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Frage: Mir ist noch nie ein Erleuchteter begegnet. Ich glaube, dass der eine oder andere dieser Menschen von sich überzeugt ist. Aber warum wollen Sie unbedingt ein Alleinstellungsmerkmal haben?! Es geht ihnen immer darum, das ihr Weg der einzig richtige ist... Das verstehe ich nicht...

Nils: Aus meiner Sicht ist es auch nicht richtig, wenn eine Religion oder ein Erleuchteter behauptet, sein Weg wäre der einzig richtige. Nach meiner klaren Erfahrung gibt es viele Wege zur Erleuchtung. Viele Wege führen den Berg hinauf. Es gibt erleuchtete Buddhisten, Christen, Moslems und Hindus. Religionen neigen dazu zu behaupten, dass nur sie die Wahrheit besitzen. Das führt oft zu Konflikten und Religionskriegen. Ich halte das für eine Form des spirituellen Egoismus. In der heutigen Zeit müssen wir das überwinden, wenn wir eine Welt des Friedens erreichen wollen. Eine solche Welt kann nur multikulturell auf der Basis der religiösen Toleranz sein, wie es auch das Grundgesetz für Deutschland vorsieht.

Buddha und Jesus waren keine Dogmatiker. Sie akzeptierten auch andersdenkende Mitmenschen. Sie wollten keine eigene Religion gründen. Das haben erst ihre Anhänger gemacht. Buddha hat erklärt, dass er nur das lehrt, was die erleuchteten Weisen vor ihm auch gelehrt haben. Er wandte sich wie Jesus nur gegen die in Dogmen erstarrte Priesterklasse.

Der Neohinduismus vertritt die Lehre von der Einheit aller Religionen und versucht damit den religiösen Egoismus und die Religionskriege zu überwinden. Diese Lehre geht zurück auf Ramakrishna, der alle großen Religionen ausprobiert und erkannt hat, dass sie alle zur Erleuchtung führen. Im tibetischen Buddhismus gibt es die Rimebewegung, die versucht die verschiedenen Richtungen im tibetischen Buddhismus zu vereinen. Der Dalai Lama geht sogar noch einen Schritt weiter und hat erklärt, dass es letztlich nur eine Religion gibt, die Religion der Liebe. Es genügt ein guter Mensch zu sein. Das ist das Zentrum seiner Philosophie.

Behauptung: Ich kenne diese Berichte von Nahtoderfahrungen. Ich spreche den Leuten nicht ihr Erleben ab, sondern den Schluss der daraus gezogen wird, dass Nahtoderlebnisse etwas über ein Leben nach dem Tod aussagen. Diese Menschen waren nicht tot, sonst hätten sie nicht darüber berichten können.

Nils: Die Nahtoderfahrungen weisen darauf hin, dass das Bewusstsein vom Körper unabhängig ist. Die Menschen konnten mit ihrem Bewusstsein während der Operation aus ihrem Körper austreten und die Operation von oben beobachten. Sie konnten später genau über die Operation und die Gespräche Auskunft geben. Daraus kann gefolgert werden, dass das Bewusstsein beim Tod genauso aus dem Körper austritt und dann den Körper überleben kann.

Es gibt aber auch Beispiele wo körperlich Tote in der Welt handeln. Vielen Menschen erscheinen ihre toten Verwandten nach dem Tod im Traum. Viele erleuchtete Meister kommunizieren mit ihren Schülern auch nach ihrem Tod über Träume und Visionen. Sie helfen ihren Anhängern auch weiterhin auf ihrem Weg. Mir ist das selbst oft geschehen.

Im tibetischen Buddhismus gibt es eine Praxis, dass erleuchtete Meister noch drei Tage nach ihrem Tod mit ihrem Bewusstsein im Körper sind. Der Körper bleibt dann aufrecht sitzen. Eine Verwesung findet nicht statt. Das Herzchakra ist warm. Und die Menschen können die Anwesenheit des Erleuchteten spüren.

Der Karmapa ist neben dem Dalai Lama der zweite oberste Meister im tibetischen Buddhismus. Der 16. Karmapa schenkte der westlichen Welt einen Beweis des Weiterlebens nach dem Tod. Er starb 1981 in einem Krankenhaus in Chicago. Für die behandelnden Ärzte erkennbar demonstrierte er das Sterben und die anschließende Rückkehr der Seele in den Körper.

Bericht des behandelnden Arztes Dr. Mitchell Levy: "Er starb. Ich wusste es. Jeder im Team wusste es. Und dann wachte er wieder auf und setzte sich aufrecht. Er öffnete seine Augen und sein Wille brachte ihn wieder hoch. So etwas hatte ich noch nie erlebt."

Trungpa Rinpoche sagte später zu mir: "Jetzt sehen sie, was wirklich möglich ist." Es war fast, als hätte jemand die Messgeräte ausgesteckt, irgendwas mit ihnen gemacht, sie wieder angeschlossen - und sie zeigten einen Normalzustand.

Einige Tage danach starb der Karmapa tatsächlich. 48 Stunden nach seinem Tod war seine Brust über seinem Herzen warm. Kurz nachdem wir das Zimmer verlassen hatten, kam der Chirurg und sagte: "Er ist warm, er ist warm." Und dann kam es so, dass das Pflegepersonal immer wieder fragte: "Ist er noch warm?"

Es war in Übereinstimmung mit der traditionellen tibetischen Erfahrung. Verwirklichte Menschen wie Seine Heiligkeit bleiben, nachdem Atem und Herzschlag aufgehört haben, noch einige Tage in einem Zustand tiefer Meditation in ihrem Körper."

Frage: Wenn die geistige Entwicklung an einem solchen Punkt ist, zu sagen: "ich bin erleuchtet", hat da stets etwas gefehlt. Was macht man, mit seiner Erleuchtung? Sie ist so gesehen nur Selbstzweck und außerdem ist jede/r erleuchtet, oder?

Nils: Solange man nicht erleuchtet ist, fehlt einem in der Tiefe seiner Seele etwas. Wenn man dann die Erleuchtung erlangt hat, fehlt einem nichts mehr. Man ist aus sich selbst heraus glücklich. Man lebt im inneren Frieden. Alles ist gut so wie es ist. Teresa von Avila sagte den berühmten Satz: "Gott allein genügt." Wer Gott oder die Erleuchtung hat, braucht nichts mehr. Aber die Liebe bringt einen dann dazu seinen Mitmenschen zu helfen. Das ist dann der tiefere Sinn der Existenz von Erleuchteten.

Aus der Sicht eines Erleuchteten ist jeder erleuchtet, weil in der Erleuchtungssicht aus jedem das Licht der Erleuchtung strahlt. Ein Erleuchteter hat eine Paradiessicht der Welt. Einem Nicht-Erleuchteten fehlt diese Paradiessicht.

Aber jeder hat das Potential der Erleuchtung in sich. Jeder kann die Erleuchtung erreichen. Nur dauert das bei den meisten eine lange Zeit. Aber wer das Ziel wirklich will, der kommt schnell an sein Ziel.

Ein Erleuchteter kann nicht sagen "Ich bin erleuchtet." Es gibt in der Erleuchtung kein Ich-Bewusstsein mehr. Wer sagt, dass er erleuchtet ist, hat noch ein Ego und Stolz. Ein spirituelles Ego kann auf einer unteren Stufe der Erleuchtung noch vorhanden sein. Auf einer höheren Stufe ist man einfach nur noch ein spiritueller Diener seiner Mitmenschen. Man konzentriert sich auf seine Umwelt und seine Mitmenschen und nicht auf sich.

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