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Eckhart Tolle ist ein sehr bekannter Erleuchteter, ein kluger Mensch und ein Meisterpsychologe. Er durchschaut sehr gut die vielen Fallen auf dem spirituellen Weg. In seinem Video stellt er die These auf, dass strenges spirituelles Üben die Erleuchtung verhindert, weil dadurch oft ein großes Ego aufgebaut wird. Wer Jahrzehnte enthaltsam lebt, jeden Tag viele Stunden meditiert und sich genau an den Wortlaut der Lehre Buddhas hält, fühlt sich großartig. Und dadurch blockiert er das Hineinwachsen in ein Einheitsbewusstsein.

Was ist von dieser These zu halten? Meine Erfahrung ist der Zweistufen-Weg. Am Anfang des spirituellen Weges ist es gut streng zu üben. Wir müssen radikal unsere weltlichen Denkmuster überwinden, damit sich das innere Glück entwickeln kann. Es ist hilfreich sich als großartiger Buddhist zu fühlen, Buddha für den einzig wahren Lehrer zu halten und auch etwas dogmatisch zu sein. Das stärkt unser Selbstbewusstsein und gibt uns Kraft auf dem spirituellen Weg.

So war es bei mir auch. Ich erhielt viele spirituelle Einweihungen von großen erleuchteten Meistern, meditierte fünfzehn Jahre jeden Tag zehn Stunden, arbeitete konsequent an meinen Gedanken, machte viel Sport (Yoga, Gehen, Karate) und brach dadurch oft zur Erleuchtung durch. Dann fühlte ich mich noch großartiger. Ich entwickelte ein großes spirituelles Ego, wie wir es bei vielen Erleuchteten im Westen beobachten können. Ich glaubte sogar, dass mein Weg der einzig wahre ist. Ich hatte ein großes Sendungsbewusstsein und wollte alle Mitmenschen von meinem spirituellen Weg überzeugen.

Dann merkte ich plötzlich, dass das zu viele spirituelle Üben mir nicht mehr gut tat. Ich praktizierte von da an einen sanften mittleren Weg des spirituellen Übens. Ich achtete immer noch beständig auf meine Gedanken, aber ich ließ auch Gefühle wie Trauer, Wut, Angst und Lebensgenuss zu. Ich meditierte weniger, folgte stärker meinem Lustprinzip und wurde im Laufe der Jahre immer normaler. Ich spürte genau, was mein Inneres wollte. Ich lebte aus einem starken inneren Gespür heraus ohne meinen Weg der Weisheit zu verlieren. Dadurch lösten sich meine inneren Verspannungen, mein inneres Glück entfaltete sich und ich wuchs immer weiter auf dem spirituellen Weg.

Grundsätzlich ist aus meiner Sicht nichts gegen das intensive spirituelle Üben einzuwenden. Man sollte dabei aber die Egofalle erkennen. Das Ego überwindet man durch drei Dinge. Wir können durch viel Ruhe und ein Leben in der Natur in ein Einheitsbewusstsein kommen. Wenn wir uns als Teil der Natur visualisiern, erkennen wir den Zusammenhang aller Dinge. Nicht existiert aus sich selbst heraus. Die Natur ist der Organismus, aus dem wir und durch den wir existieren.

Der zweite Weg das Ego zu überwinden ist der Weg der umfassenden Liebe. Wenn wir für das Glück aller arbeiten und unsere Mitwesen wichtiger als uns selbst nehmen, verschwindet im Laufe der Zeit das Ego. Für den Weg der Erleuchtung ist es deshalb sehr wichtig, den Weg der Meditation mit dem Weg der Liebe zu verbinden. Das ist die große Erkenntnis des Mahayana-Buddhismus.

Der dritte Weg das Ego loszulassen, ist es sich einem spirituellen Meister, einem höheren erleuchteten Wesen, dem Leben oder seiner eigenen inneren Weisheit zu überlassen. Nicht wir handeln, sondern das Leben oder die Meister (Buddhas) handeln durch uns. Das ist der Weg des Guru-Yoga und auch des Amitabha-Buddhismus. Im Amitabha-Buddhismus liegt der Schwerpunkt nicht auf der eigenen Anstrengung, sondern auf dem Vertrauen auf die Kraft und Führung Amitabhas.

Eckhart Tolle fühlt sich dem Advaita-Vedanta, dem Taoismus und dem Zen-Buddhismus verbunden. Wir sind bereits erleuchtet und müssen es nur erkennen. Wir können nichts tun, weil alles Tun aus dem Ego kommt und deshalb nicht das Ego überwinden kann. Wir sollten einfach nur ganz entspannt in der Gegenwart leben. Wir sollten weder an der Zukunft noch an der Vergangenheit anhaften. Die Identifikation mit dem Leid loslassen. Einfach meditieren ohne Absicht. Natürlich leben als Teil der Natur.

Letztlich vertritt auch Eckhart Tolle einen bestimmten spirituellen Weg, der für manche Menschen hilfreich sein kann und für andere nicht. Die Erleuchtung ist über allen Wegen und allen Dogmen. Wir sollten einfach nur mit Weisheit und innerem Gespür herausfinden, was uns gut tut und was uns voran bringt.n einfach nur mit Weisheit und innerem Gespür herausfinden, was uns gut tut und was uns voran bringt.

https://www.youtube.com/watch?v=m1aRWHk4_tc

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