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Wikipedia: Dharma ist ein zentraler Begriff vieler asiatischer Religionen (u. a. Hinduismus, Buddhismus, Jainismus und Sikhismus), der religionsabhängig unterschiedliche Bedeutungen hat. Dharma kann Gesetz, Recht und Sitte sowie ethische und religiöse Verpflichtungen und Werte beinhalten, aber auch Religion, Ethik oder Moral im Allgemeinen oder konkrete religiöse Rituale, Methoden und Handlungen bezeichnen.

Dharma (Sanskrit) bzw. Dhamma (Pali) bezeichnet im Buddhismus im Wesentlichen zweierlei:

Die Lehre Buddhas (im Theravada die des Buddha, im Mahayana und Vajrayana auch zusammen mit den Lehren der Bodhisattvas und großen verwirklichten Meister). Basis des Dharma sind die Vier edlen Wahrheiten. Es bildet eines der Drei Juwelen, der so genannten „Zufluchtsobjekte“, bestehend aus dem Lehrer, der Lehre und der Gemeinschaft der Mönche (Buddha, Dharma und Sangha).

Die Gesamtheit aller weltlichen Phänomene, der Natur an sich und der ihr zu Grunde liegenden Gesetzmäßigkeiten (siehe Das bedingte Entstehen). Die „bedingte Entstehung“, auch „Entstehen in Abhängigkeit“ ist eines der zentralen Konzepte des Buddhismus. Es beschreibt in einer Kette von verwobenen Elementen die Seinsweise aller Phänomene in ihrer dynamischen Entwicklung und gegenseitigen Bedingtheit. Die Essenz dieser Lehre kann zusammengefasst werden in dem Satz: „Dieses ist, weil jenes ist“.

Indem jemand Zuflucht zum Buddha (dem Zustand), zum Dharma (Lehre und Weg zu diesem Zustand) und zur Sangha (der Gemeinschaft der Praktizierenden) nimmt, bezeugt er seinen Willen zur Anerkennung und Praxis der Vier Edlen Wahrheiten und seine Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der Praktizierenden des Dharma.

Die Vier Edlen Wahrheiten

Kern der Lehre des Buddha sind die von ihm benannten Vier Edlen Wahrheiten, aus der vierten der Wahrheiten folgt als Weg aus dem Leiden der Achtfache Pfad. Im Zentrum der „Vier edlen Wahrheiten“ steht das Leiden (dukkha), seine Ursachen und der Weg, es zum Verlöschen zu bringen. Die Vierte Edle Wahrheit besagt, dass die Mittel zu dieser Befreiung und damit zur Entstehung von wirklichem Glück in der Praxis der Übungen des Edlen Achtfachen Pfadeszu finden sind. Diese bestehen in: rechter Erkenntnis, rechter Absicht, rechter Rede, rechtem Handeln, rechtem Lebenserwerb, rechter Übung, rechter Achtsamkeit und rechter Meditation, wobei mit recht die Übereinstimmung der Praxis mit den Vier Edlen Wahrheiten, also der Leidvermeidung gemeint ist.

Samsara

Der den wichtigen indischen Religionen gemeinsame Begriff Samsara, „beständiges Wandern“, bezeichnet den fortlaufenden Kreislauf des Lebens aus Tod und Geburt, Werden und Vergehen. Das Ziel der buddhistischen Praxis ist, diesen Kreislauf zu verlassen. Samsara umfasst alle Ebenen der Existenz, sowohl jene, die wir als Menschen kennen, wie auch alle anderen, von den Höllenwesen (Niraya Wesen) bis zu den Göttern (Devas). Alle Wesen sind im Kreislauf des Lebens gefangen, daran gebunden durch Karma: ihre Taten, Gedanken und Emotionen, durch Wünsche und Begierden. Erst das Erkennen und Überwinden dieser karmischen Kräfte ermöglicht ein Verlassen des Kreislaufs.

Das Erwachen (Bodhi)

Bodhi ist der Vorgang des „Erwachens“, oft ungenau mit dem unbuddhistischen Begriff „Erleuchtung“ wiedergegeben. Voraussetzungen sind das vollständige Begreifen der „Vier edlen Wahrheiten“, die Überwindung aller an das Dasein bindenden Bedürfnisse und Täuschungen und somit das Vergehen aller karmischen Kräfte. Durch Bodhi wird der Kreislauf des Lebens und des Leidens (Samsara) verlassen und Nirwana erlangt.

Verlöschen: Nirwana

Nirwana (Sanskrit) bzw. Nibbana (Pali) bezeichnet die höchste Verwirklichungsstufe des Bewusstseins, in der jede Ich-Anhaftung und alle Vorstellungen/Konzepte erloschen sind. Nirwana kann mit Worten nicht beschrieben, es kann nur erlebt und erfahren werden als Folge intensiver meditativer Übung und anhaltender Achtsamkeitspraxis. Es ist weder ein Ort – also nicht vergleichbar mit Paradies-Vorstellungen anderer Religionen – noch eine Art Himmel und auch keine Seligkeit in einem Jenseits. Nirwana ist auch kein nihilistisches Konzept, kein „Nichts“, wie westliche Interpreten in den Anfängen der Buddhismusrezeption glaubten, sondern beschreibt die vom Bewusstsein erfahrbare Dimension des Letztendlichen. Der Buddha selbst lebte und unterrichtete noch 45 Jahre, nachdem er Nirwana erreicht hatte. Das endgültige Aufgehen oder „Verlöschen“ im Nirwana nach dem Tod wird als Parinirvana bezeichnet.

Meditation und Achtsamkeit

Weder das rein intellektuelle Erfassen der Buddha-Lehre noch das Befolgen ihrer ethischen Richtlinien allein reicht für eine erfolgreiche Praxis aus. Im Zentrum des Buddha-Dharma stehen daher Meditation und Achtsamkeitspraxis.

Liebe, Mitgefühl, Mitfreude und Gelichmut

Brahmavihāra ist ein buddhistischer Begriff und bedeutet „Die vier himmlischen Verweilzustände“ oder „Die vier Unermesslichen“. Sie sind Bestandteil der buddhistischen Ethik und bezeichnen vier zu kultivierende Geisteshaltungen anderen Wesen gegenüber.

Metta ist eine freundschaftliche Form der Liebe, die nicht in Begierde (Anhaftung) wurzelt, sondern vom Interesse am Glück aller motiviert ist. Eine wohlwollende Anerkennung und Wertschätzung der eigenen Person ist die Voraussetzung für diese Form der Liebesfähigkeit. Falls diese nicht vorhanden sein sollte, kann sie erlernt werden.

Karuna ist Mitgefühl, Empathie, die Fähigkeit zu tiefer Anteilnahme und Einfühlung in andere Wesen.

Bei mudita geht es um die Anteilnahme an der Freude anderer Wesen. mudita ist Mit-Freude, die Gabe, freudvolle (=leidfreie) Momente mit anderen teilen zu können.

Upekkha. Dieser Begriff hat vielfältige Bedeutungsebenen: Gleichmut, Gelassenheit, Loslassen, Nicht-Anhaften, Nicht-Unterscheiden. In der Bedeutung von Gleichmut bezieht er sich auf eine Form von Gelassenheit in Beziehungen, die als Korrektiv zu den besitzergreifenden und anhaftenden Tendenzen der Zuneigung wirkt. Dieser Gleichmut ist nicht zu verwechseln mit Gleichgültigkeit (Indifferenz). Auf einer weiteren Bedeutungsebene bezieht sich upeksha auf die Einsicht in die grundsätzliche Gleichwertigkeit der Liebesobjekte und die grundsätzliche Gleichheit zwischen Subjekt und Objekt im Rahmen von metta.

Zita Buddha: „Vier Unermesslichkeiten: Da strahlt, ihr Brüder, ein Mönch liebevollen Gemütes weilend nach einer Richtung, dann nach einer zweiten, dann nach der dritten, dann nach der vierten, ebenso nach oben und nach unten: überall in allem sich wiedererkennend durchstrahlt er die ganze Welt mit liebevollem Gemüte, mit weitem, tiefem, unbeschränktem, von Grimm und Groll geklärtem. Erbarmenden Gemütes, freudevollen Gemütes, unbewegten Gemütes weilend strahlt er nach einer Richtung, dann nach einer zweiten, dann nach der dritten, dann nach der vierten, ebenso nach oben und nach unten: überall in allem sich wiedererkennend durchstrahlt er die ganze Welt mit erbarmendem Gemüte, mit freudevollem Gemüte, mit unbewegtem Gemüte, mit weitem, tiefem, unbeschränktem, von Grimm und Groll geklärtem.“

Kommentar: Der spirituelle Weg des Buddha wird Dharma genannt. Es geht darum das Leiden zu überwinden und zu einem Zustand des inneren Friedens und Glücks zu gelangen. Buddha ist unser spirituelles Vorbild. Die Sangha ist unsere spirituelle Gemeinschaft, unser spiritueller Helfer. Nur wenige Menschen besitzten genug Selbstdisziplin, um alleine den spirituellen Weg bis zum Ziel gehen zu können. Die meisten Menschen brauchen die Unterstützung einer spirituellen Gruppe. Das kann ein privater Hauskreis, ein wöchentliches Treffen in einer buddhistischen Gemeinschaft, ein Orden für Mönche und Nonnen, oder eine buddhistische Gruppe im Internet (Facebook) sein.

Der Kern der buddhistischen Praxis ist die Meditation und die Achtsamkeit. Meditationen gibt es in vielfältigen Formen. Wir können im Gehen, Sitzen. Liegen oder auch bei einer einfachen Tätigkeit meditieren. Wir können unsere Gedanken stoppen, unseren Atem beobachten, unsere Kundalini-Energie mit Mantren und Visusalisierungen erwecken, oder uns in einer Selbstbetrachtung üben (Wer bin ich, wo bin, was soll ich tun, was ist mein spiritueller Weg heute).

Die Praxis der Achtsamkeit bezieht sich auf die Gedanken, Gefühle, das Reden, das Handeln und das Leben allgemein. Gedanken, Taten und Gefühle hängen zusammen. Wir achten darauf, dass wir im Frieden, in der Liebe und im Glück bleiben. Wenn wir den Zustand der Erleuchtung erlangt haben, achten wir darauf, dass wir ihn nicht wieder verlieren. Jeder unachtsame Gedanke der Anhaftung, der Ablehnung oder der Unweisheit kann uns aus der inneren Ruhe (Erleuchtung, Einheitsbewusstsein, Nirvana) herausbringen. Als Buddhisten leben wir am besten in der Ruhe und in der umfassenden Liebe.

Die vier unermesslichen Geisteshaltungen sind der buddhistische Weg der Liebe. Wir praktizieren diese Eigenschaften in der Meditation (Metta Meditation) und auch in unserem Alltag, unserem Beruf und unseren Beziehungen. Grundsätzlich ist es wichtig den Weg der Erleuchtung (des inneren Glücks) mit dem Weg der umfassenden Liebe zu verbinden. Die Verbindung beider Wege garantiert ein beständiges Wachstum ins Licht. Nur für sich alleine erleuchtet zu sein, ist egoistisch. Wir bleiben auf einer unteren Stufe der Erleuchtung, im spirituellen Egoismus, stecken. Die wahre Erleuchtung besteht darin ein Einheitsbewusstsein zu erlangen, sich in allen Wesen zu sehen und allen Wesen Glück (Erleuchtung) zu wünschen. Wir wünschen eine Welt der Liebe, des Friedens und des Glücks. Wir tun das uns Mögliche dafür. Wir lachen mit unseren Mitmenschen, weinen mit ihnen und sind in Liebe mit ihnen verbunden. Wir strahlen Licht und Liebe aus. Das ist das Merkmal eines verwirklichten Buddhas.

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