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Der spirituelle Weg ist der größte Schatz, den es auf der Welt gibt. Könige gaben ihr Königreich auf, um den spirituellen Weg zu gehen. Buddha lebte in großem weltlichen Reichtum. Er war ein Prinz. Er hatte eine schöne Frau, einen Sohn und den größten Luxus, den man sich vorstellen kann. Und trotzdem war er innerlich unzufrieden. Er wusste, dass es etwas Größeres gab als Macht und Reichtum. Als er von dem spirituellen Weg hörte, gab er alles auf und wurde ein Yogi.

Bei mir war es ähnlich. Ich war von Beruf Rechtsanwalt. Ich hatte die Möglichkeit eine große politische Karriere zu beginnen. Ich hatte eine Familie, eine schöne Wohnung in der Hamburger Innenstadt, und genug Geld um gut zu leben. Vor mir lag ein erfolgreicher Weg des äußeren Glücks. Aber ich gab alles auf und zog in die Abgeschiedenheit in eine kleine Hütte im Wald. Das weltliche Leben erschien mir sinnlos. Ich suchte nach Erleuchtung. Ich wusste, dass man sich als abgeschiedener Yogi am schnellsten spirituell entwickeln kann.

Viele Menschen in der heutigen Zeit suchen nach dem tieferen Sinn des Lebens. Sie suchen nach Liebe, Frieden und Glück. Die meisten Menschen denken, dass das Glück im Außen zu finden ist. Sie streben nach einer glücklichen Beziehung, nach einer beruflichen Karriere, nach viel Geld. Sie kennen nicht die aktuelle Glücksforschung, wonach das Glück eines Menschen zu 90 % aus seinem Inneren kommt. Unsere Psyche bestimmt, wie glücklich wir in unserem Leben werden. Wir brauchen eine Glückspsyche. Wir brauchen letztlich die Erleuchtung, um wirklich vollständig glücklich zu sein. Einen anderen Weg gibt es nicht. Das Leben hat es so eingerichtet, dass wir von Leben zu Leben so lange suchen, bis wir das Glück in uns verwirklicht haben.

Ich habe viele Leben nach dem tieferen Sinn gesucht. Im Alter von dreißig Jahren las ich beim griechischen Philosophen Epikur von Ziel des inneren Glücks. Ich fand in der Psychologie und in den Religionen der Welt viele nützliche Techniken für den Weg des inneren Glücks. Aber ich wußte erst als ich es selbst erfahren hatte, dass ich am Ziel war. Ich wusste, dass es das große Ziel aller Seelen ist. Und ich konnte plötzlich alle heiligen Bücher auf einer tiefen Ebene verstehen, weil die Religionsgründer alle auf ihre Art den großen Sinn erfahren hatten.

Im Alter von 34 Jahren, nachdem ich vier Jahre intensiv den spirituellen Weg gegangen war, stieg bei einer Meditation plötzlich die Kundalini-Energie in meinem Körper bis zu meinem Kopf hoch. Es gab einen Bewusstseinsumschwung und ich war im Paradies. Ich erfuhr ein unermeßlich großes Glück, eine umfassende Liebe und tiefsten Frieden. Ich wusste, dass ich mich in der höchsten Wahrheit befand, die man Gott, Licht, Nirvana, Brahman oder Satyaloka nennen kann. Mein Ego hatte sich aufgelöst. Ich ruhte in einer starken Glücksenergie, aber ich war mir noch meiner Selbst bewusst. Da ich noch nicht genug innerlich gereinigt war, musste ich diesen glückseligen Zustand nach einiger Zeit verlassen. Aber ich kannte jetzt das große Ziel und konnte meinen Weg dort hin finden.

Es gibt viele Fallen auf dem spirituellen Weg. Es gibt viele spirituelle Lehrer, die behaupten das große Ziel zu kennen und ihre Anhänger dort hin zu führen. In Wirklichkeit haben sie noch ein großes Ego und streben nach Macht, Geld, Liebe und Anerkennung. Sie führen ihre Schüler zu ihrem Ego und nicht zum höheren Selbst. Wie kann man vermeiden ein Opfer falscher Lehrer zu werden? Man sollte auf dem spirituellen Weg immer auf seinen eigenen Verstand, seine eigene Wahrheit, seine eigene Weisheit und auf sein inneres Gespür hören. Ich bin im Wesentlichen immer meiner eigenen Weisheit gefolgt und habe mich deshalb nie auf dem spirituellen Weg verlaufen. Aber ich glaube, dass selbst wenn man sich verläuft, man eines Tages aufwacht und zum richtigen Weg zurück kehrt. Man braucht viele Erfahrungen um Weisheit zu erlangen.

Noch schlimmer als sich auf dem spirituellen Weg zu verlaufen ist es sich auf dem weltlichen Weg zu verlaufen. Wenn wir glauben, dass das große Glück im Außen zu finden ist, dann können wir viele schlimme Dinge tun. Wir können viel schlechtes Karma anhäufen. Wir können unsere innere Energie durch den Stress des Lebens und durch traumatische Erfahrungen verbrauchen. Wir können uns so in Unweisheit verstricken, dass wir viele Leben brauchen um den Weg der Wahrheit zu finden. Der Kapitalismus lockt mit großen Versprechen. Er lockt mit Geld, Reichtum und beruflicher Karriere. Er lockt mit Sex und dem großen Glück in der Liebe. Aber wenn wir in uns selbst kein Glück und keine Liebe haben, werden wir es auch in einem Partner nicht finden.

Es ist nichts gegen etwas äußeres Glück zu sagen. Aber so lange wir nicht den Schwerpunkt unseres Lebens auf das eigene innere Glück legen, so lange werden wir uns auf Irrwegen verlaufen. Wir müssen den spirituellen Weg zum Zentrum unseres Lebens machen. Nur dann führt unser Weg geradewegs ins Licht. Wir sollten erkennen, wo der große Schatz des Lebens zu finden ist.

Es gibt viele Wege zu diesem Schatz. Viele Wege führen zum Gipfel eines Berges. Es gibt steile Wege, die gerade zum Ziel führen. Und es gibt gemütliche Wege, wo wir viele Male den Berg umkreisen, bis wir auf dem Gipfel sind. Wir können auch Pausen machen und uns auf einer Bank ausruhen. Aber wir sollten nie unseren Weg aufgeben und vom Weg ins Licht abkommen. Wir sollten heraus finden, welcher Weg zu uns passt und auf welchem Weg wir am besten voran kommen. Dazu brauchen wir Weisheit, ein gutes inneres Gespür, Liebe zum Ziel und vor allem Ausdauer. Mit genügend Ausdauer wird jeder eines Tages das große Ziel erreichen. Dann gibt es nichts mehr zu tun, außer unser Glück an unsere Mitmenschen weiter zu verschenken.

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