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Das erste der Bhajans, die wir heute gesungen haben, war „Jyota Se Jyota Jagavo. Entzünde dein Licht mit meinem Licht, Oh großer Weisheitslehrer. Entzünde dein Licht mit meinem Licht. Beseitige die Dunkelheit, die mein Herz bedeckt.“ Der Mensch ist fähig, die höchste Wahrheit zu erfahren. Der Mensch ist fähig, sich eins zu fühlen mit dem Höchsten. Der Mensch ist fähig, auch auf einer relativen Ebene sich als Instrument zu fühlen, dass er das Gefühl hat, dass er Inspiration hat, dass Energie durch ihn hindurchfließen kann, dass diese Energie durch ihn hindurch strömen kann. Der Mensch ist fähig, dieses Licht in sich zu entdecken. Er ist fähig, das Licht zu entdecken als eine Kraft, die durch ihn hindurch wirkt. Er ist fähig, dieses Licht zu sehen im Herzen von jedem Menschen, als Ausdruck von jedem Menschen, wie auch in der gesamten Natur. Bewusst oder unbewusst hat jeder Mensch solche Erfahrungen. Jede Erfahrung der Liebe ist so ein Aufflackern des Lichtes und dieser Verbundenheit. Jedes Wahrnehmen von Schönheit ist ein solches Aufflackern. Jede Inspiration, die man plötzlich hat, was man tun kann. Oder jeder plötzliche Antrieb, etwas ganz Großartiges zu machen, ist dieses Aufleuchten des Lichtes. Und es gibt Menschen, die haben diese Fähigkeit, das Licht in sich wahrzunehmen, die Fähigkeit, das Licht in anderen wahrzunehmen, die Fähigkeit, diese Inspiration durch sich wirken zu lassen, vielleicht schon etwas mehr in sich entfaltet. Und man kann sagen, diese leuchten umso mehr. Und es fällt oft leichter, dieses Licht wahrzunehmen, wenn wir an Menschen denken, die das schon erreicht haben. Und so ist eine der vielen Weisen, wie wir auf dem spirituellen Weg Fortschritte machen können, wir lesen über die Lebensgeschichten der großen Weisen und der großen Heiligen, wir hören Anekdoten, wir schauen uns vielleicht auch Fotos an oder Videos an von diesen großen Meistern und lassen uns so inspirieren. Swami Vishnudevananda, der Meister, bei dem ich gelernt habe, hat gesagt, vieles auf dem spirituellen Weg ist eine Frage des Eintunens, des Einstimmens, to tune. Er hat so verglichen, so ähnlich wie ein Radio. Wir können unsere Frequenzen einstellen. Vermutlich, wenn wir uns jetzt einstimmen würden, könnten wir irgendeine Art von Musik hören, wir könnten eine andere Art von Musik hören, wir könnten Nachrichten hören, es gibt sicher irgendwo eine spirituelle Sendung. Ich glaube, gerade am Vormittag, alle Kirchen haben irgendwelche Predigten am Morgen auch ausgestrahlt. Und wir können Mantras anhören usw. Im Internet geht es ja noch weiter. Je nachdem, wo wir uns darauf einstimmen, könnte man mit technischen Frequenzen das wahrnehmen. Genauso aber auch, wir können uns auch einstimmen auf nicht nur technische Frequenzen, sondern auch Gedanken. Und wir können uns einstimmen auf irgendwelche tamasigen Schwingungen. Wir können uns einstimmen auf rajasige, sattvige. Also auf träge und niedergeschlagene, traurige. Wir können uns einstimmen auf Unruhe und irgendwie gierige und dass wir irgendwas wollen. Und wir können uns einstimmen auf diese friedvollen Schwingungen. Alles ist in uns drin, wir haben alle sieben Chakras. Jeder von uns ist fähig für praktisch jede menschliche Regung. Es ist die Frage, worauf stimmen wir uns ein? Welche dieser Samskaras, die in uns sind, lassen wir stärker werden. Und natürlich, wenn wir hier im Ashram sind, wir wollen die erhabeneren Samskaras, also Eindrücke, Fähigkeiten in uns stärker werden lassen. Dazu machen wir all die Asanas, dazu machen wir alles Pranayama, dazu singen wir Mantras, dazu meditieren wir, dazu ernähren wir uns auf sattvige Weise, dazu machen wir Pujas und Homas, Arati, verschiedenste Rituale. Und wir können es noch zusätzlich machen, indem man sich auf einen Meister einstimmt, indem wir uns auf diesen Meister beziehen, indem wir ihn bitten, uns zu erleuchten, indem wir über solche Meister auch lesen. Und so wollen wir jetzt eine Minute in die Stille gehen und wir können eine Minute lang vielleicht an einen bestimmten Meister denken, oder auch den inneren Meister in uns, und bitten: „Entzünde dein Licht mit meinem Licht und entzünde mein Licht mit deinem Licht“ - denn wir alle haben dieses Licht – „und möge dieses Licht in mir leuchten als Liebe, als Inspiration, als Einheit und Verbundenheit.“

Hari Om Tat Sat
Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

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Tags: Bhajan, Dunkelheit, Licht

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