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Das älteste Schriftstück, das einen Weihnachtsbaum erwähnt, ist das Tagebuch einer Bürgerin aus Strassburg von 1605. Es beschreibt, dass zur Weihnachtszeit Tannenbäume ins Haus gebracht wurden und mit Papierrosen, Äpfeln, Waffeln, Goldfolie und Süssigkeiten dekoriert wurden. Zu dieser Zeit gehörte Strassburg noch zu Deutschland.

Ein weiterer Beleg für einen Christbaum mit Lichtern - hier noch ein Buchsbaum - liefert Liselotte von der Pfalz (1652-1722) in einem Brief vom 11. Dezember, 1708:
"Ich weiß nicht, ob ihr ein anderes Spiel habt, das jetzt noch in ganz Deutschland üblich ist; man nennt es Christkindel. Da richtet man Tische wie Altäre her und stattet sie für jedes Kind mit allerlei Dingen aus, wie neue Kleider, Silberzeug, Puppen, Zuckerwerk und alles Mögliche. Auf diese Tische stellt man Buchsbäume und befestigt an jedem Zweig ein Kerzchen; das sieht allerliebst aus und ich möchte es heutzutage noch gern sehen. Ich erinnere mich, wie man mir zu Hannover das Christkindel zum letzten Mal (1662) kommen ließ."

Die Tradition den Weihnachtsbaum zu schmücken stammt aus Deutschland. Am Anfang war es beliebter in protestantischen Haushalten. Doch allmählich fand der Brauch Einzug in katholische Haushalte sowie Kirchen.
Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, der Ehemann von Königin Victoria, war verantwortlich dafür dass die Engländer die Tradition übernahmen. Vor allem nachdem der königliche Baum in The Illustrated Londons News von 1848 abgebildet war.

E.T.A. Hoffmann schreibt etwa um 1815:
Als das schönste an dem Wunderbaum muss aber wohl gerühmet werden, dass in seinen dunklen Zweigen hundert kleine Lichter wie Sternlein funkeln und er selbst in sich hinein- und herausleuchtend die Kinder freundlich einlud, seine Blüten und Früchte zu pflücken.

Hans Christian Anderson beschrieb den Tannenbaum folgendermassen:
Der Tannenbaum wurde in ein grosses, mit Sand gefülltes Fass gestellt, aber niemand konnte sehen, dass es ein Fass war, denn es wurde rundherum mit grünem Zeug behängt und stand auf einem grossen, bunten Teppich. Oh, wie der Baum bebte! Was würde da wohl vorgehen? Sowohl die Diener als auch Fräulein schmückten ihn. An einen Zweig hängten sie kleine, aus farbigem Papier ausgeschnittene Netze, und jedes Netz war mit Zuckerwerk gefüllt. Vergoldete Äpfel und Walnüsse hingen herab, als wären sie festgewachsen, und über hundert rote, blaue und weisse kleine Lichter wurden in den Zweigen festgesteckt. Puppen, die leibhaft wie die Menschen aussahen - der Baum hatte früher nie solche gesehen -, schwebten im Grünen, und hoch oben in der Spitze wurde ein Stern von Flittergold befestigt. Das war prächtig, ganz ausserordentlich prächtig!

Daten und Fakten zum Weihnachtsbaum
• 1642 wird der erste Weihnachtsbaum in einem Privathaus aufgestellt
• 1775 gibt es in der Stadt Zürich den ersten weihnachtlichen Lichterbaum
• 1820 kommt die Weihnachtsbaumsitte in die Prager Adelspaläste
• zur gleichen Zeit erobert der Weihnachtsbaum über Dänemark den norwegischen Königshof und Russland
• im Laufe des 19. Jahrhunderts erreicht der "Christmas Tree" Amerika und andere überseeische Gebiete
• 1891 wird erstmals ein Christmas Tree vor dem weissen Haus in Washington aufgestellt
• 1924 gibt es den ersten Strassenweihnachtsbaum für die Armen in Weimar
• ab 1930 erlangt der Weihnachtsbaum auch in England grosse Popularität
• nach dem zweiten Weltkrieg erobert der lichterglänzende Christbaum sogar Lateinamerika: so importiert man beispielsweise nach La Paz, der Hauptstadt Boliviens, - wenn man es sich denn leisten kann - gerne Tannenbäume aus Deutschland und besteckt sie am Heiligabend mit Watteflocken
• seit 1947 schickt die norwegische Hauptstadt Oslo jedes Jahr einen Weihnachtsbaum nach London, der dort auf dem Trafalgar Square aufgestellt wird

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