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Vairagya heißt Wunschlosigkeit, heißt auch „der Verzicht“, heißt auch „das Nicht-Anhaften“. Vairagya ist die tiefe Überzeugung, dass ein äußerlich gelebtes Leben einen nicht dauerhaft glücklich macht. Und so ist ein Vairagi jemand, der bereit ist zum Verzicht.

Ein Vairagi weiß: „Wunscherfüllung wird mich nicht glücklich machen. Erfolg wird mich nicht glücklich machen. Besitz, Macht, Geld wird mich nicht glücklich machen. Auch einfach zu tun, was mir in den Sinn kommt, wird mich nicht dauerhaft glücklich machen. Also, ein Vairagi kann dem entsagen, innerlich entsagen, aber auch äußerlich entsagen. Es gibt einen innerlichen Vairagi und einen äußerlichen Vairagi. Ein äußerlicher Vairagi hat wenig Besitz, er hat bewusst auf alles Mögliche verzichtet. Und das ist auch eine Weise, spirituelles Leben zu leben. Du musst jetzt nicht ganz so extrem sein wie die indischen Wandermönche oder wie früher die Franziskaner, die gar keinen persönlichen Besitz hatten, oder wie Jesus mal gesagt hat, dass man an keinem Ort länger als eine Nacht bleiben soll - das hat er mindestens seinen engsten Schülern so geraten – sondern, du kannst aber ein einfaches Leben leben, du kannst sagen, du wirst kein Kleidungsstück im Kleiderschrank haben, das du im letzten Jahr nicht angezogen hast. Du wirst eine einfache Wohnung haben, vielleicht nur ein Zimmer, vielleicht nur ein paar Bücher und ansonsten nichts mehr. Das kann durchaus der spirituellen Entwicklung förderlich sein.

Und du kannst auch z.B. zu Yoga Vidya gehen als Mitarbeiter, dort hast du nur ein Zimmer als deine Wohnung. Das ist auch eine Form von Vairagya. Also, ein Vairagi ist, der diese Dinge bewusst macht, bewusst ein äußerlich einfaches Leben führt und weiß, tiefe Zufriedenheit und Freude kommt nicht aus Äußerlichkeiten, sondern über spirituelle Erfahrung, Verbundenheit, sinnvolles Leben zu führen, anderen helfen und dienen und letztlich aus der Gotteserfahrung und der Erfahrung des Göttlichen in allen Menschen, in allen Wesen, hinter der ganzen Welt.

Es gibt noch eine zweite Definition von Vairagi und die gebraucht Krishna, er sagt, es ist mehr die innerliche Überzeugung. Krishna in der Bhagavad Gita führt auch das Beispiel von König Janaka an, der König von Videha war, und der hatte durchaus ein königliches Leben geführt, wo auch Luxus dabei war, aber er hat an nichts gehaftet. Du kannst vielleicht um der Gesellschaft willen, um deiner Familie willen, um deiner Position willen vielleicht durchaus ein Leben mit Annehmlichkeiten haben, aber innerlich bewusst sein: „Das ist nicht das, was mich glücklich macht.“

Ein Vairagi ist auch jemand, der auf die Früchte seiner Handlungen verzichten kann, bei Lob und Tadel der gleiche sein kann, in Erfolg und Misserfolg der gleiche sein kann und eben nicht für alles, was er tut, gleich einen Gegenwert erwartet. Ein Vairagi, in Krishnas Bhagavad Gita Sinn verstanden, ist jemand, der verhaftungslos lebt und keine Anhaftung an irgendetwas hat. Sehr engagiert, sehr viel tut, sehr viel Energie reinsteckt, sein Dharma, seine Pflicht und Aufgabe, erfüllt, all das hat, was er äußerlich braucht, aber an nichts verhaftet ist.

Also, Vairagi – jemand, der nicht verhaftet ist, jemand, der jenseits von Wünschen ist oder mindestens sich bemüht, dorthin zu kommen. Vairagi, aber auch ein Asket, jemand, der einen einfachen Lebensstandard folgt und eine einfache Lebensweise als Mittel zur Befreiung praktiziert. Vairagi wird einfach als Entsagter übersetzt.

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Tags: Vairagi, Vairagya, Yoga Vidya Sanskrit-Lexikon, Yoga Vidya Sanskrit-Wörterbuch

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