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Dzogchen ist der schnellste Weg zur Erleuchtung. Ein erleuchteter Meister überträgt seinem Schüler die Erleuchtungsenergie und läßt ihn einmal die Erfahrung der Erleuchtung machen. Der Schüler kennt jetzt das Ziel und kann seinen Weg eigenständig und kreativ wieder dort hin finden. Auf diese Weise reinigt er seinen Geist und tritt immer öfter in die Erleuchtung ein, bis er sie schließlich dauerhaft realisiert.

Den Dzogchenweg kann man als den Weg des undogmatischen Buddhismus bezeichnen. Er steht letztlich über allen religiösen System und ist gleichzeitig in allen Religionen. Techniken aus allen Religionen können hilfreich sein und auf diesem Weg verwendet werden. Dzogchen verkörpert deshalb die Einheit aller Religionen und den individuellen Weg jedes Menschen.

Mein Dzogchen-Meister ist der Dalai Lama. Von ihm erhielt ich viele Einweihungen. Er erschien mir oft im Traum und führte mich auf meinem Weg. Einmal erschien mir auch der Dzogchen-Meister Longchenpa und beschenkte mich mit einer großen Gnade.

Erleuchtungserfahrungen erhielt ich von vielen Meistern aus verschiedenen Religionen. Ich las viele Bücher erleuchteter Meister und erhielt dadurch klare Vorstellungen vom Weg der Erleuchtung. Ich probierte in einer etwa zwanzig jährigen Phase viele verschiedene spirituelle Techniken aus und besuchte viele Workshop spiritueller Lehrer. Letztlich fand ich dadurch den Weg zur Erleuchtung, der für mich am besten funktioniert.

Dieser Weg ist ganz einfach und besteht im Wesentlichen aus dem Leben nach einem konsequenten spirituellen Tagesplan. Ich praktiziere zu bestimmten Zeiten und auf eine bestimmte Art im ständigen Wechsel Meditation, Gehen, Lesen, Gutes tun und das Leben genießen. Mein Yoga-Meister Swami Sivananda nannte es den integralen Yoga aus Karma-Yoga (anderen helfen), Hatha-Yoga (Körperübungen und Meditation), Bhakti-Yoga (Guru-Yoga, Gottheiten-Yoga) und Jnana-Yoga (tägliche Selbstbesinnung und Selbsterforschung, Lesen, Nachdenken).

Meine Freundin Martina brach in ihrem Leben dreimal zur Erleuchtung durch. Aber sie glaubte nicht, dass es einen Weg dort hin gibt. Es schien ihr Zufall zu sein. So nutzte sie ihr Leben nicht, um die dauerhafte Erleuchtung zu verwirklichen. Ich kenne viele Menschen, denen es ähnlich geht. Sie verschenke die große Chance, die ihnen eine Erleuchtungserfahrung bietet. Sie stecken spirituell fest. Nach Buddha wird jeder, der einmal eine Erleuchtungserfahrung machte (der in den Strom der Energie eingetreten ist) innerhalb von sieben weiteren Leben die dauerhafte Erleuchtung (Heiligkeit, Arhat) erreichen. Martina erhielt vom Leben die große Gnade, dass sie in ihren letzten Lebensjahren auf einen erleuchteten Meister treffen durfte, zu dem sie großes Vertrauen entwickelte. Sie starb vor drei Jahren und wird im nächsten Leben ihren Weg fortsetzen.

Der wirkliche spirituelle Weg beginnt mit der ersten Erleuchtungserfahrung. Erst dann kennt man das Ziel und kann es direkt anstreben. Vorher kann man nur falsche Motivationen haben, die einen aber letztlich auch zur Erleuchtung führen können. Man kann mit spirituellen Übungen ein gutes weltliches Leben anstreben, man kann inneren Frieden durch die Meditation erlangen wollen, man kann durch Körperübungen (Yoga, Gehen) Gesundheit erreichen, man kann durch positives Denken glücklich leben, man kann durch spirituelle Übungen besondere spirituelle Kräfte (Siddhis) bekommen und man es anstreben ein erleuchteter Meister zu sein. Das sind alles Ego-Motivationen. Aber wer konsequent den Weg seiner inneren Wahrheit geht, übersteigt letztlich das Ego.

