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Der neue Wohnzimmertisch (inneres und äußeres Glück)

Barbara hat am Nikolaustag im Dezember Geburtstag. Und so machte sich der Nikolaus mit ihr auf nach Möbelkraft, um ihr etwas Schönes zu kaufen. Barbara wünschte sich eine neue Wohnzimmergarnitur. Und verliebte sich sofort in eine dänische Sitzecke. Die Aufgabe des Nikolauses ist es den Menschen alle Wünsche zu erfüllen. Und so wurde die Sitzgarnitur gekauft und gestern geliefert.

Der Hauptwunsch aller Menschen sollte natürlich der Wunsch nach Frieden, Liebe, innerem Glück und Erleuchtung sein. Aber Erleuchtung bedeutet auch Selbstverwirklichung. Und dazu gehört für Barbara eine wohnliche Umgebung, in der sie sich wohl fühlt. Erst kommt das Äußere und dann das Innere. Barbara ist ein Fan von äußeren Dingen und kreiert jeden Tag fleißig neue Wünsche.

Die Aufgabe des Nikolauses ist es dann, diese Wünsche zu manifestieren. Obwohl er für sich persönlich eher der Lehre der Wunschlosigkeit und vom erleuchteten Sein anhängt. Wenn man alle Wünsche losläßt, alle Anhaftung an gute und schlechte Dinge, und das Leben so annimmt wie es ist, dann entsteht innerer Frieden. Und aus dem inneren Frieden entwickelt sich inneres Glück. Und wer im inneren Glück lebt, dem genügt das innere Glück. Äußere Dinge sind für ihn nicht so wichtig.

Barbara findet äußere Dinge sehr wichtig. Sie nervt es, dass der Nikolaus oft so schlampig herum läuft und sich auch in einem Dreckloch sehr wohl fühlt. Sogar die Nachbarn haben Barbara schon darauf hingewiesen, dass sie etwas besser auf die Kleidung des Nikolauses achten soll. Also startete sie ein Umerziehungsprogramm. Das brachte ihr sehr viel Spaß, weil sie sehr gerne shoppt.

Ständig kauft sie für den Nikolaus neue Klamotten im Internet. Und auch das Haus wird ständig renoviert und langsam in eine Luxusvilla umgewandelt. Im Moment läßt sie dem Nikolaus aber noch einen gewissen Freiraum. Er darf sein Zimmer gestalten wie er möchte. Und wenn sie nicht da ist, zieht der Nikolaus wieder alten Sachen an und erschreckt damit beim Spazieren gehen die Nachbarn.

Es ist nicht so einfach in einer Beziehung, wenn ein Mensch (der Mann) im anhaftungslosen Sein lebt und der andere (die Frau) viele schöne Dinge braucht, um sich wohl zu fühlen. Da der eine Mensch aber nicht nur im glücklichen Sein lebt, sondern sich auch als Bodhisattva sieht, läßt sich der Konflikt auflösen. Das Ziel eines Bodhisattvas ist es seine Mitmenschen glücklich zu machen. Und mit äußeren Dingen läßt sich das relativ schnell machen, auch wenn der Effekt meistens nicht lange anhält. Der Geist gewöhnt sich an die schönen Dingen und braucht neue Dinge, um ins Glück zu kommen. So lebt man in einer ewigen Wunschspirale. Und innerer Frieden und inneres Glück entwickeln sich nur begrenzt.

Ein kluger Bodhisattva gibt seinen Mitmenschen deshalb äußerlich das, was sie zum Wohlfühlen brauchen. Und versucht nebenbei ihre Erleuchtung zu entwickeln. Das geschieht teilweise bereits durch seine Anwesenheit. Bereits durch das Leben in seiner Präsenz tritt der Mitmensch in eine Energie aus Liebe, Frieden und Glück ein. Erleuchtung entwickelt sich von alleine. Aber ganz alleine geht es meistens auch nicht. Es ist auch wichtig seine Mitmenschen zu einer regelmäßigen spirituellen Praxis anzuhalten.

Und da ist zum Glück ein spirituelles Buch zu Barbara gekommen, dessen Autor sie begeistert. Dieser Autor lehrt den Weg des Wünschens und Manifestierens. Aber er lehrt auch die tägliche Meditation und die Gedankenarbeit, damit der Mensch in Kontakt mit seinem höheren Selbst kommt und in der Lage ist seine Wünsche in seinem Leben zu manifestieren. Barbara übt sich deshalb im positiven Denken und meditiert sogar jeden Tag eine halbe Stunde. Sie verbindet den Weg des inneren Glücks mit dem Weg des äußeren Glücks. Und das ist auch ein akzeptabler spiritueller Weg. Letztlich folgen diesem Weg wohl die meisten Menschen. Nur wenige sind willens und in der Lage als bedürfnisloser Asket ihr Leben zu leben. Auch wenn das meistens der schnellste Weg zur Erleuchtung ist.
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