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Was ist die kostbarste Perle im Kosmos? Das ist die Perle der Erleuchtung. Es ist ein großer Schatz, wenn man in seinem Leben dauerhaften inneren Frieden, Glück, Liebe und Erleuchtung erreichen kann.

Es war einmal in Indien ein Perlentaucher. Der tauchte jeden Tag im großen Meer an der indischen Küste nach Perlen. Die Perlen verkaufte er dann auf dem Markt. So konnte er mehr schlecht als recht sein Leben fristen. Er hatte auch eine Frau und mehrere Kinder. Sie alle lebten von dem Verkauf seiner Perlen.

Der Perlentaucher musste tief in den Ozean eintauchen, um zu den Muscheln zu gelangen, die manchmal eine Perle enthielten. Er hatte es gelernt fünf Minuten seine Luft anzuhalten. Es war ein gefährlicher und mühsamer Beruf.

Eines Tages fand er keine Perle im Ozean. Auch am nächsten und übernächsten Tag nicht. Er konnte deshalb keine Perle verkaufen. Er und seine Familie mussten hungern. Samudra, so hießt der Perlentaucher, war verzweifelt. Er ging zum Leichenbrandplatz und beklagte sein schweres Schicksal.

Der Leichenbrandplatz war früher ein Ort, wo viele Yogis lebten. Ein Yoga sah den armen Perlentaucher und hatte Mitleid mit ihm. Er sprach: "Das weltliche Leben besteht meistens aus ewiger Mühsal und Leid. Nur selten gibt es Momente des Glücks und der Freude. Ich kann dir aber einen Weg zeigen, auf dem du immer im Glück und in der Freude lebst."

Samudra wollte gerne dem Leid des Lebens entkommen. Der Yogi unterwies ihn im Kundalini-Yoga. Es gibt verschiedene Arten des Kundalini-Yoga. Die Kundalini ist die Energie des inneren Friedens, des Glücks, der Liebe und der Erleuchtung. Sie kann auf verschiedene Weise erweckt werden.

Der traditionelle Weg des hinduistischen Yoga besteht darin, die Kundalini-Schlange im Beckenraum (Unterbauch, Wurzelchakra) zu erwecken und sie dann in der Wirbelsäule bis in den Kopf hochsteigen zu lassen. Kommt die Energie im Kopf an (in der Mitte des Kopfes, in der Zirbeldrüse), entsteht großes inneres Glück und Erleuchtung. Das nennt man die Vereinigung von Shiva (dem Erleuchtungsbewusstsein, Einheitsbewusstsein) und Shakti (der dynamischen Lebensenergie).

Der Weg des tibetischen Buddhismus (Vajrayana, tantrischer Buddhismus) besteht darin, die Kundalini-Energie durch vier Chakren (Energiezentren) zu erwecken. Die vier Chakren (Energiezentren, Hormondrüsen) sind der Nabel (Bauchchakra), das Herzchakra, das Kehlkopfchakra (Hals) und das Kopfchakra (Stirn oder Scheitelchakra). Man konzentriert sich auf die einzelnen Chakren, visualisiert dort eine Gottheit und denkt ein Mantra. Man kann mit dem Bauch, dem Herzen oder dem Kopf beginnen.

Am besten beginnt man mit dem Chakra, in dem man persönlich am meisten Energie hat. Das kann das Herzchakra (Liebe), das Bauchchakra (Kraft), das Kopfchakra (Scheitelchakra) oder das Wurzelchakra (Beckenboden, Fußsohlen oder ein Punkt in der Erde) sein. Ich habe von einem Yogi gelesen, der sich nur auf das Unterbauch-Chakra und das Herzchakra konzentrierte und so zur Erleuchtung kam.

