöst haben, um in den Zustand der Erleuchtung zu kommen, der einem dann den Weg ins Paradies ermöglicht?

Nils: Ich glaube schon, dass man erst innerlich rein werden muss, also alle Verspannungen auflösen muss, bevor man zur dauerhaften Erleuchtung kommt. So steht es in der Bibel. Selig sind die im Herzen Reinen, denn sie werden Gott schauen. Es entspricht auch meiner Erfahrung. Aber es ist sehr unterschiedlich, wie viele innere Verspannungen die Menschen haben. Man weiß es letztlich nie genau. Es kann mit der Erleuchtung schneller gehen oder länger dauern, als man denkt. Letztlich ist es egal. Wir gehen unseren Weg so gut es geht und erreichen zu unserer Zeit das Ziel. Wir müssen es auch nicht in einem Leben erreichen. Der erste Schritt ist es, dass wir das Ziel begriffen haben und wollen. Dann entwickelt sich alles von alleine.

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