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Bereits im Alter von 14 Jahren begann ich über den Sinn des Lebens nachzudenken. Weshalb leben wir? Was ist der tiefere Sinn des Lebens? Gibt es überhaupt einen tieferen Sinn? Leben wir um für das Gemeinwohl zu wirken? Oder leben wir um unsere körperlichen und geistigen Bedürfnisse so weit wie möglich zu befriedigen?

Von meinem Elternhaus her war ich atheistisch erzogen worden. Ich konnte daher nicht meinen Halt im Glauben an einen höheren Gott finden. Auch die Idee eines Lebens nach dem Tod war mir fremd. Mit dem Tod ist alles aus. Also musste ich den Sinn im jetzigen Leben finden. Oder akzeptieren, dass es keinen tieferen Sinn gibt. Man lebt einfach, weil sich Leben auf der Erde gebildet hat. Der Mensch ist durch einen Zufall entstanden und verschwindet irgendwann wieder.

Manche Menschen haben ein glückliches und manche ein unglückliches Leben. Und die meisten Menschen kommen irgendwie über die Runden. Diese Idee war für mich sehr unbefriedigend. Ich brauchte einen Sinn im Leben. Ich brauchte positive Ziele an denen ich mein Leben ausrichten konnte.

Ich beobachtete meine Psyche. Ich stellte fest, dass ich manchmal glücklich und manchmal unglücklich war. Und ich erkannte, dass mein Glücksniveau insgesamt zu niedrig war. Es gab zu viel Leid und zu wenig Glück in meinem Leben. Ich fragte mich, wie ich mein Lebensglück erhöhen konnte.

Die kapitalistische Gesellschaft suggeriert, dass das Glück des Lebens vorwiegend im Äußeren zu finden ist. Wer fleißig ist und viel leistet, der bekommt gute Noten in der Schule, er kann studieren, er steigt beruflich auf und macht Karriere. Das gibt ihm gesellschaftliche Anerkennung und Glück.

Wer viel leistet, der bekommt einen guten Beruf und verdient viel Geld. Er kann sich alle Konsumwünsche erfüllen, große Reisen machen, ein großes Auto und ein großes Haus kaufen. Wer im Leben als Mann erfolgreich ist, bekommt eine schöne Frau, kann heiraten und eine Familie gründen. Dann ist das Glück des Lebens perfekt.

Diese Lebensidee wird in den Massenmedien, in der Schule und von den meisten Mitmenschen vertreten. Es lag deshalb nahe, dass ich mich zuerst einmal daran orientierte. Ich war fleißig, arbeitete viel, war im Studium und im Beruf erfolgreich und bekam auch eine schöne Frau. Und einen Sohn. Und natürlich auch ein Auto. Ich konsumierte und reiste viel. Und war immer noch genauso unglücklich wie vorher.

Ich stellte fest, dass die Glücksversprechen der Gesellschaft im Wesentlichen falsch sind. Zwar macht es für kurze Zeit glücklich, wenn man sich ein neues Auto kauft, eine große Reise macht oder eine schöne Frau bekommt. Aber letztlich fällt man immer wieder auf das Glücksniveau zurück, dass in der eigenen Psyche angelegt ist.

Die wissenschaftliche Glücksforschung hat erkannt, dass 90 % des Glücks eines Menschen aus seinem Inneren kommt. 50 % sind genetisch bedingt und 40 % kann man durch bewusste Arbeit an der Psyche verändern. Eine Änderung im Außen verändert nur 10 % des inneren Glücks. Der Mensch sollte sich daher auf die innere Veränderung konzentrieren, wenn er im Leben auf einem hohen Niveau glücklich sein will.