Es gibt verschiedene Energiekanäle im Körper. Man kann die Kundalini-Energie in der Wirbelsäule aufsteigen lassen. Das gibt einem große Kraft. Man kann sie an der Vorderseite des Körpers aufsteigen lassen. Das bringt einen in die große Liebe. Und man kann sie in der Mitte des Körpers aufsteigen lassen. Das bringt einen in das Gleichgewicht von Liebe, Kraft, Glück und Ruhe. Bei mir hat sich die Kundalini-Energie den mittleren Energiekanal gewählt.

Der Yogi wieß den Perlentaucher an, sich auf das Scheitelchakra zu konzentrieren und dann die Kundalini-Energie vom Kopf über den Hals und das Herzchakra in den Bauch fließen zu lassen. Im Bauch sollte er die Energie sammeln und sich so in der Ruhe verankern. Drei Jahre meditierte der Perlentaucher jeden Tag auf diese Weise. Dann gelangte er zur Erleuchtung und ins dauerhafte Glück.

Er gab seinen Beruf als Perlentaucher auf und lebte ab jetzt als erleuchteter Guru. Viele Menschen kamen, erbaten seinen Segen und überhäuften ihn mit Geschenken. Er zeigte vielen Menschen den Weg des Kundalini-Yoga und übertrug ihnen seine spirituelle Energie. Die Übertragung der spirituellen Energie ist normalerweise notwendig, damit die Kundalini-Energie aktiviert wird. Der Guru öffnet sozusagen die Chakren. Und er begleitet den Schüler auf seinem Weg. Denn der Kundalini-Yoga ist zwar ein schneller Weg zur Erleuchtung, aber er ist manchmal sehr dynamisch und mit vielen Krisen verbunden. Durch die tägliche Verbindung mit meinen erleuchteten Meistern wurde ich gut durch alle Krisen geführt. Ich empfehle deshalb dringend den Weg des Meister-Yoga (Guru-Yoga).

In meinen Gruppen taucht öfter die Frage auf, ob Buddha den Kundalini-Yoga gelehrt hat. Aus meiner Sicht hat Buddha den Kundalini-Yoga praktiziert. Das wird deutlich an den verschiedenen Handhaltungen, die bei den Buddhastatuen zu finden sind. Wenn die Hand zur Erde gestreckt wird, kann dadurch bei fortgeschrittenen spirituellen Menschen die Kundalini-Energie im Wurzelchakra erweckt werden. Der zweite Schritt ist dann die Aktivierung des Herzchakras, was durch die segnende Hand in Höhe des Brustkorbs geschieht. Dann wird die Kundalini-Energie zum Kopf hochgeleitet. Dieses gelingt dadurch, dass wir auf den Kopf des Buddhas, die Haarwölbung oder die Kundalini-Flamme auf seinem Kopf meditieren. Zum Abschluss legen wir die Hände vor dem Bauch zusammen. Dadurch speichern wir die Energie im Bauch, kommen in uns zur Ruhe und verweilen in der Glückseligkeit.

Buddha verwies in seinen Lehrreden auf eine Falle, die beim Kundalini-Yoga auftreten kann. Manche Yogis zu seiner Zeit banden die vom Beckenboden aufsteigende Kundalini-Schlange durch ihre Konzentration am Scheitelchakra fest. Dadurch konnten sie für lange Zeit im höchsten Glück verweilen. Die Erleuchtung geht aber darüber hinaus. Man darf nicht am Glück der Kundalini-Energie anhaften. Man muss sie frei fließen lassen. Dann löst sie im Laufe der Zeit alle inneren Verspannungen (Anhaftungen) auf und bringt einen zur Erleuchtung. Deshalb lehrte Buddha die vier Vertiefungen in der Meditation. Man bringt den Geist zur Ruhe. Zuerst kommen und gehen die Gedanken. Dann entsteht Ruhe und Glück. Dann wird man in der Meditation noch ruhiger und lässt auch die Anhaftung an das Glück los. Und dann gibt es in der vierten Stufen einen Bewusstseinsumschwung. Das Ego verschwindet und man kommt in das Erleuchtungsbewusstsein.

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