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Heute wollen wir eine Puja zelebrieren. Puja ist rituelle Verehrung Gottes über Murtis, bestimmte Darstellungen Gottes. Puja heißt Verehrung Gottes mit Mantras, mit Blumen, mit Licht, mit Wasser, Milch, mit Räucherstäbchen, Kerzen. Wir bringen alles Mögliche Gott dar und bitten dabei, dass göttlicher Segen spürbar sein möge und dass wir diesen fühlen mögen und dass er weit in die ganze Welt hinein strahlt. Man kann sagen, Puja ist eine Weise, einen Kanal zu öffnen, einen Kanal zu einer höheren Wirklichkeit, so dass dieser Kanal geöffnet ist und dann in alle Richtungen weit ausstrahlt. Puja spielt in verschiedenen Aspekten des Yoga eine wichtige Rolle, Puja ist natürlich im Bhakti Yoga eine Weise, wie der Gottesverehrer eine Beziehung zu Gott aufbaut, verstärkt und Gott spüren will. Für einen Verehrer ist eine Puja eine große Gelegenheit, Hingabe zu üben, seine Dankbarkeit auszudrücken, ein Gebet zu sprechen, um Führung zu bitten und göttlichen Segen zu erfahren. Im Kundalini Yoga spielt Puja eine besondere Rolle, denn Puja ist nicht einfach nur irgendeine Gottesverehrung, sondern Puja ist eine energetisch sehr machtvolle Weise oder ein sehr machtvolles Ritual. Man wiederholt spezielle Mantras. Diese Mantras erzeugen bestimmte Schwingungen, bestimmte Kräfte, sie aktivieren bestimmte Chakras im Menschen, sie öffnen bestimmte Nadis, Energiekanäle. Wenn man eine Puja macht, kann man sehr häufig mehr Prana spüren, als bei vielen anderen Praktiken, die man macht. Und wenn man Puja übt und danach Pranayama oder am nächsten oder übernächsten Tag, ist das Pranayama sehr viel effektiver und machtvoller, weil durch die Kraft der Puja die Energiekanäle sich geöffnet haben. Puja erzeugt auch ein gewisses energetisches Schutzfeld, so dass also man beschützt ist von einer höheren Kraft und dass nur positive Kräfte in einem stärker werden und auch dann, wenn man feinfühliger wird, wie man das ja oft durch die verschiedenen Yogapraktiken werden kann, dass bei dieser Feinfühligkeit gleichzeitig ein Gefühl von Stärke, Vertrauen und Schutz da ist. Puja spielt auch eine Rolle im Raja Yoga. Raja Yoga, der Yoga der Geisteskontrolle und auch der psychischen Entwicklung. Puja hat in vielerlei Hinsicht eine symbolhafte Bedeutung für vieles, was in unserem eigenen Geist vorgeht. Und indem wir das in der Handlung der Puja symbolisieren, kann sehr viel auch geistig erfahren werden. Puja kann auch helfen, geistige Unklarheiten zu lösen. Puja kann helfen, dass verschiedene geistige Kräfte aktiviert werden. Auch hier gilt wieder, die Mantras, die wir in einer Puja wiederholen, haben auch verschiedene Wirkungen auf den Geist. Manche der Pujamantras haben eine heilende Wirkung auf den Körper, manche eine harmonisierende Wirkung auf den Energiekörper. Viele haben eine harmonisierende Wirkung auf die Emotionen und die Gefühle. Viele haben eine Fähigkeit, Mut zu entwickeln, Kraft zu entwickeln, Stärke, Selbstvertrauen usw. Und die gesamte Puja als Ganzes will helfen, dass der Geist zur Konzentration befähigt wird. Puja spielt auch eine Rolle im Jnana Yoga. Jnana Yoga, der Yoga des Wissens. Shankaracharya, vielleicht der größte, mindestens der bekannteste aller Jnana Yoga Meister, empfahl Puja, um das Herz zu öffnen, den Geist zur Klarheit zu bringen, sodass man dann klarer sich die Frage stellen kann: „Wer bin ich?“ Shankara hat gerne gesagt, in der Puja externalisieren wir die Liebe zum höchsten Selbst, welches überall ist, indem wir zunächst Brahman in einem Teil verehren. Und wenn wir Brahman erst mal in einem Teil erfahren haben, dann können wir diese Erfahrung überall hin ausdehnen. Auch ist die Puja wieder symbolisch für verschiedene kosmische Zusammenhänge. Puja ist auch etwas Wichtiges für den Karma Yogi. Der Karma Yogi, der den Yoga des uneigennützigen Dienens übt. Der Karma Yogi braucht zum einen das Gefühl, dass er nicht so allein ist, denn wenn man versucht, anderen Menschen zu helfen und zu dienen, erfährt man erst, wie groß das Leiden ist und wie wenig Mittel man letztlich hat, um das Leiden der Welt zu mindern. Wenn wir uns dort nur allein fühlen, wird es manchmal schwierig. Wenn man aber merkt: „Ja, ich bin verbunden und ich bin nur ein Teil und ich trage meinen Teil bei und der Teil, den ich beitragen kann, der ist schon mal gut. Und selbst wenn mir Teile nicht gelingen, es macht nichts. Ich werde mich bemühen und ich bitte um Kraft, das zu tun, was zu tun ist.“ Puja ist auch ein Symbol für den Karma Yogi, weil es auch dafür steht, man bringt jetzt etwas dar und zwar oberflächlich betrachtet Metallmurtis und Steinmurtis und wir geben dort Milch und Wasser und Räucherstäbchen und alles mögliche andere. Und wir können sicher sein, physisch werden die uns zunächst mal nicht danke sagen, sie werden auch noch nicht mal die Miene verziehen, noch nicht mal lächeln oder so etwas. Und das ist ein Symbol, wenn wir auch Menschen dienen, dann wollen wir das tun, ohne etwas dafür zu erwarten. Aber wir bekommen sehr wohl etwas zurück. Zum einen gibt es ja auch gutes Prasad. Das bringen wir erst dar, aber zum Schluss, wer isst es? Das sind wir. Und so ähnlich auch, wenn man Gutes tut, dann wird man vielleicht nicht direkt sofort belohnt werden von denen, denen wir das tun, aber irgendwo kommt das Gute schon zurück. Und noch wichtiger, wenn man die Puja macht, nachher dieses Gefühl von Liebe, von Freiheit, von Ausdehnung, von Leichtigkeit und Verbundenheit, das ist sehr viel mehr, was man dafür bekommt, als was man ursprünglich gegeben hat. Und so ist es auch, wenn man anderen etwas Gutes getan hat, ohne etwas dafür zu erwarten, dann ist das, was man nachher dann spürt, als Liebe, als Verbundenheit, als Leichtigkeit, als Offenheit, sehr viel mehr, als es wäre, wenn jemand anderes einem sofort den Gefallen zurück erweisen würde. So spielt Puja auf viele Weise eine Rolle und Puja spricht in jedem Fall so einen intuitiveren Teil in uns an. Drückt zum Ausdruck diese innere Intelligenz, die durch Rituale, durch Mantras, durch Künste, durch Bilder, sehr viel verstehen kann, mehr als nur durch philosophische Konzepte. Für manche der Anwesenden, insbesondere die bis zum Schluss auch bleiben können, für manche der Anwesenden wird vielleicht Puja eine der großartigsten Erfahrungen ihres Aufenthaltes hier sein. Manche werden merken, es ist etwas Schönes, aber es gab noch viel Schöneres hier. Der ein oder andere mag auch vielleicht das mehr vom anthropologischen Standpunkt aus sehen, was Menschen alles so machen im Yogabereich. Seit einfach offen und neugierig, wie das auf euch wirkst. Ihr wisst alle, im Yoga gibt es eine große Bandbreite, so viel schöne, tolle Sachen, und das Schöne am Yoga ist, man kann dann ausprobieren, was für einem selbst am besten ist und wovon man am meisten lernt.

Hari Om Tat Sat


Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

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Tags: Bhakti, Puja, Verehrungsritual

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