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Ein wichtiger Punkt bei der spirituellen Entwicklung ist die Arbeit mit den persönlichen Stärken. Zuerst machen wir uns unsere persönlichen Schwächen bewusst. Wer seine Schwächen kennt, kennt sich selbst. Es kann es lernen positiv mit seinen Schwächen zu leben und nicht ihr Opfer zu werden. Jeder Mensch hat Schwächen. Es macht ihn sympathisch und menschlich, wenn er zu seinen Schwächen steht und sie benennt. Es schenkt ihm Demut und Bescheidenheit, wenn er sich seiner Schwächen bewusst ist. Im Yoga und im tibetischen Bewusstsein erinnern wir uns deshalb immer wieder an unsere Schwächen.

Aber wir bleiben nicht bei unseren Schwächen stehen. Wir sind uns auch unserer Stärken bewusst. Wir nutzen unsere Stärken geschickt für den Sieg auf unserem spirituellen Weg. Die sieben Hauptschwächen sind Stolz, Sucht, Wut, Ängstlichkeit, Trauer, Trägheit und Unwissenheit (vom tieferen Sinn des Lebens).

Die fünf Hauptstärken sind Weisheit (Klarheit, Klugheit, Ehrlichkeit, Authentizität, in der Wahrheit leben), innerer Frieden (Gelassenheit, Bescheidenheit, Demut, Anpassungsfähigkeit, Genügsamkeit, Einfachheit), innere Kraft (Ausdauer, Mut, Selbstdisziplin, Tatkraft, Zielstrebigkeit, Kreativität), inneres Glück (Lebensfreude, Humor, Glücksenergie, Erleuchtung, Selbstverwirklichung, Begeisterungsfähigkeit) und Liebe (Liebe zum spirituellen Vorbild, zu sich selbst, zu seinen Mitwesen, Güte, Großzügkeit, anderen Gutes tun, Verantwortungsbewusstsein, als Bodhisattva leben).

Was sind deine persönlichen Schwächen und Stärken? Schreibe sie auf. Wie können sie dir auf deinem Lebensweg helfen? Wenn du zum Beispiel ängstlich bist, dann macht dich das vorsichtig. Du wirst Fehler vermeiden. Du wirst versuchen Weisheit zu erlangen, um dich vor Leid zu schützen. So kommst du letztlich zum Weg der Erleuchtung, der dich von allem Leid befreit und dich ins umfassende Glück bringt.

Wenn du süchtig nach den schönen Dingen des Lebens bist, dann kann dich diese Sucht zur Erleuchtung führen, weil dort das größte Glück zu erwarten ist. Wenn du gerne stolz auf dich sein möchtest, dann kannst du versuchen ein Buddha, ein Shiva oder eine Göttin zu werden. Dann hast du wirklich Grund stolz auf dich zu sein. Und gleichzeitig überwindest du damit allen Stolz, weil dein Ego auf diesem Weg verschwinden muss.

Wenn du Weisheit besitzt, dann wird dich das auf den spirituellen Weg führen. Wenn du Selbstdisziplin hast, dann kommst du schnell spirituell voran. Wenn du ein großes Herz hast, dann wirst du gerne für das Glück aller Wesen wirken. Das bringt dich schnell in die umfassende Liebe. Dein Ego wird verschwinden, weil du deine Mitwesen wichtiger nimmst als dich selbst.

Und was machen wir, wenn wir kaum positive Eigenschaften besitzen? Wir können diese Eigenschaften entwickeln und trainieren. Der erste Schritt beginnt damit positiv zu denken. Wenn wir positiv denken, werden wir auch positiv handeln. Im Yoga heißt es, dass aus einem positiven Gedanken eine positive Tat, aus vielen positiven Taten eine positive Gewohnheit, aus einer positiven Gewohnheit ein positiver Charakter wird und ein positiver Charakter das Glück in uns wachsen lässt. Alles beginnt mit dem positiven Denken, der Achtsamkeit auf die Gedanken und der Orientierung auf das Positive. Erleuchtung ist letztlich eine Folge der konsequenten Gedankenarbeit. Darauf hat Buddha in seinem achtfachen Pfad hingewiesen.