Nachdem ich alle äußeren Glückswege ausprobiert hatte, kam ich im Alter von 30 Jahren auf die Idee im Schwerpunkt dem inneren Glücksweg zu folgen. Ich suchte in der Psychologie, Philosophie und in den Religionen nach guten Rezepten für die Entwicklung des inneren Glück. Ich machte eine dreijährige Ausbildung als Psychotherapeut, hatte viele erleuchtete Meister und fand meinen spirituellen Weg in der Verbindung von Yoga, Buddhismus und westlicher Psychologie.

Kaum hatte ich meinen Weg gefunden, da brach das äußere Leben für mich zusammen. Durch zu viel Arbeit verbunden mit erheblichem Beziehungsstress erlitt ich einen Burn-out. Es traten viele psychosomatische Krankheiten auf. Ich verlor die Hälfte meiner Kraft und konnte nur noch eingeschränkt arbeiten. Ich schleppte mich mühsam durch das Leben und brach nach drei Jahren endgültig zusammen.

Ich wurde schwer depressiv, hatte schwere Schlafstörungen und viele Ängste. Ich konnte meinen Beruf nicht mehr ausüben und meine Beziehung löste sich auf. Aber das war auch eine Chance.

Mit meinem spirituellen und psychologischen Wissen überwand ich nach einem Jahr meine schwere Depression. Ich meditierte, machte Sport und praktizierte intensiv das positive Denken. Ich lebte nach einen Tagesplan mit spirituellen Übungen. Ich kämpfte hart mit meinen Ängsten. Und plötzlich brach ich zur Erleuchtung durch.

Es rang eine Woche in mir. Und dann wachte ich eines Morgens auf und hatte kein Ego mehr. Ich war reines Bewusstsein. Ich dachte aus der Tiefe meines Bewusstseins her positiv. Meine Depression verschwand. In mir entstand ein tiefes Mitgefühl mit den vielen leidenden Menschen auf der Welt. Der Weg aus dem Leiden heraus ist so einfach und doch so schwer zu finden.

Der Schlüssel zu einer Welt der Liebe und des Friedens besteht darin, dass Ego zu überwinden und das innere Glück zu verwirklichen. Es gibt viele Wege dort hin. Jeder Mensch kann den Weg gehen, der zu ihm passt. Er kann dem Buddhismus, dem Yoga, dem Christentum oder dem Atheismus folgen. Es ist egal. Die Grundtechniken sind die Gedankenarbeit und die Meditation. Damit kann sich jeder Mensch seelisch heilen und sein inneres Glück entwickeln.

Statt an äußerem Konsum und neurotischem Leistungsstreben sollten wir uns an den Grundsätzen der Liebe, des Friedens, des Glücks und der Weisheit orientieren. Das ist sehr schwierig im globalisierten Kapitalismus mit globalisierten kapitalistischen Massenmedien. Wir müssen unseren eigenen Weg der Wahrheit und Weisheit finden.

Auch die heutige Psychologie und Psychotherapie steckt noch sehr in materialistischen Vorstellungen fest. Sie kann deshalb nur begrenzt den Menschen helfen. Sie muss sich mit dem Wissen von der Erleuchtung verbinden. Die Erleuchtung ist der Weg der tiefen Heilung und Erfüllung. In der Erleuchtung verschwinden alle Ängste, man überwindet das Leid und ist mit Frieden, Glück und Liebe gefüllt. Auf dieser Basis ist dann auch eine Welt der Liebe und des Friedens möglich. Die Psychologie muss zu ihrer tiefen Bestimmung finden, allen Menschen den Weg der Heilung und des Glücks zu zeigen. Der spirituelle Weg bietet ihr Möglichkeiten der Heilung, die ihr bisher noch nicht bekannt sind. In vielen Krankenhäusern werden schon spirituelle Techniken wie Yoga und Meditation genutzt. Die Glücksforschung hat schon den inneren Weg als das Zentrum des Lebens begriffen. Aber der große Durchbruch in der Wissenschaft steht noch bevor, auch wenn es schon viele einzelne Wissenschaftler gibt, die ganzheitlich orientiert arbeiten.

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