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Ich lese etwas aus dem Buch „Göttliche Erkenntnis“ von Swami Sivananda und es hat aufgeschlagen auf dem Kapitel „Guru“, dem Unterkapitel „Guru Parampara“.

Swami Sivananda schreibt:
„Spirituelles Wissen ist eine Frage der Guru Parampara, der Übertragung des Wissens von Lehrer auf Schüler. Spirituelles Wissen wird vom Lehrer auf den Schüler weitergegeben. Gautapatacharya teilte spirituelles Wissen seinem Schüler Govindacharya mit, Govindacharya seinem Schüler Shankaracharya, Shankaracharya wiederum seinen Schülern.“
Spirituelles Wissen hat verschiedene Aspekte. Das eine ist, man kann sagen, intellektuelles Wissen, Philosophie, Modell des Geistes, Wirkungsweisen der Yogaübungen usw. Das kann man aus Büchern lesen, das kann man in Schriften lesen. Es gibt aber so viele Schriften und es gibt so viele Bücher, es gibt so viele Techniken und selbst da ist es gut, dass man mindestens am Anfang so eine bestimmte Linie hat, wo man weiß, welche Praktiken passen irgendwo gut zusammen. Nicht jede Zusammenstellung von Mehl, Wasser und Ahornsirup oder Süßmitteln und irgendwelchen Nüssen gibt einen guten Kuchen. Aber es gibt sehr viele Weisen, einen guten Kuchen zu machen und nicht jedem schmeckt der gleiche Kuchen gut. Und so ist es gut, wenn man anfängt zu kochen, ist erstmal wichtig, man hat ein Kochrezept und dann probiert man ein paar aus. Und ein erfahrenerer Koch oder Bäcker oder wie auch immer, wird dann selbst ein bisschen experimentieren können. So ähnlich, wenn man anfängt, mit Yoga zu praktizieren, ist es erstmal gut, man hat dort ein bestimmtes Grundsystem, an das man sich halten kann und wo man weiß, die verschiedenen Praktiken passen zusammen. Spirituelles Wissen ist also nicht nur ein intellektuelles Verständnis, sondern es ist als zweites, Praktiken, die wir üben. Und da ist es gut, dass man irgendwelche Richtlinien hat, woran man sich dann orientieren kann. Ein nächster Aspekt von spirituellem Wissen ist aber auch, was so schwer in Worte zu fassen ist, was auch übertragen werden kann. Wenn man bei einem Yogalehrer in einer Yogastunde ist, dann ist das anders, als wenn man mit einem Buch übt. Es ist auch anders, als wenn man mit einem Video übt. Das sage ich, obgleich Yoga Vidya ja massig Yoga Videos ins Internet stellt und unser neues Konzept ist ja, dass wir praktisch Yogastunden kurz, mittel, lang, sehr lang, Anfänger, Mittelstufe, Fortgeschrittene, körperorientiert, spirituell orientiert, energieorientiert, philosophisch orientiert, alles reinstellen. Und manchmal sagen Leute: „Kommen da noch Leute in den Yogakurs, wenn man jetzt all das im Internet hat?“ Die Antwort ist klar, es ist etwas anderes, wenn man in einer normalen Yogastunde ist, als wenn man irgendwo nur das hört. Es ist Prana dabei, wenn ein Yogalehrer unterrichtet. Und es ist umso mehr Prana, also Lebensenergie dabei, Ausstrahlung dabei, Kraft dabei, je mehr der Unterrichtende selbst praktiziert, je mehr er selbst in diesem Geist verbunden ist, je mehr er sich öffnet für diese Kraft. Und da steckt eben auch dieses Guru Parampara Shakti dabei. Die großen Meister haben selbst praktiziert, sie haben selbst verwirklicht, und sie schaffen dort wie eine - man kann sagen - Energiewolke, die da ist. Und der Schüler kann sich darauf einstimmen und spürt dann diese Energie und diese Kraft. Und ein guter Yogalehrer selbst, stimmt sich auch wieder darauf ein und wird dort wie zu einem Instrument, sodass diese Kraft weiter durchfließen kann. Und ein Teilnehmer kann dort in die Yogastunde gehen und spürt es auch wiederum. Und dann wird der Teilnehmer regelmäßig praktizieren und der ein oder andere wird inspiriert, es selbst weitergeben zu wollen. Er praktiziert mehr, er macht bei einer Yogalehrerausbildung mit.

Und eine gute Yogalehrerausbildung - jetzt in unserem eigenen Verständnis - ist nicht eine, wo man nur intellektuelles Wissen lernt, Historie, wie Yoga entstanden ist und die ganzen Philosophiesysteme und die ganzen Knochen und Muskeln, die dabei benutzt werden. Vieles davon muss man natürlich auch wissen, aber es ist eben auch eine, die den angehenden Yogalehrer spirituell berührt, diese Verbindung verstärkt oder auch erst herstellt zwischen diesem eigenen und den großen Meistern, die vorher unterrichtet haben, diese Unterrichtsenergie, und dann letztlich einem Unterrichtenden auch dieses Gefühl gibt, dass sie selbst zum Instrument werden können. Ein guter Yogalehrer kann eben zum einen natürlich gute Ratschläge geben bei verschiedenen körperlichen Beschwerden, er kann beurteilen, ob er den Teilnehmer ein bisschen mehr oder weniger fordern kann oder eher ein bisschen bremsen sollte. Er weiß, wie man dort korrigiert, Hilfestellungen macht, entspannt. Er kann Anfänger-, Mittelstufe-, fortgeschrittene Übungen vermitteln, natürlich, er hat dabei auch noch ein didaktisches Geschick, wie man so was weitergibt. Es reicht ja nicht aus, nur zu wissen, sondern man muss auch wissen, wie man es weitergibt. Aber darüber hinaus wird ein guter Yogalehrer zum Kanal und lässt diese Energie durch sich hindurchfließen. Und auch dort, das kann man lernen, mindestens bis zu einem gewissen Grad. Und all das sind wichtige Aspekte eines Yogalehrers. Und auch ein Yogateilnehmer, ein Yogaschüler, kann mehr lernen, zum einen, indem er selbst die Übungen praktiziert, logischerweise, zum zweiten auch, wenn er oder sie sich in der Yogastunde irgendwo öffnet und irgendwo bereit ist, sich dabei berühren zu lassen und diese Feinfühligkeit entwickelt und dann spürt, Yoga ist nicht nur gut für Gesundheit, Entspannung, Wohlbefinden - das natürlich auch und das ist ja wichtig - sondern es ist auch etwas, was einem die Chakras öffnen kann, Prana aufladen kann und schließlich auch einen öffnen kann für eine höhere Wirklichkeit, eine höhere Kraft.

Hari Om Tat Sat


Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

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Tags: Guru, Parampar, Schriften, Wissen, Yogalehrer

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