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Das erste Gebot

Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen.

Nils: Was bedeutet das erste Gebot? Gott ist eine höhere Bewusstseinsdimension im Kosmos. Es ist das Erleuchtungsbewusstsein hinter der materiellen Welt. Nach der Quantenphysik entsteht aus diesem höheren Bewusstsein alles und alles geht wieder dort hin zurück. Der Quantenphysiker Michael König beschreibt es als Dimension aus Energie, Liebe und Information. Ich gelangte einmal in einer tiefen Meditation in diese Dimension. Ich nahm es als vollständigen Frieden, höchstes Glück, Liebe und Wahrheit wahr. Ich war eins mit diesem Bewusstsein und konnte gleichzeitig mit diesem Bewusstsein sprechen. Es gab mir Informationen, die zu einer tiefen Heilung in meiner Seele führten. Ich hatte die Wahl in diesem Bewusstsein zu bleiben oder auf der Erde eine handelnde Seele zu sein.

Letztlich kann man dieses Bewusstsein nur erfahren, man kann es nicht wirklich begreifen und vor allem nicht anderen Menschen beschreiben. Deshalb steht in der Bibel, dass man sich kein Bild von Gott machen soll. Gott ist über allen Bildern und Vorstellungen. Klar wurde mir, dass es das Ziel aller Seelen ist sich mit diesem Bewusstsein zu vereinen, einfach weil man dort das höchste Glück und die höchste Liebe erfährt. Mit diesem Bewusstsein kann man sich nach dem Tod im Jenseits vereinen. Man kann aber auch als Erleuchteter auf der Erde in diesem Bewusstsein leben. Je weiter man sich spirituell entwickelt, desto mehr gelangt man in die Ruhe, in die Liebe, in die Einheit und ins Glück. Desto weniger wird man aber auch auf der Erde handlungsfähig. Desto weniger handelt man im Außen. Man lebt eher im Nichtstun, im Sein (Ich Bin), im Geschehen lassen. Man kann aber Taten der Liebe für seine Mitmenschen tun. Man kann Licht, Liebe und Glück zu seinen Mitmenschen schicken und ihnen auf dem Weg des Lebens helfen.

In Indien wird Gott Brahman genannt. Brahman ist das Absolute, das Höchste, das umfassende Bewusstsein. Es gibt nur einen Gott, ein Brahman, eine höchste Energie. Aus dieser Energie bilden sich dann die vielen Gottheiten, die aus meiner Sicht Symbole für verschiedene Wege zur Erleuchtung und zur Aktivierung der Kundalini-Energie (des inneren Glücks) sind. Dieses höchste Bewusstsein drückt sich in den vielen Religionen aus und verkörpert sich in den verschiedenen Erleuchteten und Heiligen. Neben Brahman gibt es nichts. Es gibt nur einen Gott und eine höchste Wahrheit. Aber unter diesem Gott gibt es viele Gottheiten, Wege, Manifestationen. Das erste Gebot richtig verstanden wendet sich also nicht als Kampfgebot gegen die anderen Religionen, sondern es weist auf die gemeinsame höchste Dimension hin. Hinter allen Religionen steht die Erleuchtung. Religionen sind verschiedene Wege zur Erleuchtung. Zur Erleuchtung kommt man, wenn man in der umfassenden Liebe (zu allen Wesen, Menschen, Religionen) lebt, im inneren Frieden lebt, in der persönlichen Wahrheit lebt.

Zu diesem höchsten Gott gelangt man nicht, wenn man das goldene Kalb verehrt, also den Weg des äußeren Glück, den äußeren Genuss, den weltlichen Konsum, das Ego. Der Mensch kann nur einem Herren dienen, entweder dem Gott des inneren Glücks oder dem Gott des äußeren Glücks. Den Gott des inneren Glücks kann man sich als Buddha, Moses, Jesus, Heiligen vorstellen. Den Gott des äußeren Glücks kann man sich als einen Klumpen aus Gold vorstellen, als eine Ansammlung von Goldmünzen, als einen reichen Mann, der sich alles kaufen kann und trotzdem nie zufrieden ist. Ein Heiliger hat Frieden in sich und ein weltlicher Mensch letztlich nie.

Das zweite Gebot

Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht mißbrauchen.

Nils: Ein Mantra kann einen Menschen zur Erleuchtung führen. Der Name Gottes kann einen Menschen zur Erleuchtung führen. Die Verehrung eines erleuchteten Vorbildes (Buddha, Jesus, Moses, Mohammed, Krishna) kann einen Menschen zur Erleuchtung führen. Das gelingt aber nur, wenn dieses Mantra mit positiven Emotionen gelebt wird. Man gelangt zur Erleuchtung, wenn man Gott mit Heiligkeit verbindet. Man gelangt nicht zur Erleuchtung, wenn man Gott bezweifelt oder lächerlich macht. Ein spiritueller Mensch darf Humor haben, aber er sollte sein heiliges Mantra in Ehren halten. Wenn andere Menschen seinen spirituellen Weg lächerlich machen wollen, dann lacht er über ihre Dummheit. Sie sind dumm, weil sie den Weg des Egos und nicht den Weg des Glücks gehen.

Das dritte Gebot

Du sollst den Feiertag heiligen.

Nils: Zum spirituellen Weg gehört die Ruhe. Wir sollten immer wieder in uns zur Ruhe kommen, damit wir unser inneres Glück entwickeln können. Es ist außerdem gut Tage und Zeiten zu haben, in denen wir uns auf uns selbst und unseren spirituellen Weg besinnen, in denen wir spirituell üben und uns mit dem Licht verbinden.

Das vierte Gebot

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.

Nils: Die Verehrung des spirituellen Ziels ist das Zentrum eines erfolgreichen spirituellen Weges. Dazu gehört auch die Verehrung des spirituellen Vorbildes und des spirituellen Meisters. Die ersten Meister eines Menschen sind für ein Kind sein Vater und seine Mutter. Das ist tief im Unterbewusstsein eines Menschen gespeichert. Spätere Meister bauen auf diesen beiden ersten Meistern auf. Wenn man seinen ersten Meister nicht verehrt, ist die gesamte Verehrungskette gestört. Man hat Schwierigkeiten auf dem spirituellen Weg voranzukommen. Deshalb ist es für jeden spirituellen Menschen wichtig das Verhältnis zu seiner Vater und seiner Mutter zu bereinigen, letztlich mit seinen gesamten Ahnen. Man sollte sie in ihrem Bemühen würdigen, ihnen ihre Fehler verzeihen und sie positiv sehen. Nur wer seinen Vater und seine Mutter ehrt, kann sein spirituelles Vorbild und letztlich sich selbst verehren. So bekommen wir Kraft für unseren Weg.

Das fünfte Gebot

Du sollst nicht töten.

Nils: Wer andere tötet, blockiert dadurch sein Einheitsbewusstsein und damit seinen inneren Frieden, sein inneres Glück und seine Erleuchtung. Er wird andere Wesen nur töten, wenn er sich getrennt von ihnen sieht. Er wird es vermeiden sich in ihnen zu sehen, weil er dann ihren Schmerz fühlen muss. Der beste Weg ist es deshalb andere Wesen nicht zu töten und gewaltlos zu leben. Wenn sich eine Tötung nicht vermeiden lässt, weil wir Nahrung brauchen oder uns verteidigen müssen, dann ist es wichtig sein Gegenüber zu segnen, sich in ihm zu sehen, eins mit seinem Schmerz zu werden und ihm Licht zu senden. Wichtig ist es dann auch viele gute Taten zu tun, so dass wir ein gutes Karma erhalten und die Entfaltung des schlechten Karmas verhindern.

Das sechste Gebot

Du sollst nicht ehebrechen.

Nils: Es kommt nicht darauf an, ob wir verheiratet sind oder nicht. Es kommt darauf an, dass wir in unserer Beziehung treu sind. Und das wir nicht in andere Beziehungen negativ eingreifen. Wer seinem Partner nicht treu ist, ist letztlich auch sich selbst nicht treu. Er hängt auf dem Weg des Egos fest und hat Schwierigkeiten zu einem Leben in der Wahrheit, im Frieden und im inneren Glück zu finden. Treue ist ein wichtiger Wert auf dem spirituellen Weg. Wer Treue übt erhält daraus die Kraft sein spirituelles Ziel zu erreichen.

Das siebte Gebot

Du sollst nicht stehlen.

Nils: Im Yoga heißt es: Rechtschaffenheit (Asteya). Nicht stehlen und nicht betrügen. Ein Yogi ist im Berufsleben grundsätzlich ehrlich. Er strebt nicht nach ungerechtfertigtem Vorteil, sondern sucht den gerechten Ausgleich (fairer Handel). Einem Yogi kann man im Berufsleben grundsätzlich vertrauen. Er gibt seinem Geschäftspartner eher etwas zu viel als zu wenig. Wer im Geschäftleben gerecht handelt, erzeugt kein schlechtes Karma.

Das achte Gebot

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

Nils: Im Yoga heißt es: Wahrhaftigkeit (Satya). In der Wahrheit leben. Grundsätzlich ehrlich zu sich selbst und anderen sein. Konsequent aus der persönlichen Wahrheit (Richtigkeit) heraus leben. Eine Lüge ist nur in gut begründeten Ausnahmen zulässig, zum Beispiel wenn man mit einer Lüge das Leben eines anderen Menschen retten kann. Ein Yogi schweigt in einer Zweifelssituation. Wer konsequent in der Wahrheit lebt, der strahlt Wahrheit aus.

Das neunte Gebot

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.

Nils: Im Yoga heißt es: Einfachheit (Aparigraha). Mäßigung in äußeren Genüssen. Ein spiritueller Mensch lebt grundsätzlich äußerlich bescheiden und innerlich reich. Ein Yogi verbraucht seine Energie nicht im äußeren Tun, sondern lebt so ruhig, dass sie sich nach innen wendet und seinen Körper von innen her reinigt.

Das zehnte Gebot

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was dein Nächster hat.

Nils: Im Yoga heißt es: Weisheit (Brahmacharia) = Im Schwerpunkt spirituell leben (in der Weisheit leben, in Brahman leben). Nicht dem Geld, sondern Gott dienen. Das Wesentliche vom Unwesentlichen unterscheiden. Der Weg ins Licht führt durch die Kreuzigung. Die zehn Ego-Eigenschaften sind Stolz, Neid, Habsucht, Genusssucht, Angst, Wut, Trauer, Unmäßigkeit, Faulheit, Unweisheit. Ein klarer Entschluss (Gelöbnis), ein klarer Lebensplan und ein konsequenter Weg des Übens. Tapas bedeutet ein diszipliniertes Leben zu führen. Wer eine klare Zielorientierung und Ausdauer hat, der siegt auf dem spirituellen Weg. Gelange in die große Zufriedenheit mit dir und deinem Leben. Welcher Gedanke hilft dir in die Zufriedenheit zu kommen?


Engel-Meditation

DIESER BEITRAG WURDE BISLANG: 184 X ANGESCHAUT

Kommentar von Diamir am 23. August 2018 um 1:52pm
In "Gespräche mit Gott" wird es so formuliert:

Wenn du in mir lebst wirst du all das nicht mehr brauchen.
Kommentar von Diamir am 23. August 2018 um 1:58pm
Du sollst die kein Bildunis machen? Auch kein Kruzifix? Kruzifix noch amol!
Kommentar von Maeggie am 25. August 2018 um 3:17am

Die Frage, ob das Bilderverbot für Christen noch gilt, wird von den verschiedenen Kirchen ganz unterschiedlich beantwortet. Das sieht man auch, wenn man die entsprechenden Kirchen betritt.
In reformierten Kirchen gibt es nur glatte Kreuze - ohne Corpus. Die Lutheraner sehen das nicht ganz so streng, daher gibt es in ihren Kirchen Kruzifixe und auch sonst Jesus-Bilder und -Skulpturen.
Und bei uns(Katholiken): barocke Üppigkeit. Bilder und Skulpturen von Jesus, Maria, Engeln und Heiligen - teils große Kunst, teils Kitsch.
Der Brauch, Kirchen mit Bildern und Skulpturen auszustatten, stammt aus einer Zeit, in der die meisten Menschen nicht lesen konnten - die Bilder waren so eine Art "Bibel des Volkes".

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