Wie kann man den Dzogchen-Weg gehen, wenn man keine Erleuchtungserfahrung hat? Man kann einem erleuchteten Meister vertrauen und sich durch ihn führen lassen. Man kann einem religiösen Text vertrauen (Buddha, Bibel, Bhagavad-Gita, Tao te King) und sich genau an den Wortlaut halten. Und man kann seiner eigenen inneren Weisheit vertrauen und konsequent aus der Stimme der eigenen Wahrheit heraus handeln. Jeder Mensch hat die Buddha-Natur in sich. Die eigene Weisheit führt einen letztlich zur eigenen Buddha-Natur. Aus meiner Sicht verbindet man am besten alle drei Wege miteinander und folgt im Schwerpunkt der eigenen Wahrheit.

Wikipedia: Dzogchen „Die Große Vollkommenheit“, auch Atiyoga genannt, bezeichnet Lehren, die traditionell in der Nyingma-Schule des tibetischen Buddhismus und im tibetischen Bön als Essenz der Lehren Buddhas übertragen werden. Die Übertragung dieser Lehren findet aber auch, wenn auch deutlich zurückhaltender, in der Sakya-, Kagyü- und Gelug-Schule statt.

Dzogchen, wie es in der Nyingma-Schule gelehrt wird, geht auf den Meister Garab Dorje zurück. Er war nach der Überlieferung der Nyingma der erste menschliche Lehrer, der Dzogchen lehrte. Zuvor wurde es der Überlieferung nach vom Urbuddha Samantabhadra an den Buddha Vajrasattva übertragen. Vajrasattva soll die Lehren dann aus dem reinen Bereich an Garab Dorje übermittelt haben, der sie an Manjushrimitra und Sri Singha weitergab. Letzterer übertrug diese Lehren an Padmasambhava, der diese Lehren im 8. Jahrhundert nach Tibet brachte. Seit dieser Zeit wurde Dzogchen in ununterbrochenen Übertragungslinien bis auf den heutigen Tag überliefert. Auch wenn man die Lehren des Dzogchen hauptsächlich zwei religiösen Traditionen zuordnen kann, überschreiten sie aufgrund ihrer Unmittelbarkeit den Kontext religiöser Konzepte.

„Dzogchen ist die spirituelle Essenz aller buddhistischen Lehren. Es ist der Weg der Selbstbefreiung, der jeden sein wahres Wesen jenseits der Dualität erkennen läßt. Die wahre Natur des Menschen ist klar, leuchtend und bewußt, ungetrübt von Gedanken und Emotionen“ – Namkhai Norbu: Dzogchen der Weg des Lichts

Dzogchen ist keine graduelle Methode der Umwandlung von Geistesgiften in ursprüngliche Weisheit, wie sie oft anderen buddhistischen Lehransätzen zugrunde liegt, sondern eine auf unmittelbare Erkenntnis zielende Lehre. Es geht dabei um das Erkennen und die Stabilisierung der Erkenntnis der ursprünglich vollkommenen Natur des Geistes. Diese wurde, den Lehren des Dzogchen zufolge, aufgrund temporärer Verschleierung bislang lediglich nicht als solche erkannt. Die damit einhergehende Erfahrung wird auch als das Erkennen der Buddha-Natur, des klaren Lichts ursprünglichen Gewahrseins bezeichnet.

Nach den Lehren des großen Dzogchenmeisters Longchenpa ist die höchste Verwirklichung die Erlangung des Lichtes ursprünglicher Buddhaschaft, die spirituelle Ebene des Urbuddha Samantabadhra. Aus diesem Licht entstehen dann durch dessen Manifestationsenergie die Lichtebenen von Leerheit und ursprünglichem Gewahrsein. Da jedes Lebewesen dieses Licht in sich selbst trägt, kann man diese Ebenen einmal durch Meditation oder durch das Lesen oder Hören von Dzogchentantras erlangen.

Als höchstes Resultat der Verwirklichung der Lehren des Dzogchen gilt der sogenannte Regenbogenkörper, bei dem nach der Überlieferung ein verstorbener Dzogchen-Meister seinen Körper über einen Zeitraum von einer Woche in Lichterscheinungen als die Essenz der Elemente seines Körpers auflöst. Üblicherweise bleiben dabei nur Haare und Nägel als Überbleibsel zurück.

Der 14. Dalai Lama ist ein qualifizierter Dzogchen-Meister. Zur Verwirklichung von Dzogchen ist eine Einführung in das ursprüngliche Gewahrsein des Geistes durch einen verwirklichten Dzogchen-Meister notwendig.

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