Ein positiver Entschluss bringt uns zu einer positiven Tat. Ausdauer und Selbstdisziplin bringen uns dann zu einer positiven Gewohnheit. Ich hatte zu Beginn meines Yogilebens keine Lust dreimal am Tag eine Gehmeditation durch den Wald zu machen. Ich hatte keine Lust nach einem spirituellen Tagesplan zu leben. Aber dann habe ich es drei Monate eisern durchgezogen. Danach hatte sich mein Geist daran gewöhnt. Es wurde zu einer positiven Gewohnheit und fiel mir immer leichter. Jetzt bin ich bereits über dreißig Jahre auf meinem Weg. Ich möchte meine täglichen Spaziergänge nicht mehr missen.

Wenn wir positive Eigenschaften eine Zeitlang konsequent praktizieren, dann stabilisieren sie sich und entwickeln sich immer mehr. Mit jeder positiven Eigenschaft sind bestimmte Chakren und Energiekanäle verbunden. Durch das Üben positiver Eigenschaften wie Weisheit, Liebe, Frieden, Selbstdisziplin und Zielstrebigkeit öffnen sich unsere Chakren immer mehr, die Energie fließt im Laufe der Jahre immer stärker und eines Tages gelangen wir dadurch zur Erleuchtung. Wir verwirklichen inneren Frieden, inneres Glück und eine große innere Kraft.

Buddha hatte zwei Schüler, die gerne zur Erleuchtung kommen wollten. Mahamoggalana hatte große Kraft. Er achtete konsequent auf seine Gedanken, meditierte jeden Tag zehn Stunden und lebte als abgeschiedener Yoga. Nach kurzer Zeit brach er zur Erleuchtung durch.

Anuruddha war klein, schwach und ängstlich. Aber er besaß Weisheit, Selbstdisziplin und Zielstrebigkeit. Er fragte sich, wie so ein schwacher Mensch wie er das große Ziel der Erleuchtung erreichen könnte. Er erschuf sich eine klare Vision von seinem Ziel. Er überlegte sich einen Weg, auf dem er erfolgreich sein konnte. Das war der Weg der kleinen Schritte verbunden mit einem zielstrebigen spirituellen Üben. Anuruddha spürte genau hin, was er jeden Tag tun konnte. Er achtete beständig auf die Effektivität seines Tuns. Er lebte auch ausreichend die schönen Seiten des Lebens. Er praktizierte den großen mittleren Weg. Er brauchte länger als Moggalana für die Erleuchtung, aber letztlich erreichte auch er sein Ziel.

Buddha selbst besaß alle guten Eigenschaften. Aber ihm fehlte das Wissen vom richtigen Weg zur Erleuchtung. Dieser Weg ist nur individuell zu finden. Manche Menschen müssen stark üben, manche müssen jeden Tag etwas praktizieren und manchen wird die Erleuchtung geschenkt. Sie müssen nur erkennen, dass sie bereits erleuchtet sind. Für Buddha war der richtige Weg der mittlere Weg. Er praktizierte sechs Jahre intensiv als abgeschiedener Yogi. Dann ließ er seine ganze Zielstrebigkeit los und meditierte einfach nur noch genußvoll unter seinem Baum. Er streckte eine Hand zur Erde und aktivierte damit sein Wurzelchakra. Und plötzlich öffnete sich sein Kundalini-Kanal, die Energie strömte in ihn hinein und brachte ihn durch eine neunstündige Meditation zur Erleuchtung. Er hatte danach die Kraft dauerhaft in der Erleuchtung zu bleiben. Und er erkannte die Gedanken, die ihn an der Erleuchtung gehindert hatten.

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