Der spirituelle Weg

Nils war lange auf der Suche nach dem tieferen Sinn des Lebens. Im Alter von 14 Jahren beobachtete er, dass es Glück und Pech im Leben gibt. Er fragte sich, wie er auf ein höheres Glücksniveau kommen kann. Die Frage war gut. Die Antwort fand er erst viele Jahre später, als er sich mit der Glücksforschung beschäftigte. Ein Mensch kann sein Glücksniveau erhöhen, wenn er jeden Tag etwas Sport macht, meditiert und es übt positiv zu denken. Eine große Erhöhung des Glücksniveaus findet in der Erleuchtung statt. Dann lebt man auf einer höheren Bewusstseinsebene. Der entscheidende Punkt ist es durch tägliche Übungen sein inneres Glück zu erhöhen.

Im Alter von 18 Jahren wurde Nils klar, dass es der tiefere Sinn des Lebens ist glücklich zu sein. Allerdings suchte er sein Glück zuerst im Außen. Er suchte es in Liebesbeziehungen, in einer beruflichen Karriere, in schönen Reisen und im weltlichen Konsum. Alle diese Dinge können glücklich machen. Aber meistens hält das Glück nur für eine kurze Zeit an und ist oft mit schädlichen Nebenwirkungen verbunden. Zu viel Essen macht dick. Eine berufliche Karriere ist oft mit viel Stress verbunden. In Beziehung folgt meistens nach einer Phase der Verliebtheit eine Phase der Ernüchterung. Dann verschwindet die rosarote Brille und man sieht die Dinge realistisch und ist leider oft auch durch die negativen Seiten des Partners genervt.

Das große dauerhafte Glück ist auf dem weltlichen Weg nur selten zu finden. Meistens besteht der weltliche Weg aus einem dauerhaften Wechsel von Freude und Leid. Manche Menschen haben sogar überwiegend Pech und leiden relativ dauert am Leben.

Nils suchte verzweifelt nach dem Weg des Glücks. Im Alter von dreißig Jahren kam er auf die Idee systematisch alle Bücher zum Thema Glück zu lesen, die er bekommen konnte. Es war ein großer Stapel von Büchern, die Nils innerhalb von drei Monate durchlasen. Dabei traf er auf ein Buch des griechischen Philosophen Epikur. Epikur hatte erkannt, dass man das Glück vorwiegend in sich selbst entwickeln muss, wenn man in seinem Leben glücklich werden will. Er empfahl das positive Denken, das er philosophieren nannte. Ein Mensch sollte jeden Tag philosophieren, um zu eine philosophischen Sicht der Dinge zu kommen. Er sollte in der Ruhe leben und einen guten Freundeskreis haben. Und vor allem sollte er genügsam an äußeren Dingen sein. Das war das Glücksgeheimnis von Epikur.

Nils las weitere Bücher um herauszufinden, wie man sein inneres Glück entwickelt. Er forschte in allen Religionen und philosophischen Wegen nach guten Glückstechniken. So kam er zum chinesischen Taoismus, zum Buddhismus, zum Hinduismus und zum Christentum. Er besuchte viele erleuchtete Meister, nahm an viele Workshops teil und probierte viele Techniken aus. So fand er seinen spirituellen Weg.

32 Die ersten Erleuchtungserfahrungen

Kaum hatte Nils ernsthaft begonnen nach Erleuchtung zu streben, ging es Schlag auf Schlag. Man kann es so sehen, dass er durch ein höheres Bewusstsein geführt wurde. Nils glaubt, dass ihn seine Meister von da an gesehen haben. Oder vielleicht war es Epikur selbst, der ihm Jenseits weiterlebte und allen Menschen half, die ernsthaft seiner Lehre folgten.

Im Februar 1983 traf Nils auf Epikur. Im April war das mündliche Examen seiner zweiten juristischen Staatsprüfung. Die schriftlichen Arbeiten hatte er alle gut bewältigt. Aber kurz vor dem mündlichen Examen erfasste ihn eine große Versagensangst. Der alte Leistungsdruck durch seine Mutter brach hervor. Nils konnte sich gegen die Stressgedanken nicht wehren. Er verspannte sich innerhalb von zwei Wochen immer mehr, litt an starken Schlafstörungen und kam nach der erfolgreichen Prüfung in eine schwere Depression. Bis zum Examen hatte er sich noch irgendwie über Wasser gehalten. Aber danach ging er geistig unter.

Ein halbes Jahr überlegte Nils, wie er sich von der Depression befreien konnte. Er las viele psychologische Bücher und erkannte dann, dass er hart an seinen negativen Gedanken arbeiten musste. Insbesondere musste er es lernen Leid anzunehmen, wenn es in sein Leben trat. Jeden Tag richtete er seinen Geist immer wieder positiv aus. Es war eine Zeit der intensivsten inneren Arbeit. Nach einem halben Jahr hatte er das Gefühl, dass sich sein Ich auflöst. Es war wie die Trennung von einer guten Beziehung. Er dachte: „Da geht er hin, der alte Nils.“ Da er seine Depression überwinden wollte, ging er durch alle Verlustängste hindurch.

Dieser Zustand dauerte eine Woche. Dann löste sich sein Ego auf und Nils erwachte am Morgen im Zustand der Erleuchtung. In ihm waren Frieden und Egolosigkeit. Es gab keinen Nils mehr. Er war einfach nur Bewusstsein. Er war alles. Er identifizierte sich nicht mehr mit sich und seinem Körper. Deshalb störte ihn auch nicht mehr, was mit seinem Körper geschah. Er sah sich als eine fremde Person, die er zwar mochte und für die er sorgte, die ihm aber letztlich egal war. So verschwanden alle Ängste. Nils war eine neue Person. Er dachte grundlegend positiv. Innerlich war er ruhig und friedvoll. Da er wusste wie schrecklich Depressionen sind, hatte er jetzt das Bedürfnis allen leidenden Menschen zu helfen. Mit der Erleuchtung entstand auch ein großes Mitgefühl in ihm.

Nils bemerkte, dass sein Bewusstsein relativ unabhängig von seinem Körper war. Er musste aufpassen, dass es nicht seinen Körper verließ. Dann hätte er seinen Körper und sein Leben nicht mehr steuern können. Auf die Idee, das Jenseits zu bereisen, kam er leider nicht. Zu dem Zeitpunkt glaubte er noch nicht an ein Jenseits. Das geschah erst später, als die früheren Leben in seinem Bewusstsein auftauchten, und er mehrmals mit seinem Geist in Paradiesdimensionen gelangte.

Nils bezeichnet seine erste Erleuchtungserfahrung als Erwachen. Er erwachte aus dem Schlaf ein Ego zu sein. Er erkannte das Ego als eine geistige Fehleinstellung, die durch Anhaftung an Genüsse und durch die Ablehnung von Leid entstand. Haftet man an nichts an, löst sich das Ego auf. Bei seinem Erwachen hatte Nils ein kosmisches Bewusstsein. Er war eins mit dem Kosmos und dachte von der Ganzheit her. Aber ihm fehlte noch die tiefe Glückseligkeit, die typisch für die Erleuchtung ist. Im Yoga spricht man vom Sat-Chid-Andana, Sein-Einheitsbewusstsein und Glückseligkeit.

Das Erwachen hielt zwei Wochen an. Dann bekam Nils wieder ein Ego. Aber er war ein neuer Mensch geworden. Er dachte positiv und hatte keine Depressionen mehr. Ab jetzt meditierte er jeden Tag drei Stunden. Und zwei Jahre später kam es zur wirklichen Erleuchtung. Bei einer Meditation im Liegen stieg aus dem Becken langsam eine dicke Energiesäule durch den Körper zu seinem Kopf hin auf. Die Energiesäule aktivierte alle Chakren, sie durchstieß die Chakrenknoten und erreichte die Mitte des Kopfes, wo die Zirbeldrüse lag. Da gab es einen Bewusstseinsumschwung und Nils ruhte eine längere Zeit in absoluter Glückseligkeit. Später lernte er es seine Kundalini-Energie zu kontrollieren und so immer wieder in Zustände des Glücks zu gelangen.

Kurz nach dieser Erleuchtungserfahrung stieg die Kundalini-Energie ein zweites Mal in seinem Körper hoch, durchstieß das Scheitelchakra und floss in den Himmel hinein. Sie erfüllte den ganzen Kosmos und floss dann an der Außenseite seines Körpers wieder herunter. Die Kundalini-Energie hatte ihn mit dem ganzen Kosmos verbunden und alle geistigen Knoten durchtrennt. Der Weg der Erleuchtung ist nach dieser Erfahrung umumkehrbar. Das bedeutet aber nicht, dass man jetzt dauerhaft erleuchtet ist. Vor Nils lag noch ein langer Weg der inneren Reinigung mit viele spirituellen Krisen.

Einige Zeit später hatte Nils eine dritte Erfahrung. Er praktizierte eine Yogaübung im Stehen. Plötzlich kam vom Himmel eine starke Energie zu ihm herab, floss durch das Scheitelchakra in ihn hinein und erfüllte ihn mit Licht und Glückseligkeit. Auf seinem Kopf bildete sich eine Energieflamme, wie sie manchmal auf Buddhabildern dargestellt wird. Nils hatte das Gefühl jetzt vom Heiligen Geist gesegnet worden zu sein. Er konnte plötzlich auf einer tiefen Ebene die heiligen Schriften aller Religionen verstehen. Er erkannte, dass alle Religionen letztlich eins sind. Sie wollen zur Erleuchtung hinführen. Diese Erfahrung prägte seinen weiteren Weg.

Der kleine Yogi, das Glück und die Liebe – mystiker2 (wordpress.com)

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