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Dharana – Halten, Konzentration, Halten der Gedanken des Geistes, der sechste der Ashtangas, der acht Stufen des Yogas

Dharana heißt Halten, es kann durchaus auch Festhalten heißen. Dharana heißt, dass du deinen Geist zur Ruhe bringst, dass du deinen Geist hältst, deine Gedanken hältst, auf ein Konzentrationsobjekt. Dharana heißt, dass du deinen Geist nicht wild durch die Gegend springen lässt, sondern du hältst. Du hältst die Konzentration, du hältst die Gedanken. Daher, Dharana – Konzentration. Dharana gibt es in verschiedenen Formen. Dharana gibt es zum einen als Stufe in der Meditation. Du setzt dich hin, Asana. Du atmest tief ein und aus, Pranayama. Du sprichst eine Affirmation oder schickst Gedanken des Wohlwollens, Pratyahara. Jetzt kommt das eigentliche Meditationsthema, Dharana. Z.B., du konzentrierst dich auf ein Mantra oder du übst die Beobachtungsmeditation, also du beobachtest, auch eine Form von Dharana. Wenn du tiefer wirst in der Meditation, in Dharana, kommst du in Dhyana. Dhyana heißt dann, die eigentliche Meditation oder auch Absorption. Du versinkst in dem Gegenstand der Meditation. In Dharana ist entscheidend, du musst dich immer wieder festhalten, der Geist wird ganz schnell entweder in Tamas geraten, in Mudha, also in Trägheit und Müdigkeit und irgendwo ein bisschen sinnlos dort rum sein, oder der Geist wird sehr unruhig werden, in Kshipta. Du musst deine Gedanken halten, festhalten, Dharana, dann bist du in Konzentration.

Wenn die Konzentration von selbst geht, ganz von selbst, ohne Anstrengung, dann ist es Dhyana, du bist absorbiert. In diesem Sinne, Dharana in der Meditation. Dharana sind aber auch Konzentrationsübungen im Alltag. Du kannst dich trainieren, konzentriert zu sein. Es gibt z.B. ein Buch von Swami Sivananda, „Konzentration und Meditation“, in der ursprünglichen deutschen Ausgabe hieß es noch, „Übungen zu Konzentration und Meditation“, da findest du jede Menge praktischer Konzentrationstechniken, Hinweise, wie du bewusst mit bestimmten Übungen deine Konzentration stärken kannst. Das findest du auch in einem weiteren Buch von Swami Sivananda, „Erfolg im Leben und Selbstverwirklichung“, Konzentrationsübungen. Zusätzlich zu Konzentrationsübungen kannst du auch deinen Geist trainieren, konzentriert zu sein bei dem, was gerade anliegt. Wenn du z.B. isst, dann kannst du sagen: „Ich will jetzt bewusst essen.“ Wenn du dich mit jemandem unterhältst, kannst du es zur Übung machen, wirklich den Menschen zu spüren und ganz bei diesem Menschen zu sein. Wenn du dich mit Sanskrit beschäftigt, kannst du bewusst konzentriert beim Sanskrit sein. Wenn du Asanas übst, dann kannst du bewusst bei den Asanas sein. Du kannst natürlich jetzt sagen, „das sagt der Sukadev ausgerechnet jetzt“. Angenommen, du hörst jetzt diese Sanskrit-Worte, dann wirst du höchstwahrscheinlich beschäftigt mit irgendetwas anderem sein, vielleicht fährst du Fahrrad, du gehst spazieren, bist im Zug oder im Auto oder isst gerade und selbst wenn du dieses als Video hörst, kann es auch sein, dass du am Anfang hinguckst und nachher machst du irgendetwas anderes. Multitasking ist ein Phänomen unserer Zeit und hat sicherlich auch ihre Berechtigung. Aber es ist auch gut, öfters mal Dharana zu üben, öfters sich auf eine Sache zu konzentrieren, bei einer Sache zu bleiben, nicht verschiedene Dinge gleichzeitig zu tun, sondern eine Sache. Es gibt zwar auch Ashta Dharana, das heißt, die Fähigkeit, sich auf acht Dinge gleichzeitig zu konzentrieren, was auch als eine der Siddhis gilt, aber trotzdem, Eka Dharana, dich auf eine Sache zu konzentrieren, ist etwas Wichtiges. Mache öfters Perioden am Tag, wo du auf eine Sache dich konzentrierst, bei den Asanas, beim Pranayama, natürlich bei der Meditation, beim Rezitieren von Sanskrit-Hymnen, bei Gesprächen mit anderen Menschen, bei bestimmten Aufgaben. Übe Dharana, Konzentration. Übst du Dharana im Alltag, wird die Meditation leichter fallen. Umgekehrt, wenn du jeden Tag meditierst und dich dabei um Dharana bemühst, um Konzentration, wird es dir auch leichter fallen, im Alltag konzentriert zu sein. Und wenn du bei den Hatha Yoga Übungen, also bei den Körperübungen, Dharana übst, konzentriert bist, wird es dir leichter fallen, in der Meditation Dharana zu üben, konzentriert zu sein in der Meditation, und im Alltag Dharana zu haben, konzentriert zu sein. Konzentration ist ein Schritt zur Meditation, daher, sei auch im Alltag konzentriert. Übe Dharana, Konzentration, indem du deine Gedanken festhältst. Dharana – Konzentration, sechster Schritt der Ashtangas, der acht Stufen des Yoga. Dharana – das Halten der Aufmerksamkeit, Halten der Gedanken. Dharana – Konzentration.

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Tags: Ashtanga, Dharana, Gedanken, Geist, Halten, Konzentration, Yoga Vidya Sanskrit-Lexikon, Yoga Vidya Sanskrit-Wörterbuch,

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