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Wie ich in 100 Jahren wohl aussehe? Ein kleiner Scherz. Yogis bleiben ewig jung. Was wünscht sich der alte Yogi? Love and Peace. Ansonsten habe ich mir so viele Torten im Supermarkt gekauft, dass ich die nächsten fünf Tage nur von Kuchen leben werde.
Nachfeier im Altersheim. Die Sonne schien. Ich radelte froh und unbekümmert mit dem Harmonium hinten auf dem Gepäckträger zum Altersheim. Die Mädels winkten mir wie gewohnt zu und die Welt war in Ordnung.

Meine Mutter saß mit ihrer jungen Leidensgenossin in ihrem Zimmer und betrachtete die Welt durch das Fenster. Ich setzte das Harmonium auf meinen Schoß und begann zu spielen. Die junge demente Frau war diesmal so glücklich über meinen Gesang, dass sie mich zum Schluss nicht mehr gehen lassen wollte. Die Glücksenergie hatte sie erfasst. Sie klebte förmlich an mir und wollte immer irgendetwas an meinem Zeug zurechtrücken.

Ich nutzte mit meiner Mutter das schöne Wetter und ging mit ihr etwas im Park spazieren. Anschließend setzten wir uns auf den neuen Platz im Gang und begannen Frühlings-, Wander- und Kinderlieder zu singen. Einige Senioren warteten schon auf uns und sangen fröhlich mit. Viele Alte kamen mit ihren Rollatoren und Rollstühlen vorbei und erfreuten sich an dem Gesang.

Meine Mutter musste auf Klo. Ich brachte sie dort hin und sang dann mit den anderen alten Frauen weiter. Dann machte ich eine Pause und wollte meine Mutter vom Klo abholen. Doch sie war verschwunden. Ich suchte das Altersheim nach ihr ab. Sie war wie vom Erdboden verschluckt. Das ist jetzt ein ziemlich makabrer Witz für ein Altersheim. Aber egal. Meine Mutter war weg.

Vielleicht war sie durch den Hauptausgang in die Freiheit entwichen? Ich schritt durch die Glastür und fragte die Alten, die vor der Tür auf der Bank saßen, ob sie meine Mutter gesehen hatten. Sie erklärten, dass meine Mutter nicht an ihnen vorbei gekommen war. Trotzdem sagte mir meine innere Stimme, dass ich draußen noch etwas weiter suchen sollte.

Ich verließ den Bereich des Altersheimes und bog links in die Straße zum Kindergarten ab. Und da sah ich in der Ferne den kleinen grauen Kopf meiner Mutter. Das Heimweh hatte sie gepackt und sie war auf der Suche nach ihrem früheren Haus. Ich erreichte sie, als sie gerade verzweifelt eine verschlossene Wohnungstür öffnen wollte. Da die Tür nicht aufging, konnte ich ihr klarmachen, dass dort nicht ihr Zuhause ist. Bereitwillig folgte sie mir zurück ins Altersheim.

Dort erkannte sie dann ihr Zimmer wieder. Sie war durch ihren Ausflug so erschöpft, dass sie sich auf das Bett legte und sofort einschlief. Und ich begann mich zu sorgen. Beginnt meine Mutter jetzt wieder aus dem Altersheim zu flüchten? Im Winter hatte sie das kalte Wetter davon abgehalten. Ich dachte, dass ihre Reisetendenz vorbei sei und sie sich an das Altersheim gewöhnt hat.

Als ich wieder mit dem Fahrrad zurück in meinen Yogiwald fuhr, kreisten Sorgen durch meinen Kopf. Sollte ich sie in ein geschlossenes Heim einweisen lassen? Sollte ich ihr die Freiheit lassen und riskieren, dass sei bei einem Ausflug stirbt. Sie kann überfahren werden oder den Weg zurück nicht mehr finden. Die Gefahr zu erfrieren ist im Sommer zum Glück nicht mehr gegeben. Normalerweise bringen die Menschen aus der Umgebung meine Mutter zurück ins Altersheim. Sie hat ein Schild mit ihrem Namen und ihrer Adresse auf dem Rollator. Die Autos fahren in der Gegend nur langsam. Das Risiko überfahren zu werden ist gering.

Ich entschied mich die Dinge so zu lassen wie sie sind und meine Mutter Gott zu übergeben. Und mich gleichzeitig buddhistisch in Gelassenheit zu üben. Beides zusammen beruhigte mich etwas. Und als ich dann im Wald spazieren ging, trat ich wieder in die Einheit ein und alle Sorgen fielen von mir ab. Wie wunderbar.

Der Yogaweg ist es im Sat-Chid-Ananda zu leben. Sat bedeutet anhaftungsloses Sein. Man nimmt die Dinge wie sie sind. Man läßt seine Wünsche und damit auch seine Sorgen los. Chid ist das Einheitsbewusstsein. Man konzentriert sich auf den Kosmos, lebt egolos in der Einheit und überläßt sich dem Leben. Man gibt seinen Eigenwillen an das Leben, an Gott oder an den spirituellen Weg ab. Wenn man in der Natur lebt oder einen Spaziergang macht, tritt man automatisch in die Energie der Natur ein. Sie verwandelt einen und macht einen gelassen.

Man entspannt sich innerlich und es entsteht inneres Glück. Man spürt Glück in sich und um sich. Man lebt in einer Wolke aus Glücksenergie. Die Glücksenergie verändert das Bewusstsein. Man ist entrückt von Welt. Alle weltlichen Sorgen und Wünsche verlieren an Wichtigkeit. Man genügt sich selbst. Man lebt aus sich selbst heraus. Man ist ein Buddha, ein Shiva oder eine Göttin, die damit zufrieden sind in ihrer Wolke aus Glück zu leben und Licht in die Welt zu strahlen. Und den Menschen zu helfen, soweit es möglich ist.

Das Bewusstsein wird von sich aus positiv. Plötzlich erinnerte ich mich wieder, wie schön ich mit den alten Menschen meinen Geburtstag nachgefeiert hatte. Das Harmonium erklang und wir sangen immer wieder: "Happy birthday, lieber Nils ..." Das machte alle Senioren glücklich. Es war, als ob wir alle gerade Geburtstag hatten.

https://www.youtube.com/watch?v=s2MTbPWe-3o (Geburtstagsfeier mit den Vögeln, Video 2 Min.)

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Kommentar von D.Jahnke am 23. Mai 2016 um 11:05am
Herzlichen Glückwunsch nachträglich.